Deutsche Tageszeitung - "Passauer Millionenerbe": Pflegerin rechtskräftig wegen Testamentsfälschung verurteilt

"Passauer Millionenerbe": Pflegerin rechtskräftig wegen Testamentsfälschung verurteilt


"Passauer Millionenerbe": Pflegerin rechtskräftig wegen Testamentsfälschung verurteilt
"Passauer Millionenerbe": Pflegerin rechtskräftig wegen Testamentsfälschung verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Das Urteil im Fall des sogenannten Passauer Millionenerbes ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte nach Angaben vom Donnerstag das Hafturteil des Landgerichts gegen eine Pflegerin, die Testamente eines wohlhabenden Unternehmers zu ihren Gunsten gefälscht hatte. Sie ist damit zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. (Az. 1 StR 299/25)

Textgröße ändern:

Der Fall machte Schlagzeilen, weil der Unternehmer in der Region bekannt und außerdem Erbe des Schriftstellers Hans Carossa war. Wie das Landgericht feststellte, hatte die Angeklagte den pflegebedürftigen Mann betreut, der im September 2021 starb. Sein Nachlass hatte den Angaben zufolge einen Wert von mindestens 20 Millionen Euro, auch das Archiv Carossas fiel darunter.

Die Pflegerin habe dem Nachlassgericht zwei Testamente vorgelegt, in denen sie als Alleinerbin stand. In Wirklichkeit habe der Verstorbene diese Testamente zu seinen Lebzeiten aber nicht geschrieben. Vielmehr habe er eine öffentliche Stiftung als Alleinerbin eingesetzt.

Die Pflegerin bestätigte dem Nachlassgericht gegenüber in einer eidesstattlichen Versicherung, dass es keine weiteren Testamente gebe. Später verstrickte sie sich aber in Widersprüche, unter welchen Umständen sie die Testamente in einem schwarzen Büchlein gefunden haben wollte, wie der BGH ausführte. Im Prozess gegen die Frau spielte ein Schriftgutachten eines Experten des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) eine wichtige Rolle.

Das Landgericht war schließlich überzeugt davon, dass sie die Testamente gefälscht hatte. Es verurteilte die Angeklagte im Februar wegen Urkundenfälschung, versuchten Betrugs, versuchter mittelbarer Falschbeurkundung und falscher Versicherung an Eides Statt. Die Frau wandte sich an den BGH, um das Urteil überprüfen zu lassen. Sie gab auch an, dass der LKA-Sachverständige befangen gewesen sei. Ihre Revision hatte aber keinen Erfolg, der BGH fand keine Rechtsfehler.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Nach Kunstskandal: BGH prüft Herausgabe von gefälschtem Bild an Fälscher

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt am Freitag (09.00 Uhr) über einen der großen Kunstskandale der vergangenen Jahre. Der Fälscher selbst will ein Bild zurück, das er einst als angebliches Original verkaufte. Ein Auktionshaus versteigerte es 2006 für fast 2,9 Millionen Euro als "Rotes Bild mit Pferden" des Malers Heinrich Campendonk von 1914. (Az. V ZR 242/24)

USA wollen Hinrichtung von Attentäter durch Erschießungskommando live übertragen

Die USA wollen die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Amokläufers Nidal Hasan live übertragen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Videointerview, Hasan bekomme "ein Erschießungskommando mit Soldaten (...), und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist". Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte auf Anfrage, die Hinrichtung am 3. Dezember solle "live übertragen" werden.

Bayern: Mann bei behördlicher Waffenkontrolle in Wohnhaus erschossen

Bei einer behördlichen Waffenkontrolle hat ein Mann am Donnerstag in einem Wohnhaus im bayerischen Berngau in der Oberpfalz einen Mensch erschossen. Das männliche Opfer sei vor dem Haus geborgen worden, in dem sich der Verdächtige weiter verschanze, teilte die Polizei in Regensburg mit. Ein weiterer Mensch wurde nach früheren Polizeiangaben schwer verletzt.

Bayern: Zwei Schwerverletzte durch Schüsse in Oberpfalz - Täter lokalisiert

Im bayerischen Berngau in der Oberpfalz sind am Donnerstag zwei Menschen durch Schüsse schwer verletzt worden. Nach einer dreistündigen unklaren Lage konnte der mutmaßliche Täter in einem Wohnhaus lokalisiert werden, wie die Polizei in Regensburg mitteilte. Das Wohnhaus wurde demnach von Polizisten umstellt.

Textgröße ändern: