Deutsche Tageszeitung - Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an

Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an


Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an
Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an / Foto: © AFP

Vertreter der seit Wochen demonstrierenden französischen Schülerinnen und Schüler haben nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weitere Proteste angekündigt. Nach dem Treffen am Freitag rief der Schülervertreter Nathanaël Combary die Demonstranten auf, "weiter zu mobilisieren". Demnach bot Macron den Schülervertretern eine "Reform der Schuldemokratie" sowie eine "vollständige Überarbeitung" der Plattform Parcoursup an, die Schüler für ihre Bewerbung für Studiengänge nutzen müssen.

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Combary sagte nach dem Treffen, er begrüße, dass Macron den Vertretern von Schülerorganisationen zugehört habe. "Aber wir sind nicht zufrieden, wir warten auf unser Treffen mit dem Premierminister", fügte er hinzu. Frankreichs Regierungschef Sébastien Lecornu hat angekündigt, die Vertreter von Schülerorganisationen am Montag zu empfangen. Für das Wochenende sind derweil neue Proteste geplant.

Macron hatte die Vertreter von Schülerorganisationen in den Elysée-Palast eingeladen. Er erklärte, er wolle "ihre Forderungen und Sorgen anhören". Die rund 20 Schülervertreter verbrachten fast drei Stunden im Präsidentenpalast.

Nach dem Treffen erklärte der Schülervertreter Louis Letoublon: "Wir bleiben sehr misstrauisch, denn Emmanuel Macron hat eine Politik der Zerstörung des öffentlichen Bildungswesens betrieben."

Nach dem Treffen mit den Vertretern von Schülerorganisationen wollte Macron nach Angaben des Elysée-Palastes eine Kaserne im 19. Pariser Arrondissement besuchen, um den "Sicherheitskräften seinen Dank auszusprechen" und die bei Einsätzen am Wochenende verletzten Beamten zu treffen.

Am Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt. Die Regierung von Premierminister Lecornu räumte ein, bei den Protesten der vergangenen Tage die Kontrolle verloren zu haben.

Am Samstag sollen neue landesweite Proteste stattfinden. Nach Angaben des Innenministeriums werden rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Für die Demonstrationen gelten strenge Auflagen, in Paris wurde nur ein Protestmarsch genehmigt, dessen Route verkürzt wurde. Die Behörden in Lyon haben Demonstrationen im Stadtzentrum untersagt. In Marseille darf nur eine Gewerkschaftskundgebung stattfinden.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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