Deutsche Tageszeitung - Hochhausbrand in Spanien: Behörden korrigieren Zahl der Todesopfer

Hochhausbrand in Spanien: Behörden korrigieren Zahl der Todesopfer


Hochhausbrand in Spanien: Behörden korrigieren Zahl der Todesopfer
Hochhausbrand in Spanien: Behörden korrigieren Zahl der Todesopfer / Foto: © AFP

Nach dem Hochhausbrand im spanischen Valencia haben die Behörden die Zahl der Todesopfer leicht nach unten korrigiert. Die Polizei habe beim Identifikationsprozess festgestellt, dass bislang neun Leichen gefunden worden seien, erklärte Pilar Bernabé von der Regionalregierung am Freitag. Zuvor hatte sie von zehn Toten gesprochen. Feuerwehrleute in Schutzkleidung drangen derweil in das Gebäude in der drittgrößten Stadt Spaniens vor, um nach Vermissten zu suchen.

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Der Brand war am Donnerstagnachmittag im vierten Stock des 14-stöckigen Wohnblocks im Stadtviertel Campanar der Hafenstadt ausgebrochen und hatte sich rasend schnell ausgebreitet. Das Haus mit 138 Wohnungen stand innerhalb kurzer Zeit vollständig in Flammen. Im Internet verbreitete Aufnahmen zeigten, wie Feuerwehrleute einen Vater und dessen Tochter von einem Balkon retteten.

Behördensprecherin Bernabé schloss nicht aus, dass sich noch weiter Leichen in dem ausgebrannten befinden. Unklar war, die viele Menschen noch vermisst wurden.

Fachleuten zufolge konnte sich das Feuer deshalb so rasch ausbreiten, weil die Fassade mit hochbrennbarem Polyurethan oder Polyethylen verkleidet war. Der Feuerwehrmann Faustino Yanguas sagte, das Fassadenmaterial sei möglicherweise ein "wesentlicher Faktor" bei der schnellen Ausbreitung der Flammen gewesen - genauso wie starke Windböen von mehr als 60 Stundenkilometern. Der Anwohner Luis Ibáñez sagte dem Sender TVE, das Gebäude habe "innerhalb von Minuten" lichterloh gebrannt, "als ob es aus Stroh wäre".

Die Löschmannschaften konnten das ausgebrannte Gebäude lange nicht betreten und mussten die verkohlten Überreste erst von außen kühlen. Die Suche nach weiteren Opfern habe "jetzt Priorität", sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einem Besuch am Unglücksort.

15 Menschen wurden wegen unterschiedlich schwerer Verletzungen vom Rettungsdienst behandelt, darunter ein siebenjähriges Kind und sieben Feuerwehrleute.

"Der Gedanke, dass noch Menschen da drinnen sind und leiden, lässt einem die Haare zu Berge stehen", sagte die Anwohnerin Julia Pascual. "Es war schrecklich", sagte der 72-jährige Vicente Ferrer. Das Haus habe "schneller gebrannt" als die Figuren aus Holz und Pappmaché, die bei den auch bei Touristen beliebten Fallas-Feiern in Valencia im März angezündet werden.

In Valencia wurden drei Trauertage ausgerufen. Die Behörden sagten den betroffenen Familien Hilfen in Höhe von mehreren tausend Euro und Ersatzwohnungen zu. Ein Fußballspiel des Erstligisten FC Valencia beim FC Granada wurde ebenso vertagt wie ein Spiel in Valencia zwischen UD Levante und dem FC Andorra.

Der Brand in Valencia weckt Erinnerungen an die Tragödie im Londoner Grenfell Tower im Jahr 2017. Beim Brand des 24-stöckigen Wohnhauses waren 72 Menschen ums Leben gekommen. Auch in diesem Fall breitete sich das Feuer über die hochbrennbare Fassadenverkleidung aus. Die Ermittlungen zu dem Fall laufen noch.

(I.Beryonev--DTZ)

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