Deutsche Tageszeitung - Investoren um 56 Millionen Euro betrogen: Unternehmer in Hildesheim vor Gericht

Investoren um 56 Millionen Euro betrogen: Unternehmer in Hildesheim vor Gericht


Investoren um 56 Millionen Euro betrogen: Unternehmer in Hildesheim vor Gericht
Investoren um 56 Millionen Euro betrogen: Unternehmer in Hildesheim vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Wegen Betrugs mit rund 56 Millionen Euro Schaden muss sich der frühere Chef eines Immobilienentwicklers seit Dienstag vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Laut Anklage soll der 65-Jährige Investoren nicht über die faktische Insolvenz seines Unternehmens aufgeklärt und von diesen weitere Darlehen angenommen haben. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin vereinbarten die Prozessbeteiligten einen sogenannten Deal im Gegenzug für ein Geständnis.

Textgröße ändern:

Demnach sicherte das Gericht in der niedersächsischen Stadt dem Mann einen Strafrahmen zwischen sechs Jahren neun Monaten sowie sieben Jahren und drei Monaten zu, wenn er ein glaubwürdiges Geständnis im Haupttatkomplex ablegt. Der Beschuldigte begann nach Angaben der Sprecherin noch am Dienstag mit der Aussage. Die Beweisaufnahme erfolgt trotzdem, um die Angaben des Beschuldigten zu überprüfen. Prozesstermine sind bis August geplant.

Der Angeklagte gründete und leitete nach den Angaben der Staatsanwaltschaft eine auf Sanierung und Verkauf denkmalgeschützter Immobilien spezialisierte Firma, die sich das Geld für ihre Geschäfte von Investoren lieh. Zunächst ließ sie sich gegen Provision von Kapitalvermittlern private Interessenten vermitteln, später stellten auch institutionellen Investoren Kapital bereit.

Laut Anklage geriet die Firma ab 2015 durch starke Kostensteigerungen und Projektverzögerungen zunehmend in Schieflage und konnte Verbindlichkeiten teilweise nur durch Aufnahme neuer Darlehen begleichen. Trotz des Versuchs der Sanierung durch externe Berater stieg die Verschuldung weiter stark an.

Spätestens seit Mitte 2018 sollen dem Angeklagten demnach das Scheitern der Unternehmenssanierung und die Insolvenzreife bewusst gewesen sein. Trotzdem soll er noch etwa ein Jahr lang weiterhin Gelder von Investoren eingeworben haben, wodurch ein Verlust von etwa 56 Millionen Euro entstand. Deshalb muss er sich nun wegen Betrugs in 27 Fällen vor dem Gericht verantworten.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Pilot bei Absturz von Ultraleichtflugzeug in Niedersachsen verletzt

Beim Absturz eines Ultraleichtflugzeugs in Niedersachsen ist der Pilot leicht verletzt worden. Wie die Polizei in Rotenburg/Wümme am Samstag mitteilte, hatte die Maschine aufgrund von Motorproblemen am Abend zuvor beim Landeanflug auf den Flugplatz Riepe plötzlich an Höhe verloren. Der Pilot habe daraufhin einen Gesamtrettungsschirm ausgelöst, den Absturz auf einer Wiese aber nicht verhindern können.

Nach dem Tod von britischer Ex-Ministerin festgenommener Mann wieder frei

Ein nach dem Tod einer Ex-Ministerin in Großbritannien festgenommener Mann ist auf freien Fuß gesetzt worden. Die britische Polizei teilte am Samstag mit, gegen den zunächst unter Mordverdacht festgenommenen 26-Jährigen werde nicht mehr ermittelt. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Die rechtsgerichtete Politikerin Ann Widdecombe war am Donnerstag tot in ihrem Haus in Devon im Südwesten Englands aufgefunden worden.

Geiselnahme in Berliner Supermarkt: Polizei überwältigt Täter mit Taser

Ein Mann hat in einem Supermarkt in Berlin am Freitagabend eine Frau als Geisel genommen und die gesamte Nacht über festgehalten. Erst am Samstagmorgen gelang es einem Spezialeinsatzkommando der Polizei, den Täter zu überwältigen, wie Polizeisprecher Florian Nath mitteilte. Die Frau wurde befreit, sie erlitt ebenso wie der Geiselnehmer laut Polizei leichte Verletzungen.

Geiselnahme in Berlin beendet - Täter mit Taser überwältigt

Die nächtliche Geiselnahme in einem Supermarkt in Berlin ist beendet. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte den Täter am Samstagmorgen, wie Polizeisprecher Florian Nath mitteilte. Der Mann hatte in dem Geschäft eine Frau gegen 22.00 Uhr am Freitagabend in seine Gewalt gebracht.

Textgröße ändern: