Deutsche Tageszeitung - Anklage gegen mutmaßliche Betreiber von riesigem Darknet-Drogenmarktplatz erhoben

Anklage gegen mutmaßliche Betreiber von riesigem Darknet-Drogenmarktplatz erhoben


Anklage gegen mutmaßliche Betreiber von riesigem Darknet-Drogenmarktplatz erhoben
Anklage gegen mutmaßliche Betreiber von riesigem Darknet-Drogenmarktplatz erhoben / Foto: ©

Weil sie einen der größten illegalen Marktplätze im Darknet betrieben haben sollen, hat die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen zwei mutmaßliche Cyberkriminelle erhoben. Das Ehepaar aus Australien soll mit bislang nicht identifizierten Mittätern den Handelsplatz namens DarkMarket betrieben haben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Dort seien illegale Drogen, Falschgeld, gestohlene Kreditkarten oder Schadsoftware verkauft worden. Dem Ehepaar wird Beihilfe zu Drogengeschäften in mehr als hunderttausend Fällen vorgeworfen.

Textgröße ändern:

Der Mann soll Administrator der Plattform gewesen sein. Er habe die Verkäufer für die Nutzung freigeschaltet und die Taten der Mittäter überwacht und bezahlt, hieß es. Seine Frau soll für das Design und die Schlichtung von Streits zwischen Verkäufern und Kunden zuständig gewesen sein. Die beiden sollen von den Verkäufen eine Provision behalten haben.

Das Ehepaar soll zwischen Juli 2019 und Januar 2021 insgesamt 1499 Verkäufer freigeschaltet und zu 172.562 Drogengeschäften Beihilfe geleistet haben. Sie sollen zudem am 10. Januar 2021 1023 Tabletten des Opiats Oxycodon aus Dänemark eingeführt und ein Butterflymesser mit sich geführt haben. Das Ehepaar wurde nach der Einreise aus Dänemark festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Zum Zeitpunkt der Abschaltung im Januar gehörte DarkMarket mit rund 500.000 Nutzern und mehr als 2400 Verkäufern zu den weltweit größten illegalen Marktplätzen. Insgesamt wurden mindestens 320.000 Geschäfte abgewickelt. Bezahlt wurde mit verschiedenen Kryptowährungen. Deren Wert entsprach zum Zeitpunkt der Abschaltung von DarkMarket einer Summe von mehr als 140 Millionen Euro.

Die Server des Marktplatzes wurden in der Ukraine und in Moldau beschlagnahmt. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft äußerte sich das Ehepaar bislang nicht zu den Vorwürfen. Über eine Eröffnung des Verfahrens muss das Landgericht Trier entscheiden.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Drei Festnahmen bei Durchsuchungen wegen illegaler Prostitution

Bei Durchsuchungen wegen illegaler Prostitution in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben Ermittler drei Menschen festgenommen. Sie kamen in Untersuchungshaft, wie die Bundespolizei am Flughafen Frankfurt am Main und die Staatsanwaltschaft Aachen am Dienstag mitteilten. Insgesamt wird in dem Komplex gegen zwei Männer und zwei Frauen ermittelt.

Betrüger erbeuten mehr als hunderttausend Euro von Mann aus Wiesbaden

Telefonbetrüger haben von einem Mann aus Wiesbaden mehr als hunderttausend Euro erbeutet. Der Mann fiel auf die Masche des falschen Bankmitarbeiters herein, wie die Polizei in der hessischen Landeshauptstadt am Dienstag mitteilte. Demnach rief der falsche Mitarbeiter am Donnerstag bei ihm an und gab vor, dass das Konto des Manns gehackt worden sei.

US-Ermittler durchsuchen Epstein-Ranch in New Mexico

Im Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durchsuchen US-Ermittler nun auch die ehemalige Ranch des verstorbenen Millionärs im Bundesstaat New Mexico. Wie das Justizministerium von New Mexico mitteilte, ist die am Montag (Ortszeit) gestartete Aktion Teil von im Februar eingeleiteten strafrechtlichen Ermittlungen wegen des Verdachts "illegaler Aktivitäten" auf der sogenannten Zorro-Ranch.

13 Verletzte bei Unfall zwischen Linienbus und Auto in Hamburg

Bei einem Unfall zwischen einem Linienbus und einem Auto sind in Hamburg am Dienstag 13 Menschen verletzt worden. Drei galten als schwerverletzt, wie die Feuerwehr der Hansestadt mitteilte. Insgesamt fünf Betroffene wurden in Krankenhäuser gebracht.

Textgröße ändern: