Deutsche Tageszeitung - Gewerkschaft: Corona-Infektion von Polizisten als Dienstunfall anerkennen

Gewerkschaft: Corona-Infektion von Polizisten als Dienstunfall anerkennen


Gewerkschaft: Corona-Infektion von Polizisten als Dienstunfall anerkennen
Gewerkschaft: Corona-Infektion von Polizisten als Dienstunfall anerkennen / Foto: ©

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) will vor Gericht durchsetzten, dass eine Corona-Infektion von Polizisten während des Dienstes künftig generell als Dienstunfall anerkannt wird. Mittels einer Musterklage soll erreicht werden, dass während der Arbeit mit dem Virus infizierte Polizeibeamte bundesweit besser abgesichert werden, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") in ihrer Montagausgabe unter Berufung auf die GdP berichtet.

Textgröße ändern:

Die Einstufung einer Corona-Infektion als Dienstunfall ist für die Pensionsansprüche von Bedeutung. Bei manchen Beamten gehe es um viele tausend Euro Pension im Jahr, schreibt die "NOZ".

Die Anerkennung einer Corona-Infektion als Dienstunfall sei "ein Akt der Wertschätzung für die Beamten, die im Dienst jeden Tag ihren Kopf hinhalten und der Gefahr einer Infektion mit dem Virus in besonderer Weise ausgesetzt sind", sagte GdP-Vizechef Dietmar Schilff dem Blatt. Die Gewerkschaft vertritt knapp 200.000 Polizeibeschäftigte in Deutschland.

Ausgangspunkt der geplanten Musterklage ist laut GdP ein Fall in der Polizeidirektion Osnabrück. Dort hätten sich mehrere Beamte im Dienst mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Ihr Antrag, diese Erkrankung als Dienstunfall zu werten, sei vom Dienstherrn aber abgelehnt worden.

Dagegen werde die GdP Widerspruch beim Verwaltungsgericht Osnabrück einlegen, kündigte Schilff an. Dies solle als Musterklage für alle Bundesländer geschehen – "auch bis in höhere Instanzen".

Nach Schätzung der Gewerkschaft hat sich seit Beginn der Pandemie bundesweit eine höhere vierstellige Zahl von Polizisten mit dem Coronavirus angesteckt. Eine Anerkennung als Dienstunfall ist dem Zeitungsbericht zufolge bislang aber schwierig, weil nach der Rechtslage der Zeitpunkt der Infektion klar bestimmbar sein und ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Infektion und der dienstlichen Tätigkeit nachgewiesen sein muss.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Sohn von Norwegens Kronprinzessin sagt erstmals in Vergewaltigungsprozess aus

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wird am Mittwoch die erste Vernehmung von Marius Borg Hoiby erwartet. Am Dienstag hatte der 29-Jährige zu Beginn seines Prozesses vor einem Gericht in Oslo die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen und auch in anderen schwerwiegenden Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Am Dienstag nun soll er erstmals ausführlicher zu den Vorwürfen befragt werden.

Angriff auf Neonazis in Ungarn: Urteil gegen Maja T. in Budapest erwartet

Wegen eines Angriffs auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest vor drei Jahren wird am Mittwoch das Urteil gegen die deutsche Person Maja T. erwartet. Die Sitzung in der ungarischen Hauptstadt soll um 10.30 Uhr beginnen. T. ist nicht-binär, fühlt sich also weder als Mann noch als Frau. Die Person war im Dezember 2023 in Berlin wegen des Vorwurfs der ungarischen Behörden festgenommen worden, sie habe im Februar 2023 gemeinsam mit weiteren antifaschistischen Aktivisten Angehörige der rechtsextremen Szene in Budapest angegriffen.

Nahe Flugzeugträger: USA schießen iranische Drohne im Arabischen Meer ab

Die USA haben nach Pentagon-Angaben eine iranische Drohne im Arabischen Meer abgeschossen. Die Drohne habe sich auf "aggressive" Weise dem Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" genähert, teilte ein Militärsprecher am Dienstag in Washington mit. Der Abschuss durch ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C sei zur "Selbstverteidigung" erfolgt, um den Flugzeugträger und die Besatzung zu schützen.

Gemeinde Crans-Montana spendet über eine Million Euro für Opfer der Brandkatastrophe

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana spendet eine Million Schweizer Franken für die Opfer und Hinterbliebenen der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht. "Wir sind uns bewusst, dass Geld keine Wunden heilen kann, aber wir hoffen, den von dieser Tragödie betroffenen Familien helfen und die Solidarität der Gemeinde Crans-Montana zum Ausdruck bringen zu können", erklärte am Dienstag Gemeindepräsident Nicolas Féraud.

Textgröße ändern: