Deutsche Tageszeitung - Polizeigewalt gegen Mann an Berliner Alexanderplatz: Vier Beamte vor Gericht

Polizeigewalt gegen Mann an Berliner Alexanderplatz: Vier Beamte vor Gericht


Polizeigewalt gegen Mann an Berliner Alexanderplatz: Vier Beamte vor Gericht
Polizeigewalt gegen Mann an Berliner Alexanderplatz: Vier Beamte vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Wegen des Vorwurfs der Polizeigewalt müssen sich seit Montag vier Beamte vor dem Amtsgericht Berlin verantworten. Einer von ihnen soll einen Mann, der zu einer mobilen Wache am Alexanderplatz kam und einen Diebstahl melden wollte, im Juli 2021 brutal attackiert und bewusstlos geschlagen haben, wie aus der zu Beginn von der Staatsanwaltschaft verlesenen Anklageschrift hervorging.

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Die anderen Beamten sollen anschließend gemeinsam mit dem Angreifer den Plan gefasst haben, wahrheitswidrig zu behaupten, der Geschädigte habe mit Gegenständen auf die Polizisten geworfen. Außerdem sollen sie eine Strafanzeige gegen den Geschädigten wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet haben. Anstatt denn Mann freizulassen, sollen sie ihn festgehalten haben.

Während der Hauptangeklagte, ein heute 37-jähriger Polizist, zu den Vorwürfen zunächst schwieg, berichtete ein 29-Mitangeklagter, dass der Geschädigte angetrunken gewesen und zur sogenannten Alex-Wache gekommen sei, um den Diebstahl seines Geldbeutels anzuzeigen. Nach einem längeren Gespräch, das er nicht gehört habe, habe sein älterer Kollege dem Mann gegen Arm geschlagen. Daraufhin habe dieser tatsächlich sein Handy und sein Feuerzeug auf den 37-jährigen Polizisten geworfen.

Schließlich habe sein Kollege den Geschädigten vor der Wache zu Boden gebracht und ihm dreimal mit voller Kraft auf den Kopf geschlagen, woraufhin der Mann kurzzeitig das Bewusstsein verloren habe, sagte der 29-Jährige. Ihm sei sofort bewusst gewesen, dass der Vorfall Konsequenzen nach sich ziehen müsse, sagte er. Er habe daher seinen Vorgesetzten angerufen, um ihm davon zu berichten.

Der damals Hauptverantwortliche für die Alex-Wache, ein ebenfalls angeklagter 31-Jähriger, berichtete hingegen, dass der Geschädigte nicht wegen eines gestohlenen Geldbeutels, sondern wegen eines verlorenen 50-Euro-Scheins zur Wache gekommen sei. Er sei alkoholisiert und sehr aggressiv gewesen und habe verlangt, dass anwesende Polizisten ihm bei der Suche nach dem Schein helfen sollten. Den 37-Jährigen habe er beschimpft und bedroht.

Er selbst habe versucht, eine Eskalation zu vermeiden und habe sich zwischen seinen Kollegen und den Geschädigten gestellt, sagte der 31-Jährige. Dass der 37-Jährige den Mann angegriffen habe, sei aus dem Nichts gekommen und habe ihn überrascht. Die vier Beamten arbeiten derzeit nicht als Polizisten. Der Hauptangeklagte soll seinen Dienst laut Staatsanwaltschaft bereits freiwillig quittiert haben. Die drei Mittäter sind seit Erhebung der Anklage im Februar 2024 suspendiert.

(L.Svenson--DTZ)

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