Deutsche Tageszeitung - Dreieinhalb Jahre Haft für 25-Jährigen nach tödlichem Angriff auf Fußballfan

Dreieinhalb Jahre Haft für 25-Jährigen nach tödlichem Angriff auf Fußballfan


Dreieinhalb Jahre Haft für 25-Jährigen nach tödlichem Angriff auf Fußballfan
Dreieinhalb Jahre Haft für 25-Jährigen nach tödlichem Angriff auf Fußballfan / Foto: © AFP/Archiv

Rund zehn Monate nach einem tödlichen Angriff auf einen 55-jährigen Hertha-BSC-Fan hat das Berliner Landgericht einen 25 Jahre alten Rostocker zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafkammer sprach Brandon H. am Dienstag der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. Zu der Tat war es nach einem Relegationsspiel zwischen Hertha und dem Hamburger SV am 19. Mai 2022 gekommen.

Textgröße ändern:

Den Feststellungen des Gerichts zufolge gerieten die beiden Männer an einer Kreuzung in der Nähe des Berliner Olympiastadions in Streit. Der 55-Jährige behinderte demnach kurz die Weiterfahrt des Autos, in dem H. als Beifahrer saß. Weil er sich laut Urteil von dem anfahrenden Fahrzeug bedrängt fühlte, schlug der Hertha-Fan auf die Motorhaube, zeigte zudem den Mittelfinger, lief dann jedoch weiter.

Der 25-Jährige sei "derart in Wut" geraten, dass er ausgestiegen und dem 55-Jährigen hintergeeilt sei, um ihn zur Rede zu stellen, sagte der Vorsitzende Richter Mark Sautter. Es kam zu einem kurzen Wortwechsel. Anschließend fasste der Ältere dem Mann aus Rostock fest an die Ohren. "Er wollte ihn nicht verletzten, sondern sich lediglich Luft verschaffen", sagte Sautter. H. schlug ihm daraufhin jedoch "unvermittelt kräftig" mit der Faust ins Gesicht.

Der 55-Jährige wurde sofort bewusstlos und schlug mit dem Hinterkopf auf den Asphalt auf. Er erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, an dessen Folgen er einen Monat später im Krankenhaus starb. "Ein sehr kurzes Geschehen mit tragischen Folgen", fasste der Richter die Tat zusammen.

Die Forderung von H.s Verteidigers nach einem Freispruch wegen Notwehr wies er jedoch zurück. Auch wenn das Opfer an der Auseinandersetzung seinen Anteil gehabt habe, falle dem Angeklagten der Hauptanteil zur Last, sagte Sautter.

"Eine Bagatelle, die in einem einseitigen Gewaltausbruch gegipfelt ist", nannte der Staatsanwalt den Vorfall in seinem Plädoyer. Vier Jahre Haft beantragte er dafür. Das Gericht blieb knapp unter der Forderung, weil es den Alkohol- und Kokainkonsum des Angeklagten vor der Tat mildernd berücksichtigte.

Dieser war nach der Tat geflüchtet, konnte jedoch später identifiziert werden. Im August vergangenen Jahres wurde er in Untersuchungshaft genommen, vom weiteren Haftvollzug jedoch wenig später verschont. Ende Februar begann dann der Prozess.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Xinhua: Mindestens 16 Tote und 32 Verletzte bei Erdbeben in Tibet

Bei dem schweren Erdbeben in der autonomen Region Tibet in China sind nach jüngsten offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf örtliche Behörden berichtete, wurden weitere 32 Menschen bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, mehr als 300 Häuser stürzten ein. Die Rettungsarbeiten dauerten demnach an, das Ausmaß der Schäden werde weiter ausgewertet.

"Rückkehr zur Ruhe": Demonstrationsverbote und weitere Einschränkungen in Frankreich

Mit Demonstrationsverboten und der Einschränkung geplanter Proteste am Samstag will Frankreich Ausschreitungen wie am vergangenen Wochenende verhindern. Oberstes Ziel sei eine "Rückkehr zur Ruhe", sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag. Er kündigte neue Ausgangssperren an; zudem dürften nur von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen stattfinden, sagte er. Die Gelbwesten-Bewegung, die zu den Organisatoren der Proteste zählt, kündigte ihren Widerstand an. In Paris bleiben der Louvre und andere Museen am Samstag geschlossen.

Vom IS im Niger entführte Schweizerin und Österreicherin zurück in der Heimat

2025 wurden sie im Niger von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) entführt - nun sind die Schweizerin Claudia Abt und die Österreicherin Eva Gretzmacher freigelassen worden und in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die 69-jährige Schweizerin landete am Donnerstag am Flughafen Belp nahe Bern, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Das österreichische Außenministerium bestätigte die Landung der 76-jährigen Gretzmacher in Wien.

Justizminister: 217 Menschen nach Protesten am Wochenende in Frankreich inhaftiert

Nach den landesweiten Ausschreitungen am vergangenen Wochenende in Frankreich sind nach Regierungsangaben 217 Menschen inhaftiert worden. "Es handelt sich im Allgemeinen um Männer zwischen 18 und 25 Jahren, die zum größten Teil den Justizbehörden nicht bekannt sind", sagte der französische Justizminister Gérald Darmanin am Donnerstag vor der Justizvollzugsanstalt in Fleury-Mérogis im Département Essonne.

Textgröße ändern: