Deutsche Tageszeitung - Met präsentiert zur Wiedereröffnung erstmals Oper eines schwarzen Komponisten

Met präsentiert zur Wiedereröffnung erstmals Oper eines schwarzen Komponisten


Met präsentiert zur Wiedereröffnung erstmals Oper eines schwarzen Komponisten
Met präsentiert zur Wiedereröffnung erstmals Oper eines schwarzen Komponisten / Foto: ©

Nach 18-monatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie ist die New Yorker Metropolitan Oper am Montagabend (Ortszeit) mit einer ungewöhnlichen Premiere wiedereröffnet worden: Erstmals in der 138-jährigen Geschichte des berühmten Opernhauses wurde mit "Fire Shut Up In My Bones" die Oper eines afroamerikanischen Komponisten aufgeführt. Der 59-jährige Jazz-Trompeter Terence Blanchard ist für seine Filmmusik für Spike Lee und Zusammenarbeit mit Musik-Größen wie Herbie Hancock, Dr. John und Stevie Wonder bekannt.

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"Fire Shut Up In My Bones" beruht auf den Memoiren des "New York Times"-Kolumnisten Charles Blow und seinem Heranwachsen als junger Schwarzer zwischen Rassismus, Missbrauch und tiefer innerer Wut im tiefen Süden der USA. Ihre Uraufführung war in Saint Louis (Missouri).

Als die Met das Projekt für Blanchards Oper im Jahr 2019 ankündigte, war zunächst unklar, wann Premiere sein würde. Neue Dringlichkeit erhielt das Vorhaben durch die Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter. Blanchard sagte, die Aufführung sei ein Erfolg, der über ihn hinausgehe. Die Oper erzähle davon, "was in unserem Land geschieht und was in der Welt der Kunst geschieht".

"Fire Shut Up In My Bones" wurde gleichzeitig unter freiem Himmel auf einer Großbildleinwand in einem Park von Harlem übertragen. Im Gegensatz zur Met war der Eintritt frei. Zuschauerin Linda Talton genoss die Aufführung, fand es aber "traurig", dass es sich um eine ’Premiere’ der Met handelte: "Es gibt so viele schwarze Komponisten, die dies wahrscheinlich schon vor 50 oder 75 Jahren hätten schaffen können", sagte die 54-jährige Bildungsberaterin. "Das ist eben Amerika."

Der Wiedereröffnung der 3.800 Plätze fassenden Met im Lincoln Center ging ein monatelanger hitziger Arbeitskampf voraus - ein Streit, der die Eröffnungsvorstellung zu gefährden drohte. Erst Ende August einigte sich das Orchester mit der Geschäftsleitung auf eine Vereinbarung, die Berichten zufolge Gehaltskürzungen für die Musiker vorsah, aber auch die Zusage, einen Teil der Gehälter wieder zu erhöhen, sobald die Einnahmen an der Abendkasse 90 Prozent des Niveaus vor der Pandemie erreichen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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