Deutsche Tageszeitung - Spanische Justiz spricht früheren Hells-Angels-Boss Hanebuth frei

Spanische Justiz spricht früheren Hells-Angels-Boss Hanebuth frei


Spanische Justiz spricht früheren Hells-Angels-Boss Hanebuth frei
Spanische Justiz spricht früheren Hells-Angels-Boss Hanebuth frei / Foto: © AFP/Archiv

Die spanische Justiz hat am Dienstag den unter anderem wegen Drogenhandels und Zuhälterei angeklagten ehemaligen deutschen Hells-Angels-Boss Frank Hanebuth freigesprochen. Nach Ansicht des Nationalen Gerichtshof in Madrid konnte nicht nachgewiesen werden, dass Hanebuth auf Mallorca einen Ableger des berüchtigten Rockerclubs gegründet habe, um "die kriminellen Aktivitäten" anzuleiten, die Gegenstand des Prozesses gewesen seien. Auch zwölf weitere Mitglieder des Motorrad-Clubs wurden freigesprochen.

Textgröße ändern:

Hanebuth war 2013 auf der spanischen Ferieninsel Mallorca festgenommen worden. Mit ihm standen seit Ende Januar mehr als vierzig Mitglieder des Hells-Angels-Ablegers wegen Erpressung, Drogenhandels, illegalen Waffenbesitzes oder Zuhälterei vor einem Gericht in Fernando de Henares bei Madrid. Laut dem Nationalen Gerichtshof erhielten 32 von ihnen geringe Strafen, die anderen wurden freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess zwölf Jahre Haft für den früheren Rocker-Chef Hanebuth gefordert. Dieser hatte jegliches kriminelles Verhalten bestritten und versichert, dass die Hells Angels "keine kriminelle Organisation" seien. Seine Verteidigung forderte einen Freispruch. Auch der Nationale Gerichtshof sah den Tatbestand der Gründung einer kriminellen Vereinigung letztlich nicht als erwiesen an.

Der Ex-Boxer Hanebuth war früher Chef der Hells-Angels-Sektion in Hannover und galt bis zu seinem Umzug nach Mallorca als zentrale Figur der deutschen Organisation der Motorrad-Gang. Er soll in der niedersächsischen Landeshauptstadt weite Teile des Rotlichtmilieus kontrolliert haben.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Geplante Jugendproteste: Innenpolitiker warnen vor Gewalt und Unterwanderung

Vor den geplanten bundesweiten Jugendprotesten am kommenden Samstag warnen Innenpolitiker von Union und SPD vor der Unterwanderung durch extremistische Kräfte. Sie verwiesen am Montag auf die teils gewaltsamen Proteste in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Grüne und Linke hoben die legitimen Anliegen junger Menschen hervor und forderten mehr demokratische Teilhabe.

Kreuzfahrt nach Kollision in Bremerhaven abgesagt - Sturmflutwarnung für Nordseeküste

Nach der Kollision eines Kreuzfahrtschiffes beim Auslaufen in Bremerhaven während eines Sturms fällt die geplante Reise aus. Die Fahrt von "Mein Schiff 3" mit mehr als 2400 Gästen an Bord auf die Kanaren sei angesichts der Schäden abgesagt worden, teilte der Veranstalter TUI Cruises am Montag in Hamburg mit. Unterdessen gab das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste am Montagmittag heraus.

Mutmaßlicher IS-Anhänger am Frankfurter Flughafen festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat einen aus Berlin stammenden mutmaßlichen Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festnehmen lassen. Joshua W. sei am Freitagabend bei seiner Rückkehr nach Deutschland am Frankfurter Flughafen festgenommen worden, teilte die Ermittlungsbehörde am Montag in Karlsruhe mit. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs habe den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet.

Nach Kollision in Bremerhaven: Kreuzfahrt für rund 2400 Passagiere abgesagt

Nach der Kollision eines Kreuzfahrtschiffes beim Auslaufen in Bremerhaven fällt die geplante Reise aus. Die Fahrt von "Mein Schiff 3" mit insgesamt 2428 Gästen an Bord auf die Kanaren sei angesichts der Schäden abgesagt worden, teilte der Veranstalter TUI Cruises am Montag in Hamburg der Nachrichtenagentur AFP mit. Das Schiff müsse in einer Werft repariert werden.

Textgröße ändern: