Deutsche Tageszeitung - Block-Prozess: Mitangeklagter Gerhard Delling beteuert Unschuld

Block-Prozess: Mitangeklagter Gerhard Delling beteuert Unschuld


Block-Prozess: Mitangeklagter Gerhard Delling beteuert Unschuld
Block-Prozess: Mitangeklagter Gerhard Delling beteuert Unschuld / Foto: © POOL/AFP

Im Prozess um die gewaltsame Entführung von zwei Kindern der Steakhauskettenerbin Christina Block hat deren mitangeklagter Lebensgefährte, der ehemalige ARD-Sportkommentator Gerhard Delling, seine Unschuld beteuert. Er habe in seinem ganzen Leben nie "etwas Strafbares" getan und sich immer aus "tiefer Überzeugung" gegen Gewalt positioniert, sagte der 66-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Hamburg.

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Hätte er vorab von Planungen im Sinne des angeklagten Tatgeschehens gehört, wäre er "aktiv" dagegen eingeschritten, fügte Delling hinzu. Er habe seine Lebensgefährtin, die sehr unter der "Entziehung" ihrer Kinder durch den Vater leide, emotional unterstützt und ihr über die Jahre "Mut zugesprochen", ergänzte Delling. So habe er Blocks juristischen und behördlichen Kampf eng begleitet, sei dabei aber in Einzelheiten nicht weiter eingeweiht gewesen. "Aus meiner Sicht stand nie in Rede, etwas Ungesetzliches zu tun."

Auch Dellings Verteidiger betonte am Dienstag wie bereits zum Verhandlungsauftakt im Juli die Unschuld seines Mandanten. Delling sei zu keinem Zeitpunkt in Planungen eingebunden gewesen oder habe Handlungen im Sinne der Anklage befördert, sagte dessen Rechtsanwalt David Rieks vor Gericht.

In dem Prozess geht es um die Verschleppung von zwei der vier gemeinsamen Kinder von Block und ihrem früheren Ehemann. In der Silvesternacht 2023/24 sollen die Kinder dem Vater von mehreren maskierten Männern in Dänemark entrissen und zur Mutter nach Deutschland gebracht worden sein, wo sie der Polizei übergeben wurden. Hintergrund ist ein erbitterter, von gegenseitigen Vorwürfen begleiteter Familienrechtsstreit zwischen den seit dem 2014 getrennten ehemaligen Eheleuten.

Der Anklage zufolge soll Block die Entführung mit einer israelischem Sicherheitsunternehmen und einem Rechtsanwalt organisiert haben. Block wies die Vorwürfe in dem von erheblichem Medieninteresse begleiteten Prozess bereits zuvor zurück und sagte unter anderem aus, sie habe die Entführung nicht in Auftrag gegeben. Ihre Verteidigung stellte zudem die These in den Raum, das Sicherheitsunternehmen habe diese in der Hoffnung auf Entlohnung eigenmächtig geplant.

Wegen des Vorwurfs der Beihilfe steht Blocks neuer Lebensgefährte Delling mit vor Gericht. Er soll laut Anklage die Reise von Block zum Übergabeort der entführten Kinder auf einem Bauernhof in Baden-Württemberg organisiert und in der Phase unmittelbar nach der mutmaßlichen Entführung gegenüber der nach den zwei Kindern suchenden Polizei falsche Angaben gemacht haben.

Daneben sind noch mehrere mutmaßliche Mittäter angeklagt, darunter ein mutmaßlich an der Entführung direkt beteiligter Israeli. Dieser gestand in der vorigen Woche seine Beteiligung an der mutmaßlichen Entführung. Demnach gehört er zu einem vom Chef des für die Unternehmerfamilie Block tätigen Sicherheitsfirma zusammengestellten Teams, dass die Kinder in der Silvesternacht dem Vater entriss und in einer konspirativen Aktion über die Grenze nach Deutschland brachte. Über die Auftraggeber und Absprachen im Hintergrund sei er dabei allerdings nicht informiert gewesen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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