Deutsche Tageszeitung - Mathildenhöhe und drei deutsche Kurstädte gehören neu zum Unesco-Welterbe

Mathildenhöhe und drei deutsche Kurstädte gehören neu zum Unesco-Welterbe


Mathildenhöhe und drei deutsche Kurstädte gehören neu zum Unesco-Welterbe
Mathildenhöhe und drei deutsche Kurstädte gehören neu zum Unesco-Welterbe / Foto: ©

Das in Deutschland beheimatete Welterbe wird umfangreicher: Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt sowie die Kurstädte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen wurden am Samstag in das Unesco-Welterbe aufgenommen. Dies teilte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit.

Textgröße ändern:

Die Entscheidungen fielen bei einer virtuellen Sitzung des Welterbekomitees. Dabei wurden insgesamt elf europäische Städte des Projekts "Bedeutende Kurstädte Europas" in die Welterbeliste aufgenommen. Die Städte befinden sich in sieben Ländern - neben Deutschland in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Tschechien.

"Ich freue mich sehr über den Erfolg der elf europäischen Kurstädte, der dank enger internationaler Zusammenarbeit ermöglicht wurde", erklärte Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt.

Kurorte rund um Heilquellen haben in Europa eine lange Tradition - ihre Hochzeit erlebte die Bäderkultur zwischen 1700 und den 1930er Jahren. Zu den anderen aufgenommenen europäischen Bädern zählen unter anderem Vichy in Frankreich, Montecatini in Italien sowie drei Stätten in Tschechien.

Nur kurz nach den Kurstädten wurde bei der Sitzung des Welterbekomitees dann auch die 1899 als Künstlerkolonie gegründete Mathildenhöhe aufgenommen. Von ihr seien zahlreiche Impulse für Architektur, Kunst und Design ausgegangen, die die Moderne prägen sollten.

"Die Mathildenhöhe ist ein weltweit herausragendes Beispiel visionärer Gestaltungskunst", erklärte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. "Künstlerinnen und Architekten haben hier an der Nahtstelle von Jugendstil und Neuem Bauen Pionierarbeit geleistet". Laut Müntefering steht die Mathildenhöhe "für den Aufbruch von Architektur und Design in eine neue Zeit. Von ihren Ideen profitieren wir noch heute".

Deutschland hat damit nun 48 Welterbestätten. Das Unesco-Welterbekomitee tagt noch bis zum 31. Juli online. Weltweit stehen auf der Liste des Unesco-Welterbes mehr als 1100 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Korruptionsverdacht: Früherer armenischer Präsident Kotscharjan festgenommen

In Armenien ist der frühere Präsident Robert Kotscharjan am Dienstag wegen Vorwürfen der Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder festgenommen worden. Der Ex-Staatschef und heutige Oppositionsführer sowie mehrere seiner Vertrauten würden verdächtigt, Ämter missbraucht zu haben, um sich "öffentliches Eigentum anzueignen" sowie "Vermögenswerte weit unterhalb des Marktpreises" zu erwerben, erklärte die armenische Anti-Korruptions-Behörde.

Per Notruf aus fahrendem Auto: Achtjährige stoppt Trunkenheitsfahrt ihrer Mutter

Eine Achtjährige hat bei Diepholz in Niedersachsen eine gefährliche Trunkenheitsfahrt ihrer Mutter gestoppt - per Notruf aus dem fahrenden Auto. Das verängstigte Kind setzte diesen per Freisprechanlage ab, wie die örtliche Polizei am Dienstag berichtete. Es habe in dem Notruf "aufgelöst" geschildert, wie die betrunkene Mutter Schlangenlinie fahre und auf die Gegenfahrbahn gerate. Polizisten lokalisierten den Wagen und stoppten ihn umgehend.

Merz bekennt sich vor Kabinettsklausur zu Kampf gegen Klimawandel

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich vor Beginn der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg zur Notwendigkeit des Kampfes gegen die Erderwärmung bekannt. "Wir müssen den Klimawandel weiter eindämmen und zugleich unser Land besser an die Folgen des Klimawandels anpassen", sagte Merz in seinem Auftaktstatement am Dienstag. Darüber solle am Mittwoch im Kabinett beraten werden.

Menschenrechtsgericht fordert Freilassung des in der Türkei inhaftierten Kulturförderers Kavala

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Türkei zur Freilassung des inhaftierten Kulturförderers Osman Kavala aufgefordert. Die Verurteilungen Kavalas in seiner Heimat hätten vor allem das Ziel verfolgt, ihn "für seine Rolle bei den Gezi-Protesten zu bestrafen und ihn als Menschenrechtsverteidiger zum Schweigen zu bringen", erklärte der Vorsitzende Richter Mattias Guyomar am Montag in Straßburg.

Textgröße ändern: