Deutsche Tageszeitung - Großbritannien nimmt Abschied von Prinz Philip

Großbritannien nimmt Abschied von Prinz Philip


Großbritannien nimmt Abschied von Prinz Philip
Großbritannien nimmt Abschied von Prinz Philip / Foto: ©

Mit einer landesweiten Schweigeminute hat Großbritannien Abschied von Prinz Philip genommen. An Bahnhöfen, in Geschäften und bei Sportveranstaltungen hielten die Menschen am Samstag schweigend inne, als der Sarg mit den sterblichen Überresten des Ehemannes von Königin Elizabeth II. an der St. George’s Chapel auf Schloss Windsor ankam. Anschließend verabschiedeten sich die Queen und die Familie bei einer Trauerfeier im engsten Kreis von dem vor einer Woche im Alter von 99 Jahren verstorbenen Prinzgemahl.

Textgröße ändern:

Die Trauerfeier fand wegen der Corona-Pandemie im engsten Familienkreis mit nur 30 Gästen statt der ursprünglich geplanten 800 statt, wurde aber von zahlreichen Fernsehsendern live übertragen. Alle Trauergäste mussten Maske tragen und die Abstandsregeln einhalten.

Vor der eigentlichen Beisetzungsfeier wurde der Sarg auf einem unter Prinz Philips Mitwirkung eigens umgebauten Land Rover von Schloss Windsor zur St. George’s Chapel gefahren, dahinter liefen die Kinder und Enkel des Königspaares. Die hochbetagte Queen nahm für die kurze Strecke eine Limousine. Gesäumt wurde die Strecke von 730 Mitgliedern der Armee, der Marine und der Luftwaffe in Paradeuniformen.

Trotz der Bitte an die Öffentlichkeit, die Beisetzung von Prinz Philip nur im Fernsehen zu verfolgen, versammelten sich dutzende Schaulustige vor Schloss Windsor und entlang der Straßen der Stadt, um die Ankunft der Trauergäste zu verfolgen.

Der 37-jährige Ieuan Jones reiste eigens aus dem walisischen Cardiff nach Windsor, um Philip die letzte Ehre zu erweisen. "Es ist wirklich eine Schande, dass wir wegen der Pandemie diesem außergewöhnlichen Mann keinen größeren Tribut zollen können", sagte er. Philip sei "ein wahrer Held" gewesen. Auch am Buckingham-Palast in London legten Royal-Fans erneut Blumen nieder.

Königin Elizabeth ließ vor der Trauerfeier mehrere private Fotos aus dem Leben von Prinz Philip veröffentlichen. Ein Bild zeigt sie mit ihrem Ehemann im Jahr 2003 entspannt und lächelnd im Gras des schottischen Cairngorms-Nationalparks. Die Zeitung "The Times" trug am Samstag die Schlagzeile: "Die Queen nimmt Abschied". Die britische Königin hatte Prinz Philip anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit im Jahr 1997 als "meine Stärke und meine Stütze in all’ diesen Jahren" bezeichnet.

Unter besonderer Beobachtung standen bei der Feier die Queen-Enkel Prinz William und Prinz Harry, nachdem es Spekulationen über ein ernsthaftes Zerwürfnis zwischen den Brüdern gegeben hatte. Im Trauerzug zur Kirche lief ihr Cousin Peter Philips zwischen den beiden. Nach der Beisetzung jedoch gingen die Brüder gemeinsam mit Williams Frau Kate nebeneinander und unterhielten sich. Harrys hochschwangere Frau Meghan war auf ärztlichen Rat in den USA geblieben.

Harry und Meghan hatten sich vor einem Jahr überraschend von ihren Pflichten als Mitglieder des Königshauses zurückgezogen und waren mit ihrem Sohn Archie in Meghans kalifornische Heimat gezogen. Anfang März sorgte ein Interview der beiden mit US-Starmoderatorin Oprah Winfrey für Aufsehen, in dem sie unter anderem Rassismusvorwürfe gegen das Königshaus erhoben.

Die Trauerfeier war der erste öffentlich übertragene Auftritt der Queen seit dem Tod ihres Mannes, mit dem sie 73 Jahre verheiratet war. Ihren 95. Geburtstag am kommenden Mittwoch muss sie ohne Philip begehen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Zahl unerlaubter Einreisen im September weiter gesunken

Die Zahl unerlaubter Einreisen an den deutschen Grenzen ist im September weiter gesunken. Wie die Bundespolizei am Montag in Potsdam mitteilte, versuchten im vergangenen Monat 3268 Menschen, ohne gültige Papiere nach Deutschland einzureisen. Dies waren rund 23 Prozent weniger als im August und 34 Prozent weniger als im September 2025. Es ist zudem der niedrigste Stand seit über fünf Jahren: Geringere Werte gab es zum letzten Mal 2021.

Iran-Sanktionen: Hotel darf nicht mit eingefrorenen Geldern weiterbetrieben werden

Wegen der Iran-Sanktionen eingefrorene Gelder eines Luxushotels bei Frankfurt am Main dürfen einem Gerichtsbeschluss zufolge nicht für den Weiterbetrieb des Hauses verwendet werden. Das entschied das Verwaltungsgericht Köln am Freitag und wies damit einen Eilantrag des Insolvenzverwalter ab, wie eine Gerichtssprecherin am Montag mitteilte.

Nürnberg: 17-Jähriger Rollerfahrer stirbt nach Zusammenstoß mit Linienbus

In Nürnberg ist ein 17-jähriger Rollerfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Linienbus ums Leben gekommen. Der Jugendliche war am Sonntagabend im Stadtgebiet unterwegs und hatte ein 16-jähriges Mädchen auf dem Motorroller mit dabei, wie die Polizei in der Nacht zum Montag mitteilte. Als der entgegenkommende Bus abbiegen wollte, kam es aus zunächst unklarer Ursache zum Zusammenstoß.

Oberstes US-Gericht befasst sich mit Fragen der Konzernhaftung bei Klimawandelschäden

Der Oberste Gerichtshof der USA befasst sich am Montag mit einem für die Ölindustrie grundlegenden Fall: Im Kern geht es um die Frage, wie und vor welchen Gerichten Unternehmen für mögliche Auswirkungen ihrer Erzeugnisse auf den Klimawandel verantwortlich gemacht werden können. Im Mittelpunkt steht eine Klage der Stadt und des Countys Boulder im Bundesstaat Colorado gegen die Konzerne ExxonMobil und Suncor Energy von 2018.

Textgröße ändern: