Deutsche Tageszeitung - Frau wirft Mette-Marits Sohn in Prozess "Alptraum"-Vergewaltigung vor

Frau wirft Mette-Marits Sohn in Prozess "Alptraum"-Vergewaltigung vor


Frau wirft Mette-Marits Sohn in Prozess "Alptraum"-Vergewaltigung vor
Frau wirft Mette-Marits Sohn in Prozess "Alptraum"-Vergewaltigung vor / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat ein weiteres mutmaßliches Opfer eine Vergewaltigung durch Marius Borg Hoiby als "schlimmsten Alptraum" geschildert. In dem Fall, den das Gericht in Oslo am Dienstag erörterte, geht es um eine mutmaßliche Vergewaltigung am 8. Oktober 2023 auf den Lofoten, einer Inselgruppe im Norden Norwegens.

Textgröße ändern:

Der heute 29 Jahre alte Hoiby hatte dort mit seinem Stiefvater Kronprinz Haakon einen Surfurlaub gemacht. Nach einer Party in einer Wohnung soll Hoiby eine junge Frau, die er über die Partnersuche-App Tinder kennengelernt hatte, nach zunächst einvernehmlichen sexuellen Handlungen vergewaltigt haben. Sie sei aufgewacht, als er ohne ihre Einwilligung sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen habe.

"Das war immer der schlimmste Alptraum meines Lebens", sagte die junge Frau am Dienstag vor Gericht. "Ich erinnere mich, dass ich aufgewacht bin, als er in Aktion war", führte sie aus. "Ich habe mir gedacht: 'Ich verstehe nicht, wie jemand Sex mit einer Person haben kann, die schläft'." Sie habe die Augen wieder geschlossen, um Hoibys Übergriffe nicht mit anzusehen.

Das mutmaßliche Opfer hatte nach eigener Aussage während des Vorfalls das Gefühl, "meinen eigenen Körper zu verlassen". "Es war schmerzhaft, mein Körper war nicht bereit dafür", sagte die junge Frau.

Als Beleg, dass die Frau nicht im Zustand war, sich zu wehren, legte die Staatsanwaltschaft ein Video vor, das Hoiby mit seinem eigenen Handy von der jungen Frau gemacht hatte. Dies war nach ihrer Aussage ohne ihr Wissen erfolgt. Laut Sturla Henriksbö zeigt das fünfsekündige Video, dass die Frau geschlafen habe. Auch die von ihrer Fitnessuhr gemessene Herzfrequenz belegt demnach, dass sie zu Tatbeginn geschlafen habe.

Vergangene Woche war ein erstes mutmaßliches Opfer vor Gericht befragt worden. Die Frau war nach eigener Aussage im Dezember 2018 nach einer Party im Keller der Residenz des Kronprinzenpaars in Oslo von Hoiby vergewaltigt worden.

Dem Sohn von Mette-Marit wird vorgeworfen, insgesamt vier Frauen vergewaltigt und mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben. Insgesamt umfasst die Anklage 38 Punkte, Hoiby drohen bis zu 16 Jahre Haft. Er ist der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, bevor sie mit Kronprinz Haakon zusammenkam.

Die mutmaßlichen Vergewaltigungen fanden laut dem Eröffnungsplädoyer der Staatsanwaltschaft alle nach zunächst einvernehmlichem Geschlechtsverkehr statt - oft nach Abenden mit starkem Alkoholkonsum, an denen die Frauen nicht in der Lage gewesen seien, sich zu verteidigen. Die Verteidigung argumentiert dagegen, Hoiby habe "alle Handlungen als völlig normale und einvernehmliche sexuelle Beziehungen wahrgenommen".

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Bärte nicht lang genug: Taliban-Sittenpolizei nimmt afghanische Hilfskräfte fest

Die Sittenpolizei der Taliban-Regierung in Afghanistan hat nach Angaben aus Kreisen von Hilfsorganisationen rund 20 Helfer festgenommen, weil deren Bärte nicht lang genug waren. Sie seien am Samstag in der Nähe eines Grenzübergangs zum Iran für Organisationen tätig gewesen, die mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiteten, hieß es in internen Erklärungen, die am Montag von zwei Hilfskräften an die Nachrichtenagentur AFP weitergegeben wurden.

Mann spendet an Dschihadistenmiliz IS: 5500 Euro Geldstrafe in Hamburg

Wegen Spenden an die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist ein 33-Jähriger in Hamburg zu einer Geldstrafe von 5500 Euro verurteilt worden. Das Oberlandesgericht in der Hansestadt sprach ihn nach Angaben eines Gerichtssprechers wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Sanktionsverstößen schuldig. Laut Anklage hatte er der islamistischen Miliz über Mittelsmänner 220 Euro zukommen lassen.

Mutmaßlich Raketen für Hisbollah gewartet: Prozess in Niedersachsen begonnen

Vor dem Oberlandesgericht im niedersächsischen Celle hat am Montag ein Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der radikalislamischen Hisbollah-Miliz begonnen. Das teilte ein Gerichtssprecherin mit. Der 51-Jährige soll laut Anklage mehrere Jahre lang im Libanon und in Syrien als Elektrotechniker an der Wartung von Raketen und Raketenabwehrsystemen der Miliz gearbeitet haben. Ihm wird Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Diese kämpft gegen Israel.

Mutmaßliche Rechtsextreme besetzen Hermannsdenkmal bei Detmold: Staatsschutz ermittelt

Am Hermannsdenkmal bei Detmold in Nordrhein-Westfalen haben mutmaßliche Rechtsextreme einen mehrstündigen Polizeieinsatz ausgelöst. Ein 21-jähriger Aktivist besetzte das Denkmal am Sonntag über mehrere Stunden, wie die örtliche Polizei mitteilte. Mehrere Vermummte hatten sich zuvor Zutritt zu dem Denkmal verschafft. Nach Einschätzung der Ermittler sind diese der Identitären Bewegung zuzurechnen. Die Vermummten zündeten demnach Pyrotechnik und entrollten Banner.

Textgröße ändern: