Deutsche Tageszeitung - Berliner Rapmusiker "Fler" zu Bewährungsstrafe verurteilt

Berliner Rapmusiker "Fler" zu Bewährungsstrafe verurteilt


Berliner Rapmusiker "Fler" zu Bewährungsstrafe verurteilt
Berliner Rapmusiker "Fler" zu Bewährungsstrafe verurteilt / Foto: ©

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat den Berliner Rapmusiker "Fler" zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Es hätten zwar elf Straftaten festgestellt werden können, es handle sich aber "um Taten der Bagatellkriminalität", sagte der Vorsitzende Richter Carsten Schwanitz zur Urteilsbegründung am Mittwoch. Das Gericht befand den Rapper, der mit bürgerlichem Namen Patrick Losenský heißt, unter anderem der Beleidigung, versuchten Nötigung und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis für schuldig.

Textgröße ändern:

Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre fest. Angesichts der vielfachen Vorstrafen schien dem Gericht "ein bisschen Nachdruck angemessen und angezeigt", sagte Schwanitz weiter. Losenský muss außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Als am schwerwiegendsten sah das Gericht den Tatvorwurf der versuchten Nötigung an. Um negative Berichterstattung zu verhindern, hatte der 38-Jährige die private Wohnanschrift eines Journalisten herausgefunden und ihm per Twitter einen "Hausbesuch" versprochen. Gegenüber einer Kollegin des Journalisten drohte er damit, ihm "die Zähne einzuschlagen".

Schwanitz bezeichnete dies als "einen Angriff auf die Pressefreiheit". Losenský könne sich auch nicht auf die Kunstfreiheit berufen, ein solches Verhalten sei "in keiner Weise zu billigen".

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer in der vergangenen Woche eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung gefordert. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft kündigte im Anschluss an die Urteilsverkündung an, Rechtsmittel zu prüfen.

Auch der Verteidiger von Losenský kündigte an, mögliche rechtliche Schritte gegen die Gerichtsentscheidung zu prüfen. Die Verteidigung hatte sieben Monate auf Bewährung gefordert. Losenský selbst blieb der Urteilsverkündung fern.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Rhein-Niedrigwasser errreicht in Köln neuen Tiefststand

Das Niedrigwasser am Rhein hat am Samstagmorgen in Köln einen neuen Tiefststand erreicht. Mit nur noch 68 Zentimeter wurde dort der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2018 unterschritten. Im Tagesverlauf wurde nach Regenfällen allerdings wieder ein leichter Anstieg erwartet.

Miersch offen für Präventivhaft für "Gefährder"

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zeigt sich grundsätzlich offen für eine Präventivhaft für sogenannte "Gefährder". "Wir müssen gemeinsam mit den Bundesländern darüber sprechen, ob wir eine einheitliche Regelung und einen bundesgesetzlichen Rahmen finden, um Gefährder in Präventivhaft nehmen zu können", sagte Miersch den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Vor allem drang der SPD-Politiker aber auf einen besseren Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden.

Lawine in Pakistan: Suche nach Vermissten geht weiter - darunter Bergsteiger Purja

Nach einem Lawinenabgang im Norden Pakistans, bei dem mutmaßlich auch der bekannte nepalesisch-britische Bergsteiger Nirmal Purja verschüttet wurde, haben Rettungskräfte die Suche nach den vermissten Mitgliedern einer internationalen Bergsteigergruppe fortgesetzt. Die Regionalregierung von Gilgit-Baltistan teilte am Freitagabend mit, bislang seien drei Tote geborgen worden. Die Polizei hatte zuvor von vier geborgenen Leichen gesprochen.

Mann in Sächsischer Schweiz bei Unwetter von Baum erschlagen

Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist am Freitagabend ein 28-jähriger Mann bei einem Unwetter von einem Baum erschlagen worden. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden am Samstag auf Anfrage mitteilte, wurden 13 weitere Menschen verletzt. Zu dieser Zeit gab es in dem Gebiet ein schweres Gewitter.

Textgröße ändern: