Deutsche Tageszeitung - Mindestens 13 Tote bei unerwartetem Vulkanausbruch in Indonesien

Mindestens 13 Tote bei unerwartetem Vulkanausbruch in Indonesien


Mindestens 13 Tote bei unerwartetem Vulkanausbruch in Indonesien
Mindestens 13 Tote bei unerwartetem Vulkanausbruch in Indonesien / Foto: ©

Bei einem unerwarteten Ausbruch des indonesischen Vulkans Semeru sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem erlitten etwa 60 Menschen Verletzungen, wie die nationale Katastrophenschutzbehörde am Sonntag mitteilte. Der Vulkanausbruch hüllte rund ein Dutzend Dörfer auf der Insel Java in Asche und versetzte die Menschen in Panik. Tausende ergriffen die Flucht. Hilfskräfte suchten nach möglichen weiteren Verschütteten.

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Auf Videos des Vulkanausbruchs war zu sehen, wie am Samstag eine riesige Aschewolke über dem Semeru aufstieg und die umliegenden Dörfer verdunkelte. Rote Lava floss den mit 3676 Metern höchsten Berg Javas hinab. In den Aufnahmen sind Kinder und Erwachsene zu sehen, die schreiend wegrennen. Tausende Anwohner ergriffen die Flucht.

Über mindestens elf Dörfern im Bezirk Lumajang ging dichte Asche nieder. Einsatzkräfte suchten die ganze Nacht über nach Verschütteten. Mittlerweile seien 13 Leichen gefunden worden, sagte der Sprecher der Nationalen Katastrophenschutzbehörde, Abdul Muhari, der Nachrichtenagentur AFP. Zwei von ihnen seien bislang identifiziert worden. Zu den Todesursachen machte Muhari keine Angaben.

Zehn Menschen konnten demnach gerettet werden. Dabei handelte es sich laut dem örtlichen Sender Kompas TV um Mitarbeiter einer Grube, in der Sand abgebaut wird.

Mindestens 57 Menschen wurden bei dem Vulkanausbruch verletzt. Mehr als 40 von ihnen seien mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert worden, erklärte die Katastrophenschutzbehörde.

Als die Lava erste Dörfer erreichte und eine Brücke im Bezirk Lumajang in Ost-Java zerstörte, schickten die Behörden Rettungskräfte los. "Wir richten an mehreren Orten in Lumajang Notunterkünfte ein", sagte Muhari. Dort verbrachten etwa 900 Menschen die Nacht. Präsident Joko Widodo ordnete am Sonntag schnelle Hilfe an, um Opfer zu finden und Verletzte zu behandeln.

In einem Umkreis von fünf Kilometern um den Vulkan wurde eine Sperrzone eingerichtet. In einigen Dörfern versuchten Menschen jedoch noch, Teile ihres Hab und Gut zu retten. Sie trugen Matten und Möbelstücke auf ihren Schultern fort und hielten Ziegen in ihren Armen.

Durch den Vulkanausbruch wurden Häuser zerstört, Bäume stürzten um. Rettungskräfte arbeiteten mit schwerem Gerät, um die Trümmer beiseite zu räumen und Zufahrtsstraßen wieder befahrbar zu machen. Wegen heißer Aschewolken mussten die Einsätze am Sonntag vorübergehend ausgesetzt werden, wie der indonesische Sender Metro TV berichtete.

Die Asche des Semeru wurde laut indonesischer Geologie-Behörde etwa vier Kilometer weit geweht. Das australische Vulkanasche-Warnzentrum teilte unter Berufung auf Satellitenbilder mit, mittlerweile fliege die Vulkanasche nicht mehr weiter, sondern sei rund um den Semeru niedergegangen.

Die Warnstufe für den Semeru war seit einem Ausbruch vor einem Jahr unverändert auf der zweithöchsten Stufe geblieben. Auch damals waren Dörfer mit grauer Asche bedeckt worden und tausende Menschen geflohen.

Indonesien hat rund 130 aktive Vulkane. Der südostasiatische Inselstaat liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen mehrere tektonische Platten aufeinander, so dass sich besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche ereignen. Ende 2018 war ein Vulkan in einer Meerenge zwischen den Inseln Java und Sumatra ausgebrochen und hatte einen Unterwasser-Erdrutsch und einen Tsunami ausgelöst. Dabei kamen mehr als 400 Menschen ums Leben.

(O.Tatarinov--DTZ)

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