Deutsche Tageszeitung - Gericht: Brandenburgs Ex-Wirtschaftsminister darf nicht für Tesla-Kanzlei arbeiten

Gericht: Brandenburgs Ex-Wirtschaftsminister darf nicht für Tesla-Kanzlei arbeiten


Gericht: Brandenburgs Ex-Wirtschaftsminister darf nicht für Tesla-Kanzlei arbeiten
Gericht: Brandenburgs Ex-Wirtschaftsminister darf nicht für Tesla-Kanzlei arbeiten / Foto: © AFP/Archiv

Der ehemalige Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) darf zunächst nicht für eine Kanzlei arbeiten, die den US-Autohersteller Tesla vertritt. Eine Beschwerde Steinbachs gegen eine entsprechende Verfügung der Landesregierung Brandenburg wies das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg am Freitag zurück, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Damit folgte das OVG dem Verwaltungsgericht Potsdam, bei dem Steinbach einen Eilrechtsschutzantrag gestellt hatte, der ebenfalls abgewiesen wurde.

Textgröße ändern:

Steinbach war seit 2019 Wirtschaftsminister des Landes und wirkte maßgeblich an der Ansiedlung des Tesla-Werks im brandenburgischen Grünheide mit. Ende 2024 trat er aus der Landesregierung aus und wollte einige Zeit später bei besagter Wirtschaftskanzlei als Berater arbeiten. Dies untersagte die Landesregierung per Verfügung vom 4. September 2025 für die Dauer der zweijährigen Karenzzeit, die im Dezember 2026 endet.

Dies war rechtens, wie nun auch das OVG feststellte. Nach dem Brandenburgischen Ministergesetz könne die Landesregierung eine solche Erwerbstätigkeit untersagen, "soweit zu besorgen ist, dass durch die Beschäftigung öffentliche Interessen beeinträchtigt werden", hieß es.

Ausreichend sei der begründete Anschein, dass Zweifel an der Integrität der Landesregierung entstehen könnten, erklärte das OVG. Dies sei hier der Fall. Schließlich sei Steinbach während seiner Amtszeit im erheblichen Maß an der Tesla-Ansiedlung beteiligt gewesen. Die Kanzlei, für die er nun tätig werden wolle, habe das Land beim Verkauf eines Grundstücks für die Tesla-Produktionsstätte und bei der Zulassung eines vorzeitigen Beginns der Errichtung der Anlage beraten.

Nach Auffassung des OVG nahm Steinbach "einen nicht unerheblichen vermittelnden Einfluss" auf die Mandatierung der Kanzlei durch einen Landesbetrieb. Inzwischen sei die Wirtschaftskanzlei für Tesla statt für das Land tätig. Diese Umstände seien geeignet, das Vertrauen der Allgemeinheit in die Integrität der Landesregierung zu beeinträchtigen, lautete die Argumentation des Gerichts. Der OVG-Beschluss ist unanfechtbar.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Tausende nehmen in Belgrad Abschied von gestorbenem Kriegsverbrecher Mladic

Tausende Menschen haben am Montag in der serbischen Hauptstadt Belgrad Abschied von dem in Haft in Den Haag gestorbenen Kriegsverbrecher Ratko Mladic genommen. Schon am Montagmorgen bildete sich eine lange Schlange vor der St.-Lukas-Kirche, in welcher der Sarg mit Mladics Leichnam aufgebahrt war, bevor er am Nachmittag beigesetzt werden sollte. Angesichts der Feierlichkeiten verurteilte die EU die "Verherrlichung von Kriegsverbrechern" in Serbien, das EU-Mitglied werden will.

Weiter Flug-Chaos in Indonesien wegen Vulkanausbruchs - Hunderttausende sitzen fest

Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau in Indonesien hat am Montag weiter für Chaos im Flugverkehr gesorgt. Der größte Flughafen des Inselstaats, der internationale Flughafen Soekarno-Hatta nahe der Hauptstadt Jakarta, setzte den Flugbetrieb wegen der "verstärkten Eruptionsaktivität" des Anak Krakatau bis Montagabend 23.59 Uhr (Ortszeit, 18.59 Uhr MESZ) aus. Hunderttausende Passagiere saßen fest.

Kirchen rufen nach AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt zu Achtung von Grundgesetz auf

Nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rufen die christlichen Kirchen zur Achtung von Landesverfassung und Grundgesetz auf. Ihre Sorge gelte "vor allem dem Zusammenleben und Miteinander der Menschen in Sachsen-Anhalt, sowie insbesondere der Achtung der von Gott gegebenen Menschenwürde, die bedingungslos jedem zusteht", erklärten evangelische und katholische Kirche sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland gemeinsam am Montag in Bonn.

WMO: Hitzewellen und Waldbrände verschlechtern die Luftqualität

Hitzewellen und Waldbrände erschweren laut einem neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) die weltweiten Bemühungen um saubere Luft: Wie aus dem am Montag veröffentlichten WMO-Bericht zu Klima und Luftqualität hervorgeht, führen die steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels nicht nur zu einer Zunahme von Bränden, deren Rauch schädliche Feinstaubpartikel enthält, sondern auch zur Bildung von Ozon am Boden - einer weiteren Gesundheitsgefahr.

Textgröße ändern: