Deutsche Tageszeitung - Urteil: Motorradunfall nach der Schule gilt auch bei Umweg als Arbeitsunfall

Urteil: Motorradunfall nach der Schule gilt auch bei Umweg als Arbeitsunfall


Urteil: Motorradunfall nach der Schule gilt auch bei Umweg als Arbeitsunfall
Urteil: Motorradunfall nach der Schule gilt auch bei Umweg als Arbeitsunfall / Foto: © AFP/Archiv

Ein Motorradunfall eines Schülers gilt einem Gerichtsurteil zufolge auch dann als Arbeitsunfall, wenn der Fahrer nicht den direkten Weg von der Schule nach Hause nahm. Das entschied das Sozialgericht Braunschweig und widersprach damit der Einschätzung der zuständigen Gemeindeunfallversicherung, wie das Gericht am Montag in der niedersächsischen Stadt mitteilte.

Textgröße ändern:

Geklagt hatte ein zum Unfallzeitpunkt 17-Jähriger. Dieser war mit seinem Leichtkraftrad von der Schule nach Hause gefahren und hatte dafür nicht den direkten Weg, sondern eine kurvenreiche Straße außerhalb der Ortschaft gewählt. In einer Kurve kollidierte er mit einem Verkehrsschild und zog sich Knochenbrüche sowie Prellungen zu.

Die Unfallversicherung lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall wegen des Umwegs ab. Dem folgte das Sozialgericht nicht. Der besondere Schutz der Schülerunfallversicherung erfordere es, Schüler auch auf Umwegen zu schützen, wenn die Entscheidung dafür auf "alterstypischen Verhaltensweisen" beruhe, hieß es.

Kinder und Jugendliche verhielten sich im Verkehrsraum häufig unvernünftig, was zu schweren oder gar tödlichen Verletzungen führen könne. Sie seien deshalb statistisch besonders gefährdet und benötigten den Schutz der Unfallversicherung. Das Urteil fiel laut Gericht am 28. Oktober 2025 und ist rechtskräftig.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Reiche: Bei längerem Iran-Krieg könnte Treibstoff knapp werden

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat im Fall eines längeren Iran-Kriegs vor möglicher Treibstoffknappheit gewarnt. Reiche sagte am Dienstag bei der Energiekonferenz Ceraweek in Houston im US-Bundesstaat Texas, die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin seien durch den Krieg in die Höhe geschnellt. "Noch sehen wir keine Knappheiten beim Volumen, aber wenn der Konflikt nicht endet, rechnen wir damit vermutlich Ende April oder im Mai."

"Terror"-Ermittlungen nach Autobrand in jüdischem Viertel von Antwerpen

Im Zusammenhang mit dem Brand eines Autos im jüdischen Viertel von Antwerpen sind am Montagabend zwei Jugendliche wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer "terroristischen" Vereinigung festgenommen worden. Nach ersten Erkenntnissen werde gegen die Verdächtigen wegen Brandstiftung und "Beteiligung an Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung" ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft der belgischen Stadt am Dienstag mit. Dabei gehe es um ein im Internet kursierendes Bekennervideo, hieß es.

Niedersachsen: 13-Jährige nach Angriff durch Vater weiterhin in Lebensgefahr

Nach der Bluttat eines Familienvaters in einem Haus im niedersächsischen Barsinghausen bei Hannover schwebt die 13-jährige Tochter des Manns weiterhin in Lebensgefahr. Ihr Gesundheitszustand sei unverändert, teilte die Polizei am Dienstag in Hannover mit. Der 49-jährige Mann hatte in der Nacht zum Montag seine 38 Jahre alte Frau getötet und seine Tochter lebensgefährlich verletzt.

Zwei mutmaßliche Russland-Spione in Deutschland und Spanien festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat in Nordrhein-Westfalen und in Spanien zwei mutmaßliche Russland-Spione festnehmen lassen. Sie sollen in Deutschland jemanden ausgespäht haben, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert, wie die Karlsruher Behörde am Dienstag mitteilte. Es geht um eine Rumänin und einen Ukrainer.

Textgröße ändern: