Deutsche Tageszeitung - Prozess um Abrechnungsbetrug mit Coronatests in Millionenhöhe in Bochum begonnen

Prozess um Abrechnungsbetrug mit Coronatests in Millionenhöhe in Bochum begonnen


Prozess um Abrechnungsbetrug mit Coronatests in Millionenhöhe in Bochum begonnen
Prozess um Abrechnungsbetrug mit Coronatests in Millionenhöhe in Bochum begonnen / Foto: ©

Wegen eines mutmaßlichen millionenschweren Abrechnungsbetrugs in Corona-Testzentren hat am Donnerstag ein Prozess vor dem Landgericht Bochum begonnen. Zum Auftakt wurden neben der Anklageschrift auch Eröffnungsplädoyers der Verteidiger verlesen, wie eine Sprecherin sagte. Verantworten muss sich ein Betreiber zahlreicher Corona-Testzentren, der ein Vielfaches der tatsächlich erbrachten Tests abgerechnet und somit einen Schaden in Höhe von 25,1 Millionen Euro verursacht haben soll. Dem zweiten Angeklagten, seinem Sohn, wirft die Anklage Beihilfe zum Betrug vor.

Textgröße ändern:

Laut Anklagevorwurf rechnete der Hauptangeklagte Oguzhan C. im März und April jeweils deutlich mehr Tests als erbracht ab. Diese soll er zudem als "ärztlicher Leistungserbringer" und damit zu einem höheren Preis abgerechnet haben. Auch Sachkosten soll er "in einer Höhe mitgeteilt haben, die ihm tatsächlich gar nicht entstanden" sein soll. Somit bereicherte er sich demnach an öffentlichen Mitteln des Bundes. Zu den Vorwürfen wolle er sich zunächst nicht äußern, sagte die Gerichtssprecherin.

Der zweite Beschuldigte Sertac C. soll - spätestens nachdem der Bund die Kosten für März ausgezahlt hatte - erkannt haben, dass die Tests nicht ordnungsgemäß abgerechnet wurden. Dem Gericht zufolge förderte er den "Geschäftsbetrieb" aber weiter und nahm damit in Kauf, dass auch die nächste Abrechnung nicht korrekt erfolgen würde. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft deshalb Beihilfe zum Betrug vor. Für das Verfahren sind zunächst 13 weitere Termine bis Mitte Februar angesetzt.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Trompete von US-Armee bei Trauerfeier auf hessischem Friedhof gestohlen

Unbekannte haben auf einem Friedhof im hessischen Hanau eine Trompete der US-Armee gestohlen. Das Instrument sollte am Freitagvormittag bei einer Bestattung eines ehemaligen US-Soldaten gespielt werden, wie die Polizei am Montag in Offenbach mitteilte.

Schleswig-Holstein: Bauarbeiter bei Erdarbeiten an Einfamilienhaus tödlich verletzt

In Schleswig-Holstein ist ein Bauarbeiter bei Erdarbeiten an einem Einfamilienhaus tödlich verletzt worden. Der 46-Jährige war am Sonntagvormittag in Leezen unter einem Treppenaufgang zu einem Hauseingang beschäftigt, als sich ein massives Stahlbetonteil löste und auf den Mann herabstürzte, wie die Polizei in Bad Segeberg und die Staatsanwaltschaft Kiel am Montag mitteilten.

Cannabisplantage in Fachwerkhaus in Nordrhein-Westfalen entdeckt - Festnahme

In einem alten Fachwerkhaus im nordrhein-westfälischen Marienmünster hat die Polizei eine Cannabisplantage mit rund 500 Pflanzen entdeckt. Ein 40-jähriger Verdächtiger versteckte sich während des Polizeieinsatzes am Freitag in Kellerräumen des mehrstöckigen Wohnhauses, wie die Polizei in Höxter und die Staatsanwaltschaft Paderborn am Montag mitteilten. Er wurde festgenommen und kam auf Anordnung eines Haftrichters in Untersuchungshaft.

Unionspolitiker fordern nach CSD-Anschlag härteren Kurs gegen Gefährder

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag beim Berliner Christopher Street Day (CSD) fordern Politiker der Union einen anderen Umgang mit Gefährdern und Islamisten. "Wir müssen darauf reagieren und zwar grundlegend", sagte am Montag Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Einstufung eines Gefährders müsse in Deutschland andere rechtliche Folgen haben als bisher. Kanzler Friedrich Merz (CDU) sieht ebenfalls Handlungsbedarf, betonte aber, für politische Konsequenzen sei es noch zu früh.

Textgröße ändern: