Deutsche Tageszeitung - Millionenschwere Testamentfälschung: Bewährungshaft in Bayern

Millionenschwere Testamentfälschung: Bewährungshaft in Bayern


Millionenschwere Testamentfälschung: Bewährungshaft in Bayern
Millionenschwere Testamentfälschung: Bewährungshaft in Bayern / Foto: © AFP/Archiv

Das Landgericht im bayerischen Traunstein hat einen 66-Jährigen wegen einer millionenschweren Testamentfälschung zu zwei Jahren Bewährungshaft verurteilt. Dabei wurde berücksichtigt, dass er fünf Monate in Untersuchungshaft saß, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Das Urteil wurde demnach am Dienstagabend verkündet. Die zuständige Kammer sah es als erwiesen an, dass er ein Testament fälschte, um an ein Millionenvermögen zu kommen.

Textgröße ändern:

Im Juni 2023 starb der langjährige Vermieter des Angeklagten, ohne ein Testament zu hinterlassen. Aus dem Gesetz folgt, dass die einzige Tochter den Verstorbenen ihn allein beerbt. Vermutlich im Dezember 2022 erstellte der 66-Jährige ein Testament, laut dem er selbst Alleinerbe sei. Dazu fälschte er die Unterschrift des Vermieters. Er wusste, dass der Nachlass einige Millionen Euro wert war.

Dem Amtsgericht Rosenheim fiel das gefälschte Testament bei einer Überprüfung auf. Ein Erbschein wurde nicht erteilt. Es stellte schließlich fest, dass die Tochter des Verstorbenen Alleinerbin ist.

Angeklagt war der Mann, weil er eine Fälschung in Höhe von rund 19,5 Millionen Euro begangen haben soll. Laut Urteil waren von einer hypothetischen Erbschaft von rund 15 Millionen Euro aber deutliche Abstriche zu machen, weil der Tochter des Toten ein Pflichtteil in Höhe der Hälfte der Erbschaft zugestanden hätte. Zudem hätte die Erbschaftsteuer von rund 30 Prozent abgezogen werden müssen.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Zwei Menschen bei Messerangriff in Solingen lebensgefährlich verletzt

Bei einem Messerangriff im nordrhein-westfälischen Solingen sind zwei Menschen lebensgefährlich verletzt worden. Ein 46-Jähriger habe bei einem Streit auf offener Straße auf einen 48-Jährigen eingestochen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal am Mittwochabend mit. Ein 52-Jähriger, der bei dem Streit habe schlichten wollen, sei ebenfalls von dem 46-Jährigen mit dem Messer attackiert worden. Die beiden lebensgefährlich verletzten Männer seien ins Krankenhaus gebracht und operiert worden.

Streik im Westjordanland: Palästinenser protestieren gegen Israels Todesstrafe-Gesetz

Im Westjordanland haben am Mittwoch zahlreiche Menschen gegen die vom israelischen Parlament beschlossene Einführung der Todesstrafe für wegen Terrorismusvorwürfen verurteilte Palästinenser protestiert. Viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen in dem Palästinensergebiet blieben am Mittwoch geschlossen, wie AFP-Reporter berichteten. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am Dienstag zu einem Generalstreik im Westjordanland aufgerufen.

Tödliche Schüsse auf Polizisten in Saarland: Junger Täter soll in Psychiatrie

Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf einen Polizisten im saarländischen Völklingen hat das Landgericht Saarbrücken den Mordvorwurf gegen den Angeklagten fallengelassen. Der zur Tatzeit 18-Jährige sei wegen einer paranoiden Schizophrenie bei den Schüssen schuldunfähig gewesen, urteilte das Gericht am Mittwoch. Der Mann soll nun unbefristet in der Psychiatrie untergebracht werden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft sprach angesichts des Urteils von einem "Schlag ins Gesicht" für alle Polizisten.

Wegen Aufrufen zu Anschlägen auf Politiker: Anklage gegen Reichsbürger erhoben

Wegen der Veröffentlichung von Todeslisten mit Namen von Politikern hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen mutmaßlichen Reichsbürger erhoben. Der Beschuldigte habe mindestens seit Mai vergangenen Jahres im Darknet zu Anschlägen auf Menschen des öffentlichen Lebens, Politiker und Amtsträger aufgerufen, erklärte der Generalbundesanwalt am Mittwoch in Karlsruhe.

Textgröße ändern: