Deutsche Tageszeitung - Papst Leo XIV. ruft Christen verschiedener Konfessionen zur Einheit auf

Papst Leo XIV. ruft Christen verschiedener Konfessionen zur Einheit auf


Papst Leo XIV. ruft Christen verschiedener Konfessionen zur Einheit auf
Papst Leo XIV. ruft Christen verschiedener Konfessionen zur Einheit auf / Foto: © AFP

Papst Leo XIV. hat Christen verschiedener Konfessionen bei seinem Besuch in der Türkei zur Einheit aufgerufen. "Wir sind alle aufgefordert, den Skandal der leider noch immer bestehenden Spaltungen zu überwinden und den Wunsch nach Einheit zu nähren", sagte der Papst am Freitag bei einem ökumenischen Gebetstreffen in Iznik. Er rief zur "Suche nach Brüderlichkeit" auf.

Textgröße ändern:

Bei der Zeremonie, an der auch orthodoxe und evangelische Würdenträger teilnahmen, wurde an das Konzil von Nizäa vor 1700 Jahren erinnert. Geleitet wurde das Gebetstreffen vom orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I. Auch er rief dazu auf, trotz der "Spaltungen" der vergangenen Jahrhunderte den "Weg der christlichen Einheit weiter zu beschreiten".

Im Jahr 325 hatten sich in Nizäa, dem heutigen Iznik, rund 300 Bischöfe des Römischen Reiches zum ökumenischen Konzil versammelt und die Grundlagen der christlichen Lehre festgelegt, darunter das bis heute gültige Glaubensbekenntnis.

Der Besuch in der Türkei ist die erste Auslandsreise von Papst Leo XIV. seit seinem Amtsantritt im Mai. Am Donnerstag war der Pontifex vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Präsidentenpalast empfangen worden. Am Freitagmorgen traf er katholische Kirchenvertreter in der Heilig-Geist-Kathedrale in Istanbul.

Am Samstag will Leo XIV. die Blaue Moschee in Istanbul besuchen. Am Sonntag reist er dann weiter in den Libanon, wo er unter anderem junge Menschen treffen und einen Gottesdienst im Freien mit 100.000 Gläubigen feiern will.

Leo XIV. ist nach Paul VI. (1967), Johannes-Paul II. (1979), Benedikt XVI. und Franziskus (2014) der fünfte Papst, der die Türkei besucht. Von den 86 Millionen Einwohnern des Landes sind nur etwa 100.000 Christen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es noch fast vier Millionen, von denen viele Massakern zum Opfer fielen oder vertrieben wurden.

1915/16 töteten Soldaten des Osmanischen Reichs gezielt Hunderttausende christliche Armenier - nach Einschätzung der meisten Historiker der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts. Ankara weigert sich bis heute, die Massaker als Völkermord anzuerkennen.

Im Libanon bekennt sich mehr als ein Drittel der Bevölkerung zum christlichen Glauben, das Land galt lange als Vorbild für das Zusammenleben verschiedener Religionen. Seit 2019 steckt das Land in der Krise. Trotz eines Waffenstillstands zwischen Israel und der vom Iran unterstützten schiitischen Hisbollah-Miliz gibt es immer wieder tödliche Gefechte, besonders im Süden des Landes.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

US-Richter: Trumps Mittelentzug für öffentliche Sender war rechtswidrig

Juristische Niederlage für US-Präsident Donald Trump im Streit mit dem öffentlichen Rundfunk: Ein US-Bundesrichter hat den von Trump angeordneten Entzug von Bundesmitteln für das Radionetzwerk National Public Radio (NPR) und den Fernsehsender Public Broadcasting Service (PBS) als rechtswidrig eingestuft. Trumps Anordnung für das Ende der Finanzierung vom 1. Mai ziele darauf ab, kritische Ansichten zu unterdrücken, schrieb Bezirksrichter Randolph Moss zur Begründung.

Nachrichtenagentur: 29 Tote bei Absturz von russischem Militärflugzeug auf der Krim

Bei dem Absturz eines russischen Militärflugzeugs auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind nach Angaben der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass 29 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern seien sechs Besatzungsmitglieder und 23 Passagiere, berichtete Tass am Mittwoch unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. An den Trümmern des Flugzeugs seien keinerlei Spuren eines äußeren Einschlags festgestellt worden.

Todesstrafe-Gesetz: Grünen-Chefin fordert Sanktionen gegen israelische Minister

Wegen der vom israelischen Parlament beschlossenen Einführung der Todesstrafe für wegen Terrorismusvorwürfen verurteilte Palästinenser hat Grünen-Ko-Chefin Franziska Brantner Sanktionen gegen die israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich gefordert. "Die Bundesregierung darf nicht länger wegschauen, sondern muss handeln", sagte Brantner dem "Spiegel" laut einer Vorabmeldung vom Dienstag. Auch in der Linkspartei sorgt die Entscheidung aus Israel für Empörung.

"Wie ein Bergwerk": Spanische Polizei entdeckt Tunnelsystem zum Drogenschmuggel

Die spanische Polizei hat ein ausgeklügeltes unterirdisches Tunnelsystem zum Drogenschmuggel nach Europa entdeckt. Wie das Innenministerium in Madrid am Dienstag mitteilte, verband das aus drei Ebenen bestehende und bis zu 19 Meter unter die Erde reichende Tunnelnetzwerk Marokko mit der spanischen Exklave Ceuta und diente dem illegalen Transport von Haschisch nach Spanien und in weitere europäische Länder. Es handele sich um ein "Labyrinth wie in einem Bergwerk".

Textgröße ändern: