Deutsche Tageszeitung - Niederländischer Junge setzt Corona-Impfung gegen Willen seines Vaters durch

Niederländischer Junge setzt Corona-Impfung gegen Willen seines Vaters durch


Niederländischer Junge setzt Corona-Impfung gegen Willen seines Vaters durch
Niederländischer Junge setzt Corona-Impfung gegen Willen seines Vaters durch / Foto: ©

Ein niederländischer Junge hat vor Gericht sein Recht auf eine Corona-Impfung durchgesetzt. Der Zwölfjährige aus Groningen, dessen Vater eine Impfung ablehnte, wollte sich aus Sorge um seine kranke Großmutter impfen lassen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil hervorgeht.

Textgröße ändern:

In den Niederlanden können sich Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren impfen lassen. Dafür benötigen sie aber die Zustimmung beider Elternteile. In dem nun verhandelten Fall sind die Eltern geschieden. Die Mutter des Jungen stimmte einer Impfung zu, während der Vater dies ablehnte. Laut den Gerichtsakten warnte er vor langfristigen Gesundheitsrisiken durch die Corona-Impfstoffe, da sich diese "noch in der Testphase" befänden.

Richter Bart Tromp entschied trotz der Bedenken des Vaters zugunsten des Jungen. Dieser solle "in Kürze" geimpft wird, da seine Interessen wichtiger seien als ein möglicher Einspruch der Anwälte seines Vaters.

"Der Junge wollte geimpft werden, weil er sich nicht anstecken wollte und das Risiko, andere anzustecken, begrenzen wollte", hieß es in den Gerichtsunterlagen. Insbesondere sorge er sich um seine Großmutter, die an Lungenkrebs erkrankt sei: "Er hat Angst, dass er seine Oma anstecken könnte und ist überzeugt, dass dies lebensbedrohlich wäre."

Impfskepsis ist in den Niederlanden ein wachsendes Thema. Für das Wochenende werden Proteste gegen die Einführung eines Covid-Passes erwartet, der künftig für den Zugang zu Restaurants und Bars erforderlich ist.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

"Lebensbedrohlicher" Sturm: Hurrikan "Isaias" in Florida auf Land getroffen

Der Hurrikan "Isaias" ist im Nordwesten des US-Bundesstaates Florida auf Land getroffen und hat heftige Regenfälle und Stromausfälle mit sich gebracht. Der Wirbelsturm sei am Freitag (Ortszeit) nahe der Küstenstadt Destin auf Land getroffen, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC). Es handele sich um einen "lebensbedrohlichen Sturm", der auch weiter im Landesinnern Sturzfluten verursachen könne. Für mehrere Küstenorte galten Evaukierungsanordnungen.

Drei Männer wegen Mordes an drei Surf-Touristen in Mexiko schuldig gesprochen

Zweieinhalb Jahre nach der Ermordung von drei Surf-Touristen aus den USA und Australien sind in Mexiko drei Männer schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Ensenada erklärte am Freitag (Ortszeit), die Angeklagten hätten die Gewalttat arglistig und mit Vorsatz begangen. Das Strafmaß gegen sie soll kommenden Freitag verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft hatte 210 Jahre Haft gefordert, auch wenn die Höchststrafe in dem betreffenden Bundesstaat Baja California bei 60 Jahren liegt.

Schweres Erdbeben in Panama: Staatschef spricht von "großer Katastrophe"

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat in Panama schwere Schäden verursacht. Staatschef José Raúl Mulino sprach am Freitag (Ortszeit) von einer "großen Katastrophe", durch die ganze Straßenzüge eingestürzt seien. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. Das Beben hatte sich in geringer Tiefe in der zentralen Provinz Herrera ereignet und auch die Menschen in der rund 200 Kilometer entfernten Hauptstadt Panama-Stadt in Panik versetzt.

Panamas Staatschef: Erdbeben ist eine "große Katastrophe"

Nach dem schweren Erdbeben in Panama hat der Präsident des mittelamerikanischen Landes, José Raúl Mulino, von einer "großen Katastrophe" gesprochen. "Die Katastrophe, mit der wir uns konfrontiert sehen, ist groß", sagte der Staatschef am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten. Nach dem Beben der Stärke 7,7 gebe es Straßen, die "komplett eingestürzt" seien. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet.

Textgröße ändern: