Deutsche Tageszeitung - Zahl freilebender Wolfsrudel in Deutschland wächst weiter

Zahl freilebender Wolfsrudel in Deutschland wächst weiter


Zahl freilebender Wolfsrudel in Deutschland wächst weiter
Zahl freilebender Wolfsrudel in Deutschland wächst weiter / Foto: ©

In Deutschland ist die Zahl der freilebenden Wölfe weiter gestiegen. Im Untersuchungszeitraum 2020/2021 zählten die Behörden in den Ländern insgesamt 157 Rudel, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn am Donnerstag bekannt gab. Das waren 26 Rudel mehr als im Vergleichszeitraum 2019/2020 mit 131 Wolfsrudeln. Mindestens 403 erwachsene Wölfe lebten in den Gebieten.

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Neben den Rudeln wurden nach Angaben des Bundesamts bundesweit 27 Wolfspaare und 19 sesshafte Einzeltiere bestätigt. Die Zahl der Wolfspaare halbierte sich damit, die Zahl der Einzeltiere lag über jenen des vorherigen Beobachtungszeitraums. Damals waren 45 Paare und neun ortstreue Einzelwölfe registriert worden.

Nach wie vor lebt der Großteil der Wölfe in einem breiten Streifen von Sachsen in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen. Weitere Wolfsterritorien wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen nachgewiesen.

Die meisten Wolfsrudel lebten im Beobachtungszeitraum zwischen Mai 2020 und April 2021 in Brandenburg (49), gefolgt von Niedersachsen (35) und Sachsen (29). Die Periode deckt sich mit einem biologischen Wolfsjahr von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres.

Insgesamt 138 Wölfe wurden in dem Untersuchungszeitraum tot aufgefunden. Davon verendeten 107 durch Verkehrsunfälle. Bei 13 Wölfen war die Todesursache natürlichen Ursprungs, neun Wölfe wurden illegal getötet. Bei fünf Wölfen war die Todesursache unklar, und vier Wölfe wurden im Rahmen von Managementmaßnahmen gezielt getötet.

Das BfN veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht zu den Wolfsvorkommen in Deutschland, der auf den von den zuständigen Behörden der Länder gemeldeten Zahlen beruht.

Der in Deutschland einst ausgerottete Wolf breitet sich seit rund 20 Jahren wieder erheblich aus, was zu Konflikten vor allem mit Nutztierhaltern führt. Das streng geschützte Tier darf nur in Ausnahmefällen mit behördlicher Genehmigung gejagt oder eingefangen werden. Seit langem gibt es deshalb politischen Streit über die Frage, ob der Schutz der Raubtiere abgeschwächt und die Bejagung erleichtert werden sollte.

(W.Uljanov--DTZ)

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