Deutsche Tageszeitung - Acht Jahre Haft für Mordpläne gegen Supreme-Court-Richter Kavanaugh

Acht Jahre Haft für Mordpläne gegen Supreme-Court-Richter Kavanaugh


Acht Jahre Haft für Mordpläne gegen Supreme-Court-Richter Kavanaugh
Acht Jahre Haft für Mordpläne gegen Supreme-Court-Richter Kavanaugh / Foto: © AFP/Archiv

Ein US-Gericht hat eine Frau, die einen Mordanschlag auf den konservativen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh geplant hatte, zu acht Jahren und einen Monat Haft verurteilt. Richterin Deborah Boardman blieb bei ihrem Urteil vom Freitag (Ortszeit) deutlich unter der von der Staatsanwaltschaft verlangten Strafe von 30 Jahren Gefängnis. Sie verwies darauf, dass die Verurteilte sich kurz vor der geplanten Tat umentschieden, selbst den Notruf gewählt und sich der Polizei gestellt hatte. Justizministerin Pam Bondi kündigte an, in Berufung zu gehen.

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Die 29-jährige Beinahe-Attentäterin Sophie Roske war im Juni 2022 aus Ärger über die geplante Abschaffung des verfassungsmäßigen Rechts auf Abtreibung durch das Oberste Gericht schwer bewaffnet zu Kavanaughs Haus gereist. Als sie die Sicherheitsbeamten vor dem Haus sah, kehrte sie um und rief die Polizei an. Boardman nannte diese Entscheidung "wirklich bemerkenswert".

Die Verurteilte hatte sich im April schuldig bekannt. Während des Verfahrens entschuldigte sich die Transfrau, die zur Tatzeit noch als Mann unter dem Namen Nicholas Roske registriert war, laut einem Bericht des US-Senders CNN bei Kavanaugh und dessen Familie. Die Verteidigung hatte zudem wegen zurückliegender psychischer Erkrankungen der Angeklagten eine mildere Strafe verlangt.

Bondi nannte die achtjährige Haftstrafe "völlig unzureichend". Die Regierung werde in Berufung gehen. Die geplante Tat sei ganz klar ein terroristischer Akt gewesen, hatte das Justizministerium argumentiert. Die Angeklagte habe Gewalt einsetzen wollen, um ein politisches Ziel zu erreichen. Zudem habe sie damit gedroht, weitere Richter anzugreifen.

Kavanaugh ist einer der sechs konservativen Richter am Obersten Gerichtshof der USA, die das landesweite Grundrecht auf Abtreibung im Juni 2022 in einer stark umstrittenen Entscheidung aufgehoben hatten. Die heftige Kritik an der Entscheidung verdeutlichte einmal mehr die politische Spaltung des Landes. Mit dem Mord an dem ultrarechten Aktivisten und Vertrautem von Präsident Donald Trump, Charlie Kirk, im September hatten sich die Spannungen noch einmal verschärft.

(P.Hansen--DTZ)

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