Deutsche Tageszeitung - Deutschland überprüft Handelsbeziehungen zu Iran - Reaktion auf US-Zölle

Deutschland überprüft Handelsbeziehungen zu Iran - Reaktion auf US-Zölle


Deutschland überprüft Handelsbeziehungen zu Iran - Reaktion auf US-Zölle
Deutschland überprüft Handelsbeziehungen zu Iran - Reaktion auf US-Zölle / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der von den USA angekündigten Strafzölle gegen Handelspartner des Iran will die Bundesregierung die deutschen Handelsbeziehungen zu der islamischen Republik überprüfen. Geprüft werde, "welche Form von Gütern dabei betroffen" seien, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Mittwoch in Berlin. "Gleichzeitig findet diese Prüfung auch statt unter der Frage, inwieweit wir selbst durch wachsende Sanktionsmaßnahmen den Druck erhöhen können."

Textgröße ändern:

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ist das deutsch-iranische Handelsvolumen in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Im Jahr 2024 habe es bei rund 1,5 Milliarden Euro gelegen, sagte eine Sprecherin. "Damit liegt der Iran als Handelspartner auf Platz 79 zwischen Kuwait und den Cayman-Inseln - also sehr weit hinten." Für das Jahr 2025 lägen noch keine Zahlen vor, es sei aber von einem weiteren Rückgang auszugehen.

US-Präsident Donald Trump hatte angesichts der Gewalt gegen Demonstrierende im Iran Strafzölle gegen alle Handelspartner des Landes verkündet. Jedes Land, das Geschäfte mit der Islamischen Republik Iran mache, müsse ab sofort einen Zollsatz von 25 Prozent auf alle Geschäfte mit den USA zahlen, erklärte er.

Die Bundesregierung forderte den Iran am Mittwoch laut Regierungssprecher Kornelius auf, "diese Gewaltexzesse einzustellen und den Prozess der Öffnung zuzulassen". Die Bundesregierung sehe das Geschehen im Iran weiter "mit großer Sorge".

Im Iran gab es in den vergangenen zwei Wochen massive Proteste gegen die 1979 an die Macht gelangte islamische Regierung. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Menschenrechtsorganisationen befürchten tausende Todesopfer, tausende Menschen wurden festgenommen. Irans Justizchef kündigte im Staatsfernsehen "öffentliche" Schnellprozesse an, US-Präsident Donald Trump drohte der Führung in Teheran im Fall einer Hinrichtung festgenommener Demonstranten mit einem Eingreifen der USA.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Sohn von Norwegens Kronprinzessin sagt erstmals in Vergewaltigungsprozess aus

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wird am Mittwoch die erste Vernehmung von Marius Borg Hoiby erwartet. Am Dienstag hatte der 29-Jährige zu Beginn seines Prozesses vor einem Gericht in Oslo die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen und auch in anderen schwerwiegenden Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Am Dienstag nun soll er erstmals ausführlicher zu den Vorwürfen befragt werden.

Angriff auf Neonazis in Ungarn: Urteil gegen Maja T. in Budapest erwartet

Wegen eines Angriffs auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest vor drei Jahren wird am Mittwoch das Urteil gegen die deutsche Person Maja T. erwartet. Die Sitzung in der ungarischen Hauptstadt soll um 10.30 Uhr beginnen. T. ist nicht-binär, fühlt sich also weder als Mann noch als Frau. Die Person war im Dezember 2023 in Berlin wegen des Vorwurfs der ungarischen Behörden festgenommen worden, sie habe im Februar 2023 gemeinsam mit weiteren antifaschistischen Aktivisten Angehörige der rechtsextremen Szene in Budapest angegriffen.

Nahe Flugzeugträger: USA schießen iranische Drohne im Arabischen Meer ab

Die USA haben nach Pentagon-Angaben eine iranische Drohne im Arabischen Meer abgeschossen. Die Drohne habe sich auf "aggressive" Weise dem Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" genähert, teilte ein Militärsprecher am Dienstag in Washington mit. Der Abschuss durch ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C sei zur "Selbstverteidigung" erfolgt, um den Flugzeugträger und die Besatzung zu schützen.

Gemeinde Crans-Montana spendet über eine Million Euro für Opfer der Brandkatastrophe

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana spendet eine Million Schweizer Franken für die Opfer und Hinterbliebenen der verheerenden Brandkatastrophe in der Silvesternacht. "Wir sind uns bewusst, dass Geld keine Wunden heilen kann, aber wir hoffen, den von dieser Tragödie betroffenen Familien helfen und die Solidarität der Gemeinde Crans-Montana zum Ausdruck bringen zu können", erklärte am Dienstag Gemeindepräsident Nicolas Féraud.

Textgröße ändern: