Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen mutmaßlichen Hisbollah-Kämpfer in Berlin begonnen

Prozess gegen mutmaßlichen Hisbollah-Kämpfer in Berlin begonnen


Prozess gegen mutmaßlichen Hisbollah-Kämpfer in Berlin begonnen
Prozess gegen mutmaßlichen Hisbollah-Kämpfer in Berlin begonnen / Foto: © AFP/Archiv

In Berlin hat am Dienstag ein Staatsschutzprozess gegen einen mutmaßlichen Kämpfer der islamistischen Hisbollah begonnen. Laut Anlageschrift soll sich der 30-Jährige aus Berlin ab 2023 als Kämpfer der Miliz im Libanon betätigt und unter anderem am Abschuss von Raketen in Richtung Israel oder Syrien beteiligt haben. Nach seiner Rückkehr 2024 soll er von Berlin aus weiter Kontakt gehalten und für die Hisbollah geworben haben.

Textgröße ändern:

Zum Prozessauftakt wurde nach Angaben einer Gerichtssprecherin zunächst die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft verlesen. Vorgeworfen werden dem Beschuldigten unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sowie Verbreiten von Propagandamitteln von verfassungswidrigen und terroristischen Organisationen. Es gibt Verhandlungstermine bis März.

Laut Anklage soll der heute 30-Jährige vor etwa zwei Jahren aus Berlin in den Libanon ausgereist sein, um sich der Hisbollah anzuschließen. Er durchlief demnach sowohl militärische als auch ideologische Schulungen, bevor er in einer Kampfeinheit der Miliz aktiv war. Dem Ergebnis der Ermittlungen zufolge nahm er unter anderem an Kämpfen gegen Gegner der Hisbollah im Grenzgebiet zu den Nachbarländern Israel und Syrien teil.

Der Anklageschrift zufolge soll er auch am Abschuss von Raketen auf unbekannte Ziele in Israel oder Syrien beteiligt gewesen sein. Nach einigen Monaten kehrte der Beschuldigte demnach im Oktober 2024 nach Berlin zurück, betätigte sich aber weiterhin für die Miliz. So soll er in sozialen Medien verfassungswidrige Inhalte mit Symbolen der Hisbollah veröffentlicht und dort für deren Ziele geworben haben.

Die radikalislamische Hisbollah wird vom Iran unterstützt und gehört neben der islamistischen Hamas im Gazastreifen und der Huthi-Miliz im Jemen zu einer selbsternannten "Achse des Widerstands" gegen Israel und die USA. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels. Hierzulande wurde die Hisbollah 2020 verboten und darf sich nicht betätigten. Zudem gilt sie im strafrechtlichen Sinn als terroristische Vereinigung.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Neuer Waldbrand in Südfrankreich: Mehr als 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Mehr als 200 Feuerwehrleute haben am Sonntag in Südfrankreich gegen einen sich schnell ausbreitenden Waldbrand gekämpft. Wie die Feuerwehr im Département Lozère mitteilte, war das Feuer gegen Mittag im Gemeindegebiet von Massegros-Causses-Gorges etwa 140 Kilometer nordwestlich von Montpellier ausgebrochen. Bis zum frühen Abend hatte es eine Fläche von mehr als 100 Hektar erfasst. Zwei Dörfer wurden vorsorglich evakuiert.

Flugstreichungen und Evakuierungen: Taifun "Dolphin" in Ostchina auf Land getroffen

Mit heftigem Wind ist der Taifun "Dolphin" im dicht besiedelten Osten Chinas auf Land getroffen. Am frühen Sonntagabend (Ortszeit) bewegte sich das Zentrum des Wirbelsturms bei höchster Warnstufe über die Küstenregion der Provinz Zhejiang, wie Chinas Nationales Meteorologisches Zentrum mitteilte. Im Vorfeld waren fast 2000 Flüge in der Region gestrichen worden, zehntausende Menschen wurden evakuiert. In Japan wurden sieben Menschen verletzt.

Verdacht auf illegales Rennen: Zwei Tote nach Motorrad-Unfall in Köln

Mutmaßlich bei einem illegalen Rennen sind in Köln in der Nacht zu Sonntag ein Motorradfahrer und sein Beifahrer ums Leben gekommen. Der Fahrer eines zweiten Motorrads kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, wie die Polizei in der Domstadt mitteilte. Die Beamten leiteten Ermittlungen wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ein.

Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef De la Espriella von Gewalt überschattet

Der Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef Abelardo de la Espriella ist am Wochenende von Gewalt überschattet worden. Einen Tag nach der Vereidigung des rechten Hardliners wurden am Samstag an verschiedenen Orten des südamerikanischen Landes zwei Bombenanschläge verübt, wie die Armee mitteilte. Für einen der Anschläge machte das Militär abtrünnige Guerillakämpfer verantwortlich. De la Espriella verurteilte die Anschläge scharf. Zuvor hatte er seine Absicht bekräftigt, wieder für "Ordnung" zu sorgen.

Textgröße ändern: