Deutsche Tageszeitung - Neue Zusammenstöße in Gefängnis in Ecuador

Neue Zusammenstöße in Gefängnis in Ecuador


Neue Zusammenstöße in Gefängnis in Ecuador
Neue Zusammenstöße in Gefängnis in Ecuador / Foto: ©

Nach blutigen Kämpfen in einer Haftanstalt in Ecuador mit mehr als hundert Toten hat es in dem Gefängnis in der Hafenstadt Guayaquil neue Zusammenstöße gegeben. Dabei wurden am Samstag (Ortszeit) vier Menschen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Eliteeinheiten der Polizei rückten mit Unterstützung von Soldaten und einem Panzer der Armee an, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

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Es habe eine Schießerei unter den Häftlingen gegeben, sagte Polizeichefin Tannya Varela. Auch Polizisten seien angeschossen worden. Insgesamt habe es bei den erneuten Auseinandersetzungen am Samstag vier Verletzte gegeben.

Erst Tage zuvor waren bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden in dem Gefängnis in Guayaquil im Süden des Landes 118 Häftlinge getötet worden. Sechs der Opfer wurden enthauptet. Die Häftlinge waren mit Waffen und Granaten bewaffnet. Nach Angaben der Gefängnisverwaltung wurden 86 Menschen verletzt, sechs davon schwer.

Als Reaktion auf die Gewalt entsendete die Regierung tausende Polizisten und Soldaten in die Gefängnisse des Landes. 3600 Mitglieder von Polizei und Armee sollten in den Haftanstalten für Sicherheit sorgen.

Den Beamten gelang es nach Polizeiangaben am Samstag, die erneuten Zusammenstöße in dem Gefängnis in Guayaquil zu beenden und die Haftanstalt unter ihre Kontrolle zu bringen. Zwei Gewehre, drei Pistolen, Munition und Handys wurden sichergestellt.

In einem benachbarten Gefängnis kletterten Insassen am Samstag auf das Dach und schwenkten weiße Stoffe. Sie hielten Schilder hoch, auf denen stand: "Wir wollen Frieden" und "Das Gesetz tötet uns". Sie baten darum, nicht in andere Haftanstalten verlegt zu werden, da es bei ihnen "keine Probleme" gebe.

In den chronisch überfüllten ecuadorianischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern von Banden, die mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen. Mit seiner Lage zwischen den bedeutenden Drogenproduzenten Kolumbien und Peru ist Ecuador eine wichtige Drehscheibe für den Drogenschmuggel in die USA und nach Europa. Guayaquil im Südwesten Ecuadors ist die wichtigste Hafenstadt des Landes. Sie gilt als zentraler Umschlagplatz für den Kokain-Handel.

(A.Nikiforov--DTZ)

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