Deutsche Tageszeitung - Teilgeständnis in Prozess um mutmaßlichen Doppelmord aus Eifersucht in Nürnberg

Teilgeständnis in Prozess um mutmaßlichen Doppelmord aus Eifersucht in Nürnberg


Teilgeständnis in Prozess um mutmaßlichen Doppelmord aus Eifersucht in Nürnberg
Teilgeständnis in Prozess um mutmaßlichen Doppelmord aus Eifersucht in Nürnberg / Foto: ©

Mit einem Teilgeständnis hat am Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess um einen mutmaßlichen Doppelmord aus krankhafter Eifersucht begonnen. Der 67 Jahre alte Angeklagte gestand nach Angaben eines Gerichtssprechers die tödlichen Schüsse auf seine getrennte Ehefrau und einen Bekannten. Er bestritt aber das Tatmotiv Eifersucht. Nach seiner Darstellung sei ein Streit um Geld eskaliert, die Schüsse seien nicht geplant gewesen, sagte der Sprecher.

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In dem bis Januar dauernden Prozess könnte die Frage des Tatmotivs für das Strafmaß entscheidend werden. Das Tatmotiv Eifersucht würde das Mordmerkal der Heimtücke erfüllen, womit der Angeklagte im Fall einer Verurteilung lebenslang ins Gefängnis müsste. Im Fall eines eskalierten Streits käme hingegen auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Frage - die Strafe dafür wäre geringer.

Laut Staatsanwaltschaft hatten sich der Angeklagte und seine Frau nach gut 20-jähriger Ehe getrennt. Sie unterhielten demnach aber weiter Kontakt, der Mann arbeitete im Taxiunternehmen seiner Frau. Er habe auch auf eine Rückkehr seiner Frau gehofft. Gleichzeitig vermutete er aber eine Beziehung seiner Frau zu dem Bekannten, der ebenfalls Taxiunternehmer war.

Aus einem traditionalistischen Werteverständnis heraus habe sich der Angeklagte dann zu dem Mord entschieden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Damit habe er für sich und die gemeinsamen zwei Söhne aus der Ehe die Familienehre wieder herstellen wollen. Für den Tattag am 21. November 2020 habe er sich dazu mit einer Pistole und einem Messer bewaffnet.

Wie die Staatsanwaltschaft ermittelte, ließ sich der Angeklagte von seinem Bekannten zum Haus seiner Frau fahren. Dort sei es vor dem Haus zum Streit gekommen. Als seine Frau sich abwandte und wieder ins Haus gehen wollte, habe der 67-Jährige ihr von hinten in den Kopf geschossen.

Danach habe er seinen in seinem Taxi sitzenden Bekannten erschossen. Anschließend sei er zu seiner auf dem Boden liegenden Frau gegangen, die zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Vor den Augen eines der beiden Söhne habe er sie dann mit weiteren Schüssen getötet.

Dem Gerichtssprecher zufolge gab der Mann in seiner von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung an, in dem Streit sei es tatsächlich um Geld gegangen. Er hatte demnach den Eindruck, dass sein Bekannter seine Frau hinterging. Als seine Frau aber in dem Streit darüber ihm in den Rücken gefallen sein, habe er auf sie geschossen und dann auf den Bekannten, sagte der Gerichtssprecher.

Nach dieser Erklärung begann das Gericht mit Zeugenvernehmungen. Der Sohn des Ehepaars, der Augenzeuge wurde, verweigerte die Aussage. Ein zufällig vorbeikommender Nachbar habe als Zeuge die tödlichen Schüsse auf die Frau schildern können.

(W.Budayev--DTZ)

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