Deutsche Tageszeitung - Verhandlung im Rechtsstreit zwischen Ernst August von Hannover und Sohn abgesagt

Verhandlung im Rechtsstreit zwischen Ernst August von Hannover und Sohn abgesagt


Verhandlung im Rechtsstreit zwischen Ernst August von Hannover und Sohn abgesagt
Verhandlung im Rechtsstreit zwischen Ernst August von Hannover und Sohn abgesagt / Foto: ©

Im erbitterten Streit um das Schloss Marienburg innerhalb der Adelsfamilie der Welfen hat das Landgericht im niedersächsischen Hannover eine für diesen Donnerstag geplante mündliche Anhörung auf März kommenden Jahres verschoben. Der Grund ist nach Gerichtsangaben vom Dienstag, dass der Anwalt von Prinz Ernst August von Hannover sein Mandat "kurzfristig" niederlegte und der Nachfolger eine Terminsverlegung beantragte.

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Zwischen Ernst August von Hannover und seinem Sohn Erbprinz Ernst August von Hannover tobt ein heftiger Konflikt um den Umgang mit angestammtem Immobilienerbe der Adelsfamilie. Ernst August übertrug deren Sommersitz Schloss Marienburg sowie weitere Besitztümer im Rahmen einer Schenkung ursprünglich frühzeitig auf seinen Sohn. Als dieser das Familienerbe in öffentliche Hand überführen wollte, kam es allerdings zum Bruch.

Ernst August von Hannover verlangte einen Widerruf der Schenkung wegen "groben Undanks" und warf seinen Sohn auch öffentlich vor, sich bereichern zu wollen. Dieser wies die Vorwürfe vehement zurück. Letztlich verklagte Ernst August von Hannover seinen Sohn in einem Zivilverfahren vor dem Landgericht in Hannover. Die Kontrahenten sollten dort ursprünglich am Donnerstag bei einer mündlichen Verhandlung aufeinandertreffen, zu der die zuständige Kammer ein persönliches Erscheinen angeordnet hatte.

Als neuen Termin setzte das Gericht nun den 24. März 2022 fest. Dem Antrag des neuen Prozessbevollmächtigten von Prinz Ernst August von Hannover sei entsprochen worden, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts. Die rechtlichen Voraussetzungen seien erfüllt.

Die Marienburg ist die historische Sommerresidenz der Welfen, die sich selbst als das älteste Fürstengeschlecht Europas bezeichnen und die im 18. sowie 19. Jahrhundert unter anderem auch das Königreich Großbritannien regierten. Das von 1858 bis 1867 im neugotischen Stil errichtete Schloss liegt in der Nähe von Hannover und ist mitsamt seiner Inneneinrichtung in nahezu authentischer Form erhalten. Es ist inzwischen ein Ausflugsziel.

Ernst August junior möchte die nach seinen Angaben in schlechtem Zustand übergebene sowie im Unterhalt außerdem teure Marienburg dauerhaft sichern und zusammen mit dem weiteren historisch wertvollem Besitz der Familien der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ursprünglich wollte er das Schloss für den symbolischen Preis von einem Euro daher an das Land Niedersachsen verkaufen.

Dies wurde aber 2019 nach den von seinem Vater angestrengten rechtlichen Schritten abgesagt. Stattdessen überführte der Sohn die Marienburg in eine gemeinnützige Stiftung, nachdem Bund und Land die Finanzierung der Instandhaltung gesichert hatten. Die Burg soll laut Stiftung nun bis 2030 saniert und mitsamt ihrem Inventar unter wissenschaftlicher Leitung als Museum dienen. Die von seinem Vater erhobenen Vorwürfe wies der Erbprinz zurück. Er habe das Familienvermögen mit hohem Einsatz stets treu verwaltet.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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