Deutsche Tageszeitung - Westliche Botschafter gedenken in Moskau der Stalin-Opfer

Westliche Botschafter gedenken in Moskau der Stalin-Opfer


Westliche Botschafter gedenken in Moskau der Stalin-Opfer
Westliche Botschafter gedenken in Moskau der Stalin-Opfer / Foto: © AFP

Westliche Diplomaten haben in Moskau der Opfer der politischen Repression zu Zeiten der Sowjetunion gedacht. Die Diplomaten - unter ihnen der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff - legten am Mittwoch schweigend Blumen am sogenannten Solowezki-Gedenkstein nieder, der insbesondere den Opfern der Herrschaft von Josef Stalin gewidmet ist. An dem Gedenken nahmen auch die Botschafter Frankreichs, Großbritanniens und der EU teil, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

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Auch einige Russinnen und Russen legten Blumen an dem Stein ab oder zündeten dort Kerzen an. Die Gedenkstätte befindet sich direkt vor dem Sitz des russischen Geheimdienstes FSB, der Nachfolgeorganisation des gefürchteten sowjetischen KGB.

An einigen Kränzen am Solowezki-Stein waren gelbe und blaue Bänder befestigt - die Farben der in Russland verbotenen ukrainischen Fahne. Auch die von der russischen Opposition verwendeten Farben Blau und Weiß waren an Kränzen zu sehen.

Bis zum Beginn des Ukraine-Krieges im Jahr 2022 hatte die inzwischen in Russland verbotene Menschenrechtsorganisation Memorial jährlich am 29. Oktober am Solowezki-Stein der Opfer der politischen Unterdrückung in der UdSSR gedacht. Dabei wurden die Namen von Menschen vorgelesen, die unter Stalin ins Exil getrieben, inhaftiert oder hingerichtet worden waren.

In den vergangenen Jahren hat in Russland jedoch die Stalin-Verehrung wieder zugenommen. Der Kreml beschreibt Stalin wegen des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg vor allem als Kriegshelden, während er über die von ihm ausgeübte massive Repression hinweggeht.

In vielen russischen Städten wurden wieder Stalin-Büsten errichtet, darunter in einer großen U-Bahn-Station in Moskau. Auch wurde im vergangenen Jahr das Gulag-Museum in der russischen Hauptstadt geschlossen, das den Opfern der Unterdrückung während der Sowjetzeit gewidmet war.

Seit dem Beginn der russischen Invasion der Ukraine vor mehr als dreieinhalb Jahren gehen die russischen Behörden verschärft gegen Regierungskritiker vor. Dabei wurden auch Organisationen verboten, welche die neue Glorifizierung Stalins zurückwiesen und die Erinnerung an seine vielen Opfer aufrecht erhalten wollten.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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