Deutsche Tageszeitung - Simon Rattle wird Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

Simon Rattle wird Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks


Simon Rattle wird Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Simon Rattle wird Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks / Foto: ©

Der britische Dirigent Sir Simon Rattle kehrt nach Deutschland zurück. Der 65-jährige Musiker wird ab der Konzertsaison 2023/2024 neuer Chef des Symphonieorchester und Chors des Bayerischen Rundfunks (BR), wie der Sender am Montag in München mitteilte. Rattle dirigierte zwischen 2002 bis 2018 die Berliner Philharmoniker und leitet derzeit das London Symphony Orchestra.

Textgröße ändern:

Rattle erhält einen Fünfjahresvertrag und tritt die Nachfolge des langjährigen Münchner Chefdirigenten Mariss Jansons an, der vor rund einem Jahr nur wenige Wochen nach seinem letzten Konzert mit 76 Jahren gestorben war. "Es ist eine Ehre, die Nachfolge von Mariss Jansons anzutreten, und ich freue mich darauf, diese wunderbaren Musikerinnen und Musiker für viele Jahre zu leiten", erklärte Rattle zu seinem neuen Engagement.

BR-Intendant Ulrich Wilhelm teilte mit, sein Sender sei "sehr glücklich" über die Verpflichtung des weltberühmten Musikers. Rattle stehe "wie kein anderer für neue Wege, Menschen für Musik zu begeistern". Außerdem zeichneten ihn Leidenschaft, künstlerische Vielseitigkeit und "einnehmendes Charisma" aus.

Der im britischen Liverpool geborene Dirigent verbrachte durch sein insgesamt 16-jähriges Engagement bei den Philharmonikern in Berlin einen Großteil seiner Karriere in Deutschland. Nach seiner Zeit dort übernahm er dann das London Symphony Orchestra.

Nach Angaben des BR war Rattle der "Wunschkandidat" des eigenen Symphonieorchesters und Chors. Die Musiker hätten in einem "überwältigenden Votum" für ihn gestimmt. Rattle stehe "für einen Geist der Offenheit, der Erneuerung und des Aufbruchs innerhalb der klassischen Musikwelt", erläuterte der Sender.

Rattle und die Münchner Ensembles kennen sich demnach bereits sehr gut aus gemeinsamen Projekten. Erstmals leitete Rattle mit diesen 2010 als Gastdirigent eine Aufführung von Schumanns "Das Paradies und die Peri". Danach folgten weitere Auftritte, etwa mit Werken von Wagner, Rameau, Haydn, Mozart und Ligeti. Für März sind schon weitere Aufführungen mit dem Orchester geplant.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Prozess um bei Kontrolle zu Tode geprügelten Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz beginnt

Mehr als vier Monate nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz beginnt am Mittwoch (09.00 Uhr) der Prozess vor dem Landgericht Zweibrücken. Angeklagt ist ein zum Tatzeitpunkt 26-Jähriger wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er wird beschuldigt, den Zugbegleiter Anfang Februar bei einer Kontrolle so heftig gegen den Kopf geschlagen zu haben, dass dieser das Bewusstsein verlor.

Haftstrafe wegen Veruntreuung für Ex-Mann von Schottlands früherer Regierungschefin Sturgeon

Der Ex-Mann von Schottlands ehemaliger Regierungschefin Nicola Sturgeon und frühere Chef der Regierungspartei SNP, Peter Murrell, ist am Dienstag wegen der Veruntreuung von Parteifinanzen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Murrell hatte sich im vergangenen Monat schuldig bekannt, mehr als 400.000 Pfund (rund 464.000 Euro) der SNP veruntreut zu haben.

Polizist stirbt bei Fahrsicherheitstraining auf dem Hockenheimring

Bei einem dienstlichen Fahrsicherheitstraining auf dem Hockenheimring ist ein Polizist tödlich verunglückt. Der 53 Jahre alte Mann sei am Montagabend mit seinem Dienstmotorrad aus noch unklarer Ursache in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen, teilte die Polizei am Dienstag im baden-württembergischen Aalen mit. Er sei dann mit einer Reifenwand kollidiert. Trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen sei der Polizeibeamte noch vor Ort verstorben.

ARD und ZDF streiten vor Verfassungsgericht für höheren Rundfunkbeitrag

Der Dauerstreit über den Rundfunkbeitrag ist am Dienstag vor dem Bundesverfassungsgericht ausgetragen worden. Karlsruhe verhandelte über Beschwerden von ARD und ZDF. Sie wehren sich dagegen, dass der Beitrag 2025 nicht erhöht wurde - anders als es die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfohlen hatte. Das verstoße gegen die Rundfunkfreiheit, argumentieren sie. Die Sender hoffen, dass das Gericht nachträglich eine Beitragssteigerung anordnet. (Az. 1 BvR 2524/24 und 1 BvR 2525/24)

Textgröße ändern: