Deutsche Tageszeitung - Ex-US-Präsident Bill Clinton sagt über Beziehung zu Epstein aus

Ex-US-Präsident Bill Clinton sagt über Beziehung zu Epstein aus


Ex-US-Präsident Bill Clinton sagt über Beziehung zu Epstein aus
Ex-US-Präsident Bill Clinton sagt über Beziehung zu Epstein aus / Foto: © AFP

Der frühere US-Präsident Bill Clinton ist erstmals von Kongressabgeordneten zu seiner Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein angehört worden. Es gebe "viele Fragen" an den ehemaligen Präsidenten, sagte am Freitag der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, der Republikaner James Comer. Die Demokraten im Ausschuss kritisierten, es werde der "falsche Präsident" befragt.

Textgröße ändern:

Clintons Frau Hillary hatte am Donnerstag bei ihrer Anhörung gefordert, Präsident Donald Trump wegen seiner Verbindungen zu Epstein vorzuladen. Dies lehnen die Republikaner in dem Ausschuss des Repräsentantenhauses ab. Sie fordern stattdessen Aufklärung über die Rolle des 79-jährigen Clinton, der von 1993 bis 2001 Präsident war.

Viele Fotos aus den zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten zeigen den Demokraten. Auf einem Bild liegt Bill Clinton in einem Whirlpool, auf einem anderen schwimmt er neben einer dunkelhaarigen Frau, womöglich Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell.

Der frühere Präsident gibt an, zu Beginn der 2000er Jahre mehrmals in Epsteins Privatflugzeug mitgereist zu sein. Dies sei jedoch im Zusammenhang mit der Arbeit für seine humanitäre Stiftung geschehen. Der Ausschussvorsitzende Comer sagte dagegen, Epstein habe unter Clinton 17 Mal das Weiße Haus besucht. Bill Clinton sei zudem "mindestens 27 Mal" mit dem Privatjet des Finanzberaters geflogen. Dies werfe Fragen auf.

Clinton hatte während seiner Präsidentschaft wiederholt mit Affären zu kämpfen. Am bekanntesten ist seine sexuelle Beziehung zu der Praktikantin Monica Lewinsky, die Clinton nach massivem Druck Ende der 1990er Jahre einräumte.

Die Anhörung Bill Clintons ist für einen früheren Präsidenten außergewöhnlich. Sie findet in einem Kulturzentrum in Chappaqua im Bundesstaat New York statt, dem Wohnort der Clintons.

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er damals aber nur 13 Monate im Gefängnis absitzen.

Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Haftstrafe in Stuttgarter Mafiaprozess - Mitangeklagter Polizist schuldunfähig

In einem Mafiaprozess hat das Landgericht Stuttgart den Hauptangeklagten zu drei Jahren Haft verurteilt. Der 49-Jährige wurde wegen Bandenbetrugs in zwei Fällen in Tateinheit mit Unterstützung einer kriminellen Vereinigung im Ausland und Anstiftung zur Verletzung von Dienstgeheimnissen verurteilt, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Ein mitangeklagter Polizist wurde dagegen freigesprochen. Bei ihm war demnach nicht auszuschließen, dass er aus psychischen Gründen zur Tatzeit schuldunfäig war.

20-Jähriger soll in Frankfurt am Main Mann getötet haben - Festnahme

Ein 20-Jähriger soll in Frankfurt am Main einen Mann in einer Wohnung getötet haben. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in der hessischen Metropole am Mittwoch mitteilten. Er kam wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen zufolge soll er Ende März einen 46-Jährigen in einer Wohnung in der Frankfurter Innenstadt getötet haben.

Tödlicher Absturz von Kleinflugzeug nahe Aachen: Identität beider Toter geklärt

Nach dem tödlichen Absturz eines Kleinflugzeugs in Nordrhein-Westfalen ist die Identität der beiden getöteten Insassen geklärt. Wie die Polizei in Düren am Mittwoch mitteilte, handelt sich um einen 56-jährigen Fluglehrer und einen 22-jährigen Flugschüler. Die Maschine war am Dienstagnachmittag über dem Gebiet des Hürtgenwalds im Bereich einer Talsperre nahe Aachen abgestürzt.

Riesiges Arsenal mit Kriegswaffen in Remscheid: Anklage gegen drei Männer erhoben

Rund ein halbes Jahr nach dem Fund eines großen Arsenals mit Kriegswaffen in einem Haus in Remscheid in Nordrhein-Westfalen ist Anklage gegen drei Männer erhoben worden. Den Beschuldigten werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Wuppertal am Mittwoch mitteilte. Hauptbeschuldigter ist ein 59-Jähriger, dem zur Last gelegt wird, zahlreiche Kriegswaffen zum Verkauf gelagert zu haben.

Textgröße ändern: