Deutsche Tageszeitung - Prozessbeginn nach verheerendem Brand in brasilianischer Disco mit 242 Toten

Prozessbeginn nach verheerendem Brand in brasilianischer Disco mit 242 Toten


Prozessbeginn nach verheerendem Brand in brasilianischer Disco mit 242 Toten
Prozessbeginn nach verheerendem Brand in brasilianischer Disco mit 242 Toten / Foto: ©

Knapp neun Jahre nach einem verheerenden Brand in einer brasilianischen Diskothek mit 242 Todesopfern hat am Mittwoch in Porto Alegre der Prozess gegen vier mutmaßliche Verantwortliche begonnen. Die beiden Besitzer der Diskothek "Kiss" und zwei Musiker müssen sich nach Angaben des Gerichts des Totschlags in 242 Fällen und des versuchten Totschlags in 636 weiteren Fällen verantworten.

Textgröße ändern:

Das Feuer im Januar 2013 in der südbrasilianischen Stadt Santa Maria zählt zu den tödlichsten Brandkatastrophen in der Geschichte Brasiliens. Nach Angaben der Polizei setzte illegales Feuerwerk während einer Musikshow die leicht entflammbare Deckendämmung des Clubs in Brand. Zahlreiche Gäste, die an einer Studentenparty in dem Club teilnahmen, verbrannten oder erstickten am Rauch, hunderte weitere wurden verletzt.

Der Club verfügte den Ermittlungen zufolge lediglich über einen einzigen, schlecht beschilderten Notausgang; die Feuerlöscher waren defekt. Die beiden angeklagten Bandmitglieder sollen sich zudem in Sicherheit gebracht haben, ohne die Partygäste zu alarmieren - obwohl sie das über die Musikanlage leicht hätten tun können.

Der mit Spannung erwartete Geschworenen-Prozess wird live übertragen und dürfte rund zwei Wochen dauern. Um ein faires Verfahren zu garantieren, wurde er ins 300 Kilometer entfernte Porto Alegre verlegt.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Dieselgate: Renault muss sich in Frankreich wegen Betrugs vor Gericht verantworten

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal muss sich der französische Autohersteller Renault in Frankreich wegen mutmaßlichen Betrugs vor Gericht verantworten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Vorrichtungen in seinen Dieselfahrzeugen eingebaut zu haben, die zur Umgehung von Abgasvorschriften dienten, wie die Staatsanwaltschaft am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Die erste Anhörung in dem Fall ist für April 2027 angesetzt. Renault weist die Vorwürfe zurück.

Datenschutzbeauftragte: Durch Geheimdienstreform drohen Grundrechtseinschränkungen

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Louisa Specht-Riemenschneider, sieht durch die von der Regierung geplante Geheimdienstreform massive Risiken für Bürgerrechte. "Aus meiner Sicht gibt es inakzeptable Einschränkungen der Grundrechte", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Nachrichtendienste sollten "nicht handeln und eingreifen dürfen wie eine Polizei", gab sie zu bedenken.

Magyar-Partei wählt erstmals Verfassungsrichter - Amnesty: Verfahren "wie unter Orban"

Erstmals seit der Amtsübernahme von Peter Magyar als Ministerpräsident hat das ungarische Parlament einen neuen Verfassungsrichter gewählt. Der Universitätsprofessor Pal Sonnevend erhielt am Montag 138 Ja-Stimmen in dem 199 Abgeordnete umfassenden Parlament, sechs Parlamentarier stimmten gegen ihn. Die früheren Regierungsparteien Fidesz und KDNP boykottierten die Abstimmung. Sonnevend löst Csaba Hende ab, der als Vertrauter des früheren Regierungschefs Viktor Orban galt.

Trompete von US-Armee bei Trauerfeier auf hessischem Friedhof gestohlen

Unbekannte haben auf einem Friedhof im hessischen Hanau eine Trompete der US-Armee gestohlen. Das Instrument sollte am Freitagvormittag bei einer Bestattung eines ehemaligen US-Soldaten gespielt werden, wie die Polizei am Montag in Offenbach mitteilte.

Textgröße ändern: