Deutsche Tageszeitung - WHO gibt grünes Licht für Notfallanwendung des Biontech-Impfstoffs

WHO gibt grünes Licht für Notfallanwendung des Biontech-Impfstoffs


WHO gibt grünes Licht für Notfallanwendung des Biontech-Impfstoffs
WHO gibt grünes Licht für Notfallanwendung des Biontech-Impfstoffs / Foto: ©

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer für den Notfalleinsatz freigegeben. Das Präparat sei das erste seit Beginn der Pandemie, das eine entsprechende Genehmigung erhalte, teilte die WHO am Donnerstag mit. In Großbritannien wurden inzwischen fast 950.000 Menschen gegen Corona geimpft.

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Die WHO kam zu dem Schluss, dass das Biontech-Vakzin die Vorgaben zur "Sicherheit und Wirksamkeit" erfülle und dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken überwiege. Ländern, die nicht in der Lage seien, schnell eine eigene Prüfung vorzunehmen, könne damit die Entscheidung erleichtert werden, erklärte die WHO. Der Schritt ermöglicht es außerdem dem UN-Kinderhilfswerk Unicef und der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho), den Impfstoff zu kaufen und an arme Länder zu verteilen.

Der Impfstoff wird bereits seit Anfang Dezember in Großbritannien eingesetzt, später folgten Impfkampagnen in den USA sowie in Deutschland und den anderen EU-Ländern. Die WHO-Expertin Mariangela Simao mahnte "größere globale Anstrengungen" bei der Produktion von Corona-Impfstoffen an, um auch Menschen in anderen Teilen der Welt gegen das Virus zu schützen.

Bis Sonntag erhielten knapp 950.000 Briten eine erste Dosis des Impfstoffs von Biontech und Pfizer, wie die Regierung in London am Donnerstag mitteilte. Wegen des Anstiegs der Ansteckungen mit der neuartigen Corona-Mutation bereitete England derweil die Wiedereröffnung seiner Notfall-Lazarette vor.

Großbritannien ist Vorreiter bei der Impfung gegen das Coronavirus. Als erstes westliches Land hatte es Anfang Dezember eine Notfallzulassung für das Präparat von Biontech und Pfizer erteilt. Am Mittwoch erhielt auch der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca die Zulassung in Großbritannien. Die Auslieferung des Präparats soll am Montag beginnen.

Der britische Premierminister Boris Johnson sprach von einer "fantastischen" Nachricht und kündigte an, dass nun "so viele Menschen wie möglich so schnell wie möglich" geimpft werden sollten.

In China wurden nach amtlichen Angaben fünf Millionen Menschen mit einem Vakzin geimpft, dessen Wirksamkeit mit 79 Prozent angegeben wurde. Die Zahl der Corona-Toten stieg nach einer Bilanz der Nachrichtenagentur AFP, die auf Behördenangaben beruht, am Donnerstag weltweit auf mehr als 1,8 Millionen, die Zahl der Corona-Erkrankungen auf 83 Millionen. Dabei lagen die USA mit mehr als 340.000 Toten und mehr als 19 Millionen Erkrankten an der Spitze. Die Zahl der Geimpften in den USA stieg zuletzt auf 2,8 Millionen.

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte erwartet, dass sich die Auswirkungen der Impfungen erst einstellen, wenn zehn bis 15 Millionen seiner Landsleute geimpft sind. Er halte es für unwahrscheinlich, dass dies vor dem Monat April der Fall sein werde, sagte Conte auf seiner Jahrespressekonferenz.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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