Deutsche Tageszeitung - Großbritannien will härter gegen Hundediebstahl vorgehen

Großbritannien will härter gegen Hundediebstahl vorgehen


Großbritannien will härter gegen Hundediebstahl vorgehen
Großbritannien will härter gegen Hundediebstahl vorgehen / Foto: ©

Die britische Regierung will härter gegen den Diebstahl von Hunden vorgehen. Ein Gesetzentwurf "wird das Wohlergehen der Tiere und die Tatsache berücksichtigen, dass Haustiere als mehr als Eigentum betrachtet werden", erklärt das Umweltministerium in London am Freitag. Demnach soll das Entführen von Haustieren künftig ein eigener Straftatbestand sein.

Textgröße ändern:

Während der Corona-Pandemie hatten Hundediebstähle in Großbritannien massiv zugenommen. Bislang gilt ein gestohlenes Tier laut Gesetz jedoch zunächst als verlorener Gegenstand. Kann der Diebstahl eines Hundes nachgewiesen werden, drohen häufig lediglich Geldbußen in Höhe von 200 bis 250 Pfund.

Die Einführung des neuen Straftatbestands gehört zu den Empfehlungen einer Taskforce, die im Mai ins Leben gerufen wurde, um gegen den gemeldeten Anstieg der Diebstähle von Hunden und anderen Haustieren vorzugehen. "Haustierbesitzer sollten nicht in Angst leben müssen, und ich freue mich, dass dieser Bericht das einzigartige Leid anerkennt, das durch dieses Verbrechen verursacht wird", erklärte Umweltminister George Eustice.

Die Briten sind schon lange als Hundeliebhaber bekannt, doch mit der Pandemie ist die Nachfrage nach vierbeinigen Begleitern rasant gestiegen - und damit auch die Preise besonders für Welpen. Bei manchen Hunderassen beträgt der Preisanstieg nach britischen Behördenangaben knapp 90 Prozent. Dies weckte auch das Interesse von zwielichtigen Züchtern und Kriminellen. Der Polizei wurden im vergangenen Jahr rund 2000 Hundediebstähle angezeigt.

Tierschützer hatten deshalb härtere Strafen gefordert. Der Geschäftsführer der Wohltätigkeitsorganisation RSPCA, Chris Sherwood, begrüßte die Ankündigung des Umweltministeriums. Sie erkenne die "Ernsthaftigkeit" von Haustierdiebstählen und das "völlige Chaos", das sie verursachen können, an. "Wir hoffen, dass dies die Gerichte ermutigen wird, viel härtere Strafen für Haustierdiebe zu verhängen."

Medienberichten zufolge könnten die Pläne in einen Gesetzesentwurf über Polizeiarbeit und Kriminalität einfließen, der derzeit im Parlament beraten wird.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Gericht: Internetanbieter muss Pornoseiten vorerst nicht in Deutschland sperren

Ein großer Internetanbieter muss zwei Pornografieplattformen eines Anbieters aus Zypern laut einer Gerichtsentscheidung vorerst nicht für Nutzer in Deutschland sperren. Die nordrhein-westfälische Landesanstalt für Medien dürfe dem Internetanbieter die Sperrung der Plattformen vorläufig nicht auferlegen, teilte das Oberverwaltungsgericht in Münster am Freitag mit. Damit bestätigte das Gericht vorläufig mit zwei Eilbeschlüssen eine vorangegangene Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf.

UNO: Geplanter Livestream von Hinrichtung in den USA ist Form von "Folter"

Die Vereinten Nationen haben den angekündigten Livestream der Hinrichtung eines verurteilten Attentäters als eine Form von "Folter" verurteilt. "Die Live-Übertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen", erklärte das Büro des UN-Beauftragten für Menschenrechte, Volker Türk, am Freitag in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP.

Nach Kunstskandal: BGH prüft Herausgabe von gefälschtem Bild an Fälscher

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt am Freitag (09.00 Uhr) über einen der großen Kunstskandale der vergangenen Jahre. Der Fälscher selbst will ein Bild zurück, das er einst als angebliches Original verkaufte. Ein Auktionshaus versteigerte es 2006 für fast 2,9 Millionen Euro als "Rotes Bild mit Pferden" des Malers Heinrich Campendonk von 1914. (Az. V ZR 242/24)

USA wollen Hinrichtung von Attentäter durch Erschießungskommando live übertragen

Die USA wollen die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Amokläufers Nidal Hasan live übertragen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Videointerview, Hasan bekomme "ein Erschießungskommando mit Soldaten (...), und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist". Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte auf Anfrage, die Hinrichtung am 3. Dezember solle "live übertragen" werden.

Textgröße ändern: