Deutsche Tageszeitung - Unbekannter Angreifer erschießt in Moskauer Verwaltungsgebäude zwei Menschen

Unbekannter Angreifer erschießt in Moskauer Verwaltungsgebäude zwei Menschen


Unbekannter Angreifer erschießt in Moskauer Verwaltungsgebäude zwei Menschen
Unbekannter Angreifer erschießt in Moskauer Verwaltungsgebäude zwei Menschen / Foto: ©

In einem Verwaltungsgebäude in Moskau hat ein unbekannter Angreifer am Dienstag zwei Menschen erschossen. Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte über Twitter mit, es gebe zudem drei Verletzte, der Angreifer sei festgenommen worden. Der Vorfall ereignete sich demnach im Südosten der russischen Hauptstadt.

Textgröße ändern:

Die Ärzte täten alles, was in ihrer Macht stehe, um den Verletzten zu helfen, erklärte Sobjanin. Nach Behördenangaben war unter ihnen ein zehnjähriges Mädchen.

Die Behörden leiteten ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ein. Das Innenministerium teilte mit, der Angreifer sei ein 45-jähriger Einwohner von Moskau, er sei in eine Moskauer Polizeistation abgeführt worden.

Nach Angaben des Innenministeriums betrat der Angreifer das Verwaltungsgebäude und "begann auf die Bürger dort zu schießen". Danach habe er versucht sich zu verstecken, aber ein Sicherheitsbeamter habe ihn abgefangen und "neutralisiert". Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, bei dem Angreifer handle es sich um einen ehemaligen Soldaten. Zur genauen Identität des Täters und zu seiner Motivation wurden zunächst aber keine Angaben gemacht. Der Angreifer sollte psychiatrisch untersucht werden.

Dieses Jahr gab es in Russland bereits einen Schusswaffenangriff in einer Schule und einen weiteren in einer Universität. 2019 wurden bei einem Angriff in der Nähe der Zentrale des russischen Geheimdienstes FSB im Zentrum Moskaus ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte getötet und fünf weitere Menschen verletzt. Im November 2019 tötete ein Soldat auf einem Militärstützpunkt fünf Kameraden. Im selben Jahr tötete ein Rekrut bei einem ähnlichen Vorfall acht Kameraden.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit Blick auf derartige gewalttätige Vorfälle die Ansicht vertreten, sie seien ein Nebeneffekt der Globalisierung und hätten ihre Wurzeln zum Teil in den USA. Über das Internet und das Fernsehen erreichten derartige Einflüsse Russland.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Schülerproteste in Frankreich: Regierung gibt Linkspopulisten Mitschuld

Angesichts der gewaltsamen Schülerproteste hat die französische Regierung der linkpopulistische Partei LFI eine Mitschuld für die Ausschreitungen gegeben. Die Protestbewegung sei "ein organisiertes Manöver der LFI und ihrer linksextremen Verbündeten", erklärte das Amt das Premierministers unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst am Donnerstag. Bis zum Nachmittag war es in zahlreichen Städten zu teils heftigen Ausschreitungen gekommen; es gab größere Brände und auch Angriffe auf Schulpersonal und Sicherheitskräfte.

Mehr als 13 Jahre Haft wegen Mordes für Narkosearzt in Hessen

Mehr als fünf Jahre nach dem Tod eines Mädchens bei einer Zahnbehandlung hat das Landgericht Frankfurt am Main einen Narkosearzt in einem neuen Prozess zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der 69-Jährige wegen Mordes, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er elementare Hygienestandards missachtet hatte.

Nach verheerenden Waldbränden: Algeriens Unterhaus billigt Todesstrafe für Brandstifter

Wenige Wochen nach den tödlichen Waldbränden im Nordosten Algeriens hat das Parlament in Algier eine Ausweitung der Todesstrafe auf Brandstiftung beschlossen. Die Abgeordneten im Unterhaus billigten am Donnerstag eine Änderung des Strafgesetzbuchs, nach der die Todesstrafe künftig für das vorsätzliche Inbrandsetzen von Wäldern, Waldflächen sowie bepflanzten oder unbepflanzten Feldern verhängt werden kann.

Nach gescheiterter Hinrichtung: UN-Kommissar Türk fordert Gnade für Christa Pike

Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung einer Frau im US-Bundesstaat Tennessee hat UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk Gnade für Christa Pike gefordert. "Die Todesstrafe hat in keiner Gesellschaft einen Platz", erklärte Türk am Donnerstag im Onlinedienst X. Er appellierte an die Behörden, auf die Hinrichtung der zum Tode verurteilten Mörderin zu verzichten.

Textgröße ändern: