Deutsche Tageszeitung - Betrug in Darknet bringt Ermittler weltweit auf Spur von Pädophilen

Betrug in Darknet bringt Ermittler weltweit auf Spur von Pädophilen


Betrug in Darknet bringt Ermittler weltweit auf Spur von Pädophilen
Betrug in Darknet bringt Ermittler weltweit auf Spur von Pädophilen / Foto: © AFP/Archiv

Aus China heraus soll ein 35 Jahre alter Mann mit einer Betrugsmasche im Darknet Pädophile zum Kauf vermeintlicher kinderpornografischer Bilder gebracht haben. Bayerische Ermittler legten dem 35-Jährigen das Handwerk und identifizierten außerdem weltweit 440 tatverdächtige mutmaßliche Nutzer von Kinderpornografie, darunter 39 Verdächtige aus Deutschland, wie das Landeskriminalamt am Freitag in München mitteilte. Es seien 373.000 Seiten im Darknet stillgelegt worden.

Textgröße ändern:

Die Ermittlungen liefen den Angaben zufolge seit Mitte 2021. Auf der Darknetplattform "Alice with Violence CP" stellten die Fahnder fest, dass gegen Bezahlung mit Bitcoins oder Dollars Datenpakete mit Kinderpornos sowie weitere kriminelle Dienste angeboten wurden. Ziel sei gewesen, mögliche Kunden ohne Gegenleistung zur Zahlung zu bringen - die Kinderpornografie sei durch Vorschaubilder suggeriert worden.

Der Tatverdächtige habe für Preise zwischen 20 und 250 Dollar Datenpakete mit Kinderpornos angeboten. Die Polizei richtete ihre Ermittlungen nicht nur gegen den Betrüger, sondern auch gegen die Nutzer der Plattform. Dies seien etwa 600 gewesen, bei weltweit 440 sei bislang die Identifizierung gelungen.

Es sei im Zuge der Ermittlungen sofort bei möglichen Gefahren von Kindern eingeschritten worden. Sobald bekannt wurde, dass Kinder bei Tatverdächtigen wohnten, sei das Verfahren an die zuständige Polizei abgegeben worden. So sei im Landkreis Starnberg ein 31 Jahre alter Familienvater als Nutzer der Plattform aufgeflogen. Er sei inzwischen rechtskräftig verurteilt.

Bei einer weltweiten Aktion seien in 23 Staaten in diesem Monat Razzien bei den Nutzern der Angebote wegen Besitzerschaffung kinderpornografischer Inhalte erfolgt. Deutschlandweit habe es bei 14 Tatverdächtigen Durchsuchungen gegeben.

Gegen den tatverdächtigen Chinesen wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen, nach dem Mann wird gefahndet. Er soll etwa 400.000 Dollar und 18 Bitcoins erwirtschaftet haben.

Die bayerischen Ermittler beschlagnahmten insgesamt 105 Server. Die Ermittlungen dauerten an.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Mann greift US-Touristen an der Akropolis mit Messer an

Ein Mann hat am Eingang zur Akropolis in Athen zwei US-Touristen mit einem Messer angegriffen. Die beiden seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, befänden sich aber außer Lebensgefahr, berichtete die griechische Nachrichtenagentur Ana. Nach örtlichen Medienberichten war der Täter der Polizei bekannt und bereits mehrfach in psychiatrische Kliniken eingewiesen worden. Er sei auch schon wegen Beleidigung und Tragens einer Stichwaffe festgenommen worden.

Nach spektakulärem Louvre-Diebstahl: Apollo-Galerie öffnet wieder - aber ohne Juwelen

Neun Monate nach dem spektakulären Juwelen-Diebstahl im Pariser Louvre soll der betroffene Museumsbereich nun wieder zu besichtigen sein. Die Apollo-Galerie werde am Mittwoch wiedereröffnet, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montagabend aus informierten Kreisen in der französischen Hauptstadt. Allerdings sollen in der Galerie vorerst keine Juwelen mehr ausgestellt werden.

Schlag gegen mutmaßliche Autohehler: Festnahmen in Deutschland und Rumänien

Deutsche und rumänische Ermittler haben gemeinsam zehn mutmaßliche illegale Autohändler gefasst. Wie die Polizei im baden-württembergischen Konstanz am Dienstag mitteilte, handelte es sich um Mitglieder einer Bande von Autohehlern, deren Haupttäter meist aus dem Raum Tuttlingen agierten. Die Verdächtigen sollen demnach zahlreiche Fahrzeuge aus Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn und weiteren Staaten illegal verschoben haben.

Brandenburg: 16-jährige Fahrschülerin gerät mit Motorrad unter Lastwagen und stirbt

Eine 16-jährige Fahrschülerin ist bei einem schweren Motorradunfall auf der Autobahn 24 in Brandenburg ums Leben gekommen. Die jugendliche Motorradfahrerin stürzte am Montag beim Auffahren auf die Autobahn auf nasser Fahrbahn und geriet unter einen Lastwagen, wie die Polizei in Neuruppin am Dienstag mitteilte. Eine Notärztin konnte nur noch ihren Tod feststellen.

Textgröße ändern: