Deutsche Tageszeitung - Bundesregierung: Verbreitung von Falschmeldungen im Flutgebiet "niederträchtig"

Bundesregierung: Verbreitung von Falschmeldungen im Flutgebiet "niederträchtig"


Bundesregierung: Verbreitung von Falschmeldungen im Flutgebiet "niederträchtig"
Bundesregierung: Verbreitung von Falschmeldungen im Flutgebiet "niederträchtig" / Foto: ©

Die Bundesregierung hat mit scharfen Worten die Verbreitung von Falschmeldungen und Desinformation in den Hochwassergebieten verurteilt. Dies verstärke die "angespannte Situation" und die "Verunsicherung der betroffenen Menschen", sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. "Das halten wir für besonders niederträchtig und verwerflich und das verurteilen wir auf das Schärfste."

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung habe "mit großer Besorgnis und auch Erschütterung" festgestellt, "dass es Menschen gibt, die diese Extremsituation nach einer solchen Hochwasserkatastrophe gezielt ausnutzen, indem sie Falschmeldungen und Desinformation verbreiten", sagte Demmer. "Sie untergraben mit ihrem Handeln auch das Vertrauen in die vielen freiwilligen Helfer, die gemeinschaftliche Bewältigung der Lage und staatliches Handeln."

Demmer sprach von einer "Vielzahl von Gerüchten", die sehr breit und gezielt gestreut worden seien. Zur Urheberschaft sagte sie, die Falschinformationen gingen unter anderem auf Menschen zurück, "die der Querdenker-Szene zugerechnet werden können". Eine Ausnutzung der Katastrophenlage "durch extreme Kräfte" werde nicht toleriert.

Demmer zog eine Parallele zur Corona-Pandemie: Bereit in diesem Zusammenhang sei zu beobachten gewesen, "wie Selbstverwalter, Reichsbürger, Verschwörungsanhänger oder Rechtsextremisten versuchen, unsere Gesellschaft unter dem Deckmantel der Demonstrations- und Meinungsfreiheit und der legitimen Kritik an staatlichen Maßnahmen zu spalten".

Auch die vom Technischen Hilfswerk (THW) berichteten Attacken auf Hilfskräfte im Katastrophengebiet verurteilte Demmer: "Wir tolerieren keine solchen Angriffe auf Helferinnen und Helfer."

THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner hatte in den vergangenen Tagen berichtet, dass Hilfskräfte unter anderem beschimpft und mit Müll beworfen worden seien. Außerdem seien Menschen mit Kleintransportern im Katastrophengebiet vorgefahren und hätten Falschinformationen gestreut.

Das Bundesinnenministerium warnte bereits in der vergangenen Woche, aus der "Querdenken"-Szene heraus werde behauptet, es gebe nicht genügend Einsatzkräfte vor Ort oder die Hilfe werde schlecht koordiniert. Meist seien diese Behauptungen mit Aufrufen zur Hilfeleistung und finanziellen Unterstützung verbunden.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Frankreich: Prozess gegen Dschihadisten wegen Völkermords an Jesiden

In Paris beginnt am Montag ein Prozess wegen der mutmaßlichen Beteiligung am Völkermord gegen die Volksgruppe der Jesiden in Syrien. Angeklagt ist ein Franzose, der sich radikalisiert und in Syrien mehreren Dschihadistenmilizen angeschlossen hatte. Ihm wird der Prozess in Abwesenheit gemacht - es wird angenommen, dass er tot ist.

Berufungsprozess gegen Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy beginnt

Der in zahlreiche Justizaffären verwickelte französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy steht von Montag an erneut vor Gericht. Dabei geht es in einem Berufungsverfahren um Wahlkampfgelder aus Libyen. In erster Instanz war Sarkozy wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Streit um angebrannte Pizza eskaliert: Polizeieinsatz an Imbiss in Malchin

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Streit um eine angebrannte Pizza zwischen Imbissmitarbeitern zu einem handfesten Konflikt mit anschließendem Polizeieinsatz eskaliert. Nach Angaben der Polizei schlug einer der beiden Männer im Alter von 24 und 28 Jahren dabei mit einem Standaschenbecher auf seinen Kontrahenten ein, der wiederum seine Fäuste einsetzte. Der Zwischenfall ereignete sich am Samstagabend in Malchin.

Nach zehn Monaten im Amt: Leo XIV. bezieht Papst-Gemächer im Vatikan

Zehn Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche hat Leo XIV. am Samstag die Papst-Gemächer im Vatikan bezogen. Der 70-Jährige ziehe zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten im Apostolischen Palast, erklärte der Vatikan. Diese umfassen demnach unter anderem Schlafzimmer, eine Kapelle, eine Bibliothek, ein Büro, ein Esszimmer und einen Raum, von dem aus der Pontifex jeden Sonntag das Angelus-Gebet durch ein Fenster mit Blick auf den Petersplatz spricht.

Textgröße ändern: