Deutsche Tageszeitung - Razzia gegen mutmaßliche internationale Geldwäschebande in mehreren Bundesländern

Razzia gegen mutmaßliche internationale Geldwäschebande in mehreren Bundesländern


Razzia gegen mutmaßliche internationale Geldwäschebande in mehreren Bundesländern
Razzia gegen mutmaßliche internationale Geldwäschebande in mehreren Bundesländern / Foto: ©

Gegen eine mutmaßliche internationale Geldwäschebande ist die Polizei mit einer Razzia in mehreren Ländern und Bundesländern vorgegangen. Am Dienstag fanden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg Durchsuchungen in Wohnungen und Gewerbeobjekten in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg statt. Gleichzeitig ging die Polizei demnach in Italien und der Schweiz gegen mutmaßliche Mitglieder des Geldwäscherings vor.

Textgröße ändern:

Die Bande soll sich durch Betrug mit Energieeffizienznachweisen, sogenannten weißen Zertifikaten, öffentliche Leistungen in Italien erschlichen und Geldwäsche betrieben haben. Mithilfe von Scheinfirmen habe die Tätergruppe in Italien zwischen 2016 und 2020 mehr als 27 Millionen Euro für vermeintliche Energieeffizienzprojekte eingestrichen.

Die Tatverdächtigen aus Deutschland sollen rund 15 Millionen Euro des in Italien erschlichenen Gelds gewaschen haben. Nach Abzug einer Provision in Höhe von zehn Prozent hätten sie die Gelder wieder an die italienische Gruppierung meist in bar zurückgezahlt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richtet sich das Verfahren gegen 22 Beschuldigte im Alter von 32 bis 77 Jahren. Zu den tatverdächtigen Deutschen zählen demnach unter anderem zwei Inhaber von Steuerberatungs- und Treuhandgesellschaften in NRW und Baden-Württemberg sowie ein ehemaliger Finanzbeamter aus dem Ruhrgebiet.

Fünf Menschen seien in Deutschland, Italien und der Schweiz verhaftet worden. Den Angaben zufolge wurden bei der Razzia in Deutschland Vermögensarreste in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro erlassen. Im Verfahren der Staatsanwaltschaft Turin seien zudem Vermögenswerte in Höhe von 41 Millionen Euro beschlagnahmt worden.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Frankreich: 440 Festnahmen und 31 Verletzte bei Schülerprotesten

Bei den teils gewaltsamen Schülerprotesten in Frankreich sind am Dienstag nach Angaben der Regierung 440 Menschen festgenommen worden, überwiegend Minderjährige. Das Bildungsministerium meldete zugleich 31 Verletzte unter Schülern und Beschäftigten. Mindestens zehn Beschäftigte des Bildungswesens seien verletzt worden, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray.

Proteste gegen Sparpläne und Missstände an Schulen erschüttern Frankreich

Wenige Tage vor der geplanten Vorstellung des Haushaltsplans mit milliardenschweren Einsparungen haben in Frankreich tausende Menschen für höhere Löhne im öffentlichen Dienst demonstriert. Der Gewerkschaftsbund gab die Zahl der landesweit Protestierenden am Dienstag mit mehr als 300.000 an; die Regierung ging von rund 200.000 Teilnehmern aus. Unabhängig davon erschütterten teils gewaltsame Schülerproteste das Land, bei denen Schulen blockiert und Polizisten attackiert wurden.

AfD muss Bundesgeschäftsstelle räumen - noch keine neuen Räume

Die AfD muss ihre Bundesgeschäftsstelle in Berlin räumen - hat aber noch kein neues Büro. Ein Großteil der aktuellen Räume muss nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr bis Mittwoch geräumt werden, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Eine neue Immobilie sei aber noch nicht gefunden. Mitarbeitende müssten deshalb von zuhause aus arbeiten.

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Textgröße ändern: