Deutsche Tageszeitung - Elf Tote bei antisemitischem "Terrorangriff" am Bondi Beach in Australien

Elf Tote bei antisemitischem "Terrorangriff" am Bondi Beach in Australien


Elf Tote bei antisemitischem "Terrorangriff" am Bondi Beach in Australien
Elf Tote bei antisemitischem "Terrorangriff" am Bondi Beach in Australien / Foto: © AFP

Die australischen Behörden haben den tödlichen Schusswaffenangriff am berühmten Bondi Beach im australischen Sydney als antisemitischen "Terrorangriff" eingestuft. "Diese Attacke richtete sich am ersten Tag von Chanukka gegen die jüdische Gemeinde Sydneys", sagte der Regierungschef des Bundesstaats New South Wales, Chris Minns, am Sonntag vor Journalisten. Laut Polizei wurden mindestens elf Menschen getötet. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sprach von einem "Akt des Hasses" gegen Juden.

Textgröße ändern:

Die Polizei habe einen Sprengsatz in einem Auto gefunden, sagte ein Polizeisprecher. "Angesichts der Umstände des Angriffs von heute Abend (...), erkläre ich diesen zum Terrorangriff", fügte er hinzu.

Die Polizei hatte zuvor erklärt, dass einer der Angreifer getötet worden sei. Der zweite Schütze wurde demnach schwer verletzt. Das Auto mit dem Sprengsatz sei mit dem getöteten Angreifer in Verbindung gebracht worden.

Nachdem bei der Polizei Meldungen über Schüsse am Bondi Beach eingegangen seien, seien die ersten Einsatzkräfte gegen 18.45 Uhr (Ortszeit, 08.45 MEZ) vor Ort gewesen. Die Polizei hatte die Menschen zur Evakuierung des Gebiets aufgerufen. Viele Strandbesucher ließen in Eile Gegenstände im Park am Strand zurück, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen.

Bilder des australischen Rundfunks ABC zeigten, wie Rettungskräfte auf dem Gras liegende Menschen versorgten. Die Zahl der Todesopfer des Angriffs liegt bei mindestens elf. Mehrere Menschen waren mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Auf den ABC-Bildern war am Strand zudem eine Waffe zu sehen, die wie eine Pumpgun aussah. Ein britischer Tourist berichtete AFP, er habe zwei schwarz gekleidete Schützen mit halbautomatischen Gewehren am Strand gesehen.

Israels Präsident Isaac Herzog sprach angesichts der am Strand abgehaltenen Chanukka-Feier von einem "grausamen Angriff auf Juden". Er rief die australischen Behörden bei einer Rede in Jerusalem dazu auf, mehr gegen Antisemitismus zu tun.

Bundesaußenminister Wadephul zeigte sich "zutiefst erschüttert über den Terroranschlag in Sydney". Der Angriff sei "ein Akt des Hasses, der sich am ersten Tag von Chanukka gegen alle Jüdinnen und Juden weltweit richtet", schrieb der CDU-Politiker im Onlinedienst X. "Meine Gedanken sind bei den Familien der Ermordeten, den Verletzten und der jüdischen Gemeinde", fügte er hinzu.

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, erklärte bei X, er sei "entsetzt und traurig über den Terrorangriff" auf die Chanukka-Feier in Sydney - "eine verwerfliche Tat des Hasses, die durch nichts auf der Welt gerechtfertigt werden kann."

Der australische Premierminister Anthony Albanese rief die Menschen dazu auf, den Sicherheitsanweisungen der Polizei Folge zu leisten. Er sprach in einer Erklärung von einem "schockierenden und erschütternden" Angriff. "Meine Gedanken sind bei allen Betroffenen", fügte Albanese hinzu.

Bondi Beach ist einer der berühmtesten Strände Australiens, an dem sich am Wochenende besonders viele einheimische Surfer und Badegäste sowie Touristen tummeln.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Mord an US-Versicherungschef: Schütze gesteht tödliche Schüsse

Nach den tödlichen Schüssen auf einen US-Versicherungschef im Dezember 2024 im New Yorker Stadtteil Manhattan hat der mutmaßliche Schütze die Tat eingeräumt. "Am Morgen des 4. Dezember habe ich in Manhattan auf Herrn Thompson geschossen und er ist gestorben", sagte der 28-jährige Luigi Mangione am Freitag vor einer US-Bundesrichterin mit Blick auf den getöteten Versicherungschef Brian Thompson.

Trump ruft im Streit um Ballsaal-Projekt den Obersten Gerichtshof an

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat im Streit um den Baustopp für einen neuen Ballsaal und einen Bunker am Weißen Haus den Supreme Court angerufen. Regierungsanwalt John Sauer beantragte am Freitag beim Obersten Gericht, die Fertigstellung des Projekts zu erlauben. Der gesamte Gebäudekomplex sei für die nationale Sicherheit "dringend erforderlich", erklärte er.

Toter bei Waldbrand in Kroatien - Hunderte Menschen in Griechenland evakuiert

Nach dem verheerenden Waldbrand an Kroatiens Adriaküste hat die Polizei in dem ausgebrannten Gebiet eine Leiche gefunden. Mindestens 40 weitere Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt und mehr als 2000 Einheimische und Touristen evakuiert, wie die Behörden am Freitag mitteilten. In Griechenland mussten fast 500 Urlauber in der Ferienregion Chalkidiki über das Meer vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden.

Großer Waldbrand in Nordrhein-Westfalen: Fast 2000 Menschen fliehen vor Flammen

Fast 2000 Menschen evakuiert, hunderte Helfer am Boden und mehrere Löschhubschrauber in der Luft: Bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen haben die Einsatzkräfte den ganzen Freitag gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland gekämpft. Die Flammen dehnten sich nach Behördenangaben bis auf 300 Hektar aus und bedrohten weiter den in der Nacht zu Freitag geräumten Ortsteil Gey.

Textgröße ändern: