Deutsche Tageszeitung - Kontroverse um abgehängtes Queen-Porträt in Uni-Gemeinschaftsraum in Oxford

Kontroverse um abgehängtes Queen-Porträt in Uni-Gemeinschaftsraum in Oxford


Kontroverse um abgehängtes Queen-Porträt in Uni-Gemeinschaftsraum in Oxford
Kontroverse um abgehängtes Queen-Porträt in Uni-Gemeinschaftsraum in Oxford / Foto: ©

Studenten der renommierten Oxford-Universität in Großbritannien haben ein Porträt von Queen Elizabeth II. in einem Aufenthaltsraum abgehängt und damit eine Kontroverse ausgelöst. Die Studenten des Magdalen College hätten mehrheitlich dafür gestimmt, das Bild aus ihrem Gemeinschaftsraum zu entfernen, weil Abbildungen der Monarchin für einige Studenten "für die jüngere Kolonialgeschichte" Großbritanniens stünden, berichtete die "Times" am Mittwoch.

Textgröße ändern:

Der britische Bildungsminister Gavin Williamson reagierte verärgert und nannte die Entscheidung der Studenten "absurd". Elizabeth II., die im kommenden Jahr ihr 70. Thronjubiläum feiern wird, "ist das Staatsoberhaupt und symbolisiert das Beste von Großbritannien", schrieb Williamson im Onlinedienst Twitter. Während ihrer Amtszeit habe sie sich "unermüdlich" dafür eingesetzt, "die britischen Werte von Toleranz, Offenheit und Respekt in der ganzen Welt zu fördern".

Auch der Kanzler der Universität, Chris Patten, reagierte erbost. "Die Meinungsfreiheit ermöglicht es sogar intelligenten Menschen, beleidigend und unausstehlich ignorant zu sein", sagte er der "Daily Mail".

In staatlichen Bildungseinrichtungen in Großbritannien hängen eigentlich keine Porträts an den Wänden. Ausnahmen sind einige Colleges der Universitäten Cambridge und Oxford.

Der Präsident des Studentenkomitees, das für den Gemeinschaftsraum im Magdalen College zuständig ist, sagte der "Mail Online", die Entscheidung sei nach einer Diskussion über den Zweck des Raumes getroffen worden. Die Studentenvereinigung habe entschieden, dass der Gemeinschaftsraum "ein einladender und neutraler Ort für alle Mitglieder" sein solle - unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Meinung, sagte Matthew Katzman.

Die Präsidentin des Magdalen College erklärte, die Entscheidung der Studenten stehe nicht repräsentativ für das renommierte College. Sie verteidigte jedoch das Recht der Studenten auf "freie Meinungsäußerung und politische Debatten". "Student zu sein bedeutet mehr als nur zu studieren", fügte sie hinzu. "Es geht darum, verschiedene Ideen zu erforschen und zu debattieren. Manchmal geht es auch darum, die ältere Generation zu provozieren."

In Großbritannien hatten sich im vergangenen Sommer viele Studenten an Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt beteiligt. Die Demonstranten forderten damals auch eine Auseinandersetzung mit der britischen Sklaverei-Geschichte und die Entfernung von Denkmälern, die mit der kolonialen Vergangenheit des Vereinigten Königreichs in Verbindung stehen. Mancherorts ersetzten sie Statuen von Sklavenhändlern eigenmächtig mit eigenen Skulpturen.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Frau von Spaniens Regierungschef Sánchez wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt

Gegen die Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, Begoña Gómez, ist nach zweijährigen Korruptionsermittlungen Anklage erhoben worden. Der 55-Jährigen werden Unterschlagung, Einflussnahme, Korruption und Veruntreuung zur Last gelegt, wie aus einem am Montag veröffentlichten Gerichtsdokument hervorgeht.

Familienvater erstickt Ehefrau: Lebenslage Haft wegen Mordes in Düsseldorf

Ein 36-Jähriger ist wegen der Tötung seiner Ehefrau vom Landgericht Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Angeklagten am Montag des Mordes schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Laut Anklage hatte der Mann seine Frau im September 2025 im Schlafzimmer in der gemeinsamen Wohnung in Monheim getötet.

Haftung bei Brand durch Fahrradakku: Keine Kontrollpflicht nach leichtem Sturz

Nach einem leichten Sturz mit einem E-Bike müssen Verbraucher einen äußerlich unbeschädigten Akku nicht wegen möglicher Brandgefahr automatisch von einer Fachwerkstatt überprüfen lassen. Das betonte das Oberlandesgericht im niedersächsischen Oldenburg nach Angaben vom Montag in einem Rechtsstreit um Haftungsfragen nach einem Gebäudebrand, der von dem Akku eines in einem Carport abgestellten Fahrrads ausging. Es liege dabei keine Fahrlässigkeit in rechtlichen Sinn vor. (Az. U 8/26)

63-Jähriger stirbt nach Streit auf offener Straße in Bayern

Ein 63-jähriger Mann ist bei einer Auseinandersetzung auf offener Straße in Erlangen in Bayern tödlich verletzt worden. Die Polizei nahm einen 66-jährigen Tatverdächtigen fest, wie die Beamten in Nürnberg am Montag mitteilten. Demnach ereignete sich der tödliche Streit zwischen beiden Männern am Mittag im Stadtteil Bruck. Beide Männer kannten sich nach ersten Erkenntnissen.

Textgröße ändern: