Deutsche Tageszeitung - Suche nach mehr als 170 Vermissten nach Gletscherabbruch in Indien fortgesetzt

Suche nach mehr als 170 Vermissten nach Gletscherabbruch in Indien fortgesetzt


Suche nach mehr als 170 Vermissten nach Gletscherabbruch in Indien fortgesetzt
Suche nach mehr als 170 Vermissten nach Gletscherabbruch in Indien fortgesetzt / Foto: ©

Nach der offenbar durch einen Gletscherabbruch ausgelösten Sturzflut im indischen Himalaya ist die verzweifelte Suche nach den mehr als 170 Vermissten am Dienstag fortgesetzt worden. Hunderte Einsatzkräfte arbeiteten die ganze Nacht durch. Bis zum Morgen befreiten sie unterstützt durch einen riesigen Bagger 120 Meter eines verschütteten Tunnels von Schlamm und Felsen, wie die örtlichen Behörden im Onlinedienst Twitter mitteilten.

Textgröße ändern:

Rettungskräfte standen am Eingang des Tunnels bereit, um bei Entdeckung von Überlebenden diese sofort behandeln zu können. "Die Arbeit geht Tag und Nacht weiter. Es wird keine Pause geben", sagte AS Rathod von der örtlichen Straßenbaubehörde. Auch Polizeisprecher Banudutt Nair sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Einsatzkräfte gäben die Hoffnung nicht auf. Sie vermuteten Luftlöcher in dem Tunnel, in denen die vermissten Arbeiter überleben könnten.

Bei den meisten Vermissten handelt es sich um Angestellte zweier in dem Tal gelegenen Kraftwerke. Zwölf Menschen konnten aus dem verschütteten Tunnel gerettet werden, 34 weitere wurden noch in dem 2,7 Kilometer langen, U-förmigen Tunnel vermutet.

Nach dem Abbruch des Gletschers im indischen Teil des Himalaya-Gebirges war am Sonntag der Dhauliganga-Fluss zu einer Sturzflut angeschwollen. Die Wassermassen rissen Brücken und Straßenabschnitte mit. Zwei Kraftwerke wurden unter den Fluten und Gesteinsmassen begraben. Zahlreiche Dörfer in der betroffenen Region wurden evakuiert.

Die Gletscher in der Region schrumpfen wegen des Klimawandels seit Jahren in hohem Tempo. Laut einer 2019 veröffentlichten Studie könnten bis zum Jahr 2100 zwei Drittel der Gletscher im auch als "dritter Pol" bezeichneten Himalaya schmelzen, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht drastisch gesenkt werden.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Dieselgate: Renault muss sich in Frankreich wegen Betrugs vor Gericht verantworten

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal muss sich der französische Autohersteller Renault in Frankreich wegen mutmaßlichen Betrugs vor Gericht verantworten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Vorrichtungen in seinen Dieselfahrzeugen eingebaut zu haben, die zur Umgehung von Abgasvorschriften dienten, wie die Staatsanwaltschaft am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die erste Anhörung in dem Fall ist für April 2027 angesetzt. Renault weist die Vorwürfe zurück.

Datenschutzbeauftragte: Durch Geheimdienstreform drohen Grundrechtseinschränkungen

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Louisa Specht-Riemenschneider, sieht durch die von der Regierung geplante Geheimdienstreform massive Risiken für Bürgerrechte. "Aus meiner Sicht gibt es inakzeptable Einschränkungen der Grundrechte", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Nachrichtendienste sollten "nicht handeln und eingreifen dürfen wie eine Polizei", gab sie zu bedenken.

Magyar-Partei wählt erstmals Verfassungsrichter - Amnesty: Verfahren "wie unter Orban"

Erstmals seit der Amtsübernahme von Peter Magyar als Ministerpräsident hat das ungarische Parlament einen neuen Verfassungsrichter gewählt. Der Universitätsprofessor Pal Sonnevend erhielt am Montag 138 Ja-Stimmen in dem 199 Abgeordnete umfassenden Parlament, sechs Parlamentarier stimmten gegen ihn. Die früheren Regierungsparteien Fidesz und KDNP boykottierten die Abstimmung. Sonnevend löst Csaba Hende ab, der als Vertrauter des früheren Regierungschefs Viktor Orban galt.

Trompete von US-Armee bei Trauerfeier auf hessischem Friedhof gestohlen

Unbekannte haben auf einem Friedhof im hessischen Hanau eine Trompete der US-Armee gestohlen. Das Instrument sollte am Freitagvormittag bei einer Bestattung eines ehemaligen US-Soldaten gespielt werden, wie die Polizei am Montag in Offenbach mitteilte.

Textgröße ändern: