Deutsche Tageszeitung - Mindestens 25 Tote bei schweren Überschwemmungen in Zentralchina

Mindestens 25 Tote bei schweren Überschwemmungen in Zentralchina


Mindestens 25 Tote bei schweren Überschwemmungen in Zentralchina
Mindestens 25 Tote bei schweren Überschwemmungen in Zentralchina / Foto: ©

Die heftigsten Regenfälle seit sechs Jahrzehnten haben in der zentralchinesischen Provinz Henan für schwere Überschwemmungen gesorgt, bis Mittwoch wurden mindestens 25 Todesopfer gefunden. Am schlimmsten betroffen ist nach Angaben der Rettungskräfte die Provinzhauptstadt Zhengzhou. Dort kamen zwölf Menschen in einer überfluteten U-Bahn ums Leben, zehntausende Bewohner mussten vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden.

Textgröße ändern:

Präsident Xi Jinping bezeichnete die Lage als "extrem ernst". Nach tagelangem Regen hatten sich die Straßen und die U-Bahn von Zhengzhou binnen kurzer Zeit am Dienstag in reißende Flüsse verwandelt. Aufnahmen im Internet und des Staatssenders CCTV zeigten, wie U-Bahn-Passagiere mitten im abendlichen Berufsverkehr von den Wassermassen überrascht wurden, während gleichzeitig der Strom ausfiel.

In einem U-Bahnwaggon standen sie bis zur Brust im Wasser. Einige hielten sich verzweifelt an den Haltegriffen fest, andere kletterten auf die Sitze, Eltern hoben ihre Kinder in die Höhe. Örtlichen Medienberichten zufolge mussten Rettungskräfte das Dach des Zuges aufschneiden, um die Menschen in Sicherheit bringen zu können.

Hunderte konnten aus den Zügen und Tunneln gerettet werden, doch für zwölf Passagiere kam die Hilfe zu spät. Fünf weitere wurden nach Angaben der Behörden verletzt.

Andere Aufnahmen zeigten, wie Menschen auf den überschwemmten Straßen der Stadt unter dramatischen Umständen aus den Wassermassen gerettet wurden. Angehörige in anderen Städten Chinas veröffentlichten auf Weibo besorgte Bitten um Informationen, nachdem die Telefonverbindungen nach Zhengzhou zusammengebrochen waren. "Ist der zweite Stock gefährdet? Meine Eltern leben dort, aber ich kann sie nicht erreichen", schrieb eine Nutzerin.

Die Behörden riefen für die Provinz Henan die höchste Alarmstufe aus. Nach Angaben der Provinzverwaltung wurden bis Mittwochmorgen fast 200.000 Bewohner von Zhengzhou in Sicherheit gebracht. 36.000 Stadtbewohner seien direkt von den Überschwemmungen betroffen.

In der nahegelegenen Stadt Gongyi löste der Regen nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua Erdrutsche aus. Häuser und Mauern stürzten ein, mindestens vier Menschen starben.

Laut CCTV waren bei einigen Stauseen bereits die Dämme brüchig. Staatschef Xi rief die führenden Vertreter von Partei und Verwaltung in der Region auf, alle Kräfte für den Katastrophenschutz zu mobilisieren.

Die Armee warnte vor massiven Schäden an einem Staudamm nahe der Millionenstadt Luoyang. In der Mauer des Staudamms von Yihetan habe sich eine rund 20 Meter lange Bresche aufgetan, der Damm könne "jederzeit brechen".

Später teilte die Armee mit, sie habe die Lage mit Hilfe von Sprengungen entschärfen können. Entlang der Flüsse verstärkten Soldaten unterdessen mit Hilfe von Sandsäcken die Deiche.

In China kommt es alljährlich zu Überschwemmungen. Nach Einschätzung von Experten führt der Klimawandel auch in China immer häufiger zu extremen Unwettern. Die Regenfälle in Zhengzhou sind nach Behördenangaben die schwersten seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 60 Jahren. Innerhalb von drei Tagen ging über der Stadt so viel Regen nieder wie normalerweise in einem ganzen Jahr.

Sowohl Zhengzhou als auch Luoyang liegen in der Nähe des Gelben Flusses, dessen Überschwemmungen in der Geschichte Chinas schon oft tödlich waren. Dass die Überschwemmungen seit Jahren immer schlimmere Folgen haben, liegt nach Angaben von Experten aber auch an den vielen Dämmen und Deichen, die in China gebaut wurden. Diese zwängen Flüsse in enge Läufe und verhinderten, dass das Hochwasser in natürliche Rückhalteräume abfließen kann.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Streit um angebrannte Pizza eskaliert: Polizeieinsatz an Imbiss in Malchin

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Streit um eine angebrannte Pizza zwischen Imbissmitarbeitern zu einem handfesten Konflikt mit anschließendem Polizeieinsatz eskaliert. Nach Angaben der Polizei schlug einer der beiden Männer im Alter von 24 und 28 Jahren dabei mit einem Standaschenbecher auf seinen Kontrahenten ein, der wiederum seine Fäuste einsetzte. Der Zwischenfall ereignete sich am Samstagabend in Malchin.

Nach zehn Monaten im Amt: Leo XIV. bezieht Papst-Gemächer im Vatikan

Zehn Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche hat Leo XIV. am Samstag die Papst-Gemächer im Vatikan bezogen. Der 70-Jährige ziehe zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten im Apostolischen Palast, erklärte der Vatikan. Diese umfassen demnach unter anderem Schlafzimmer, eine Kapelle, eine Bibliothek, ein Büro, ein Esszimmer und einen Raum, von dem aus der Pontifex jeden Sonntag das Angelus-Gebet durch ein Fenster mit Blick auf den Petersplatz spricht.

Verwechslung mit Schussswaffe: Akkuschrauber löst Polizeieinsatz in Hildesheim aus

Reparaturarbeiten mit einem Akkuschrauber in einem Parkhaus haben in Hildesheim einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Ein Passant hielt das Werkzeug für eine Schusswaffe und wählte am Samstag den Notruf, wie die Polizei in der niedersächsischen Stadt am Sonntag mitteilte. Zahlreiche Polizisten und Bundespolizisten umstellten und durchsuchten das Gebäude aufgrund der Meldung. Im Inneren stießen sie auf zwei Menschen.

Philosoph Jürgen Habermas gestorben

Der Philosoph Jürgen Habermas ist tot. Der weltbekannte Intellektuelle starb am Samstag im Alter von 96 Jahren in Starnberg, wie eine Sprecherin des Suhrkamp-Verlags der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sie berief sich auf Angaben von Habermas' Familie. Habermas galt als wichtigster deutscher Philosoph der Gegenwart und genoss internationale Anerkennung.

Textgröße ändern: