Deutsche Tageszeitung - Exil in den USA: Bekannter kubanischer Dissident Ferrer verlässt sein Heimatland

Exil in den USA: Bekannter kubanischer Dissident Ferrer verlässt sein Heimatland


Exil in den USA: Bekannter kubanischer Dissident Ferrer verlässt sein Heimatland
Exil in den USA: Bekannter kubanischer Dissident Ferrer verlässt sein Heimatland / Foto: © AFP/Archiv

Der bekannte kubanische Dissident José Daniel Ferrer hat sein Heimatland verlassen, um in den USA ins Exil zu gehen. Seine Ausreise in die USA sei auf "einen formellen Antrag" der US-Regierung hin und nach "ausdrücklicher Zustimmung von Ferrer" erfolgt, erklärte das Außenministerium in Havanna am Montag. Ferrer wurde nach Angaben des Ministeriums von seiner Familie begleitet.

Textgröße ändern:

Ferrer hatte sich Anfang Oktober zur Ausreise ins Exil bereit erklärt. Der 55-Jährige beklagte "Schläge, Folter, Demütigungen, Drohungen und extreme Bedingungen" in der Haft. Ferrer sagte, er habe entschieden, ins Exil zu gehen, weil ihm damit gedroht worden sei, dass auch seine Frau inhaftiert und sein Sohn in eine Einrichtung für jugendliche Straftäter geschickt würde.

Ferrer ist der Anführer der Patriotischen Union Kubas und einer der bekanntesten Oppositionellen des sozialistischen Karibikstaats. Er setzt sich für einen friedlichen Übergang zur Demokratie ein. Im Jahr 2021 war er bei der Niederschlagung von regierungskritischen Protesten festgenommen worden.

Im vergangenen Januar kam Ferrer dann zusammen mit zahlreichen anderen Inhaftierten im Rahmen eines Übereinkommens mit der damaligen US-Regierung zunächst frei. Die Regierung des scheidenden US-Präsidenten Joe Biden hatte Kuba von einer Liste von Ländern genommen, die nach Einschätzung Washingtons den Terrorismus unterstützen. Daraufhin hatte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel die Entlassung hunderter Gefangener verkündet.

Ferrer wurde dann aber im April wieder festgenommen. Bidens Nachfolger Donald Trump hatte zuvor Kuba wieder auf die Liste der Terrorunterstützer gesetzt.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Epstein-Kontakte: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen französischen Ex-Minister Lang

Die für Finanzvergehen zuständige Generalstaatsanwaltschaft hat nach Bekanntwerden der häufigen Kontakte des früheren französischen Kulturministers Jack Lang zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Ermittlungen gegen Lang eröffnet. Ihm werde "schwerwiegender Steuerbetrug" zur Last gelegt, hieß es am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Mehr als 30 Tote und über 160 Verletzte bei Anschlag auf Moschee in Islamabad

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Polizeikreisen wurden bei dem Anschlag am Freitag mindestens 31 Menschen getötet, mehr als 160 weitere Menschen wurden verletzt. Dutzende Verletzte wurden ins größte Krankenhaus Islamabads eingeliefert, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Zahl der Todesopfer dürfte noch steigen.

Abgetrennte Hände auf A45: Lebensgefährte von getöteter Frau in Untersuchungshaft

Im Fall der auf einer Autobahn in Nordrhein-Westfalen gefundenen abgetrennten Hände einer getöteten 32-Jährigen ist der verdächtige Lebensgefährte in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen den 41-Jährigen besteht der dringende Verdacht des Totschlags, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Bonn am Freitag mitteilten. Zuvor war der Mann aus Äthiopien ausgeliefert worden.

Wegen Staatsakts für verstorbene Rita Süssmuth: Karlsruhe verschiebt Verhandlung

Wegen des für den 24. Februar geplanten Staatsakts für die verstorbene Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) verschiebt das Bundesverfassungsgericht seine Verhandlung über den Weg zum umstrittenen Heizungsgesetz. Diese findet stattdessen am 26. Februar statt, wie das Gericht am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Es geht nicht um den Inhalt des Gesetzes, sondern um die Frage, ob die Abgeordneten im Gesetzgebungsverfahren genug Zeit zur Beratung hatten. (Az. 2 BvE 4/23)

Textgröße ändern: