Deutsche Tageszeitung - Eltern von bei Flut im Ahrtal getöteter Frau scheitern mit Klageerzwingung

Eltern von bei Flut im Ahrtal getöteter Frau scheitern mit Klageerzwingung


Eltern von bei Flut im Ahrtal getöteter Frau scheitern mit Klageerzwingung
Eltern von bei Flut im Ahrtal getöteter Frau scheitern mit Klageerzwingung / Foto: © AFP/Archiv

Gut fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal in Rheinland-Pfalz sind die Eltern einer dabei gestorbenen Frau mit einer Klageerzwingung gegen den ehemaligen Landrat des Landkreises Bad Neuenahr-Ahrweiler und den damaligen technischen Einsatzleiter gescheitert. Der Antrag wurde als unzulässig verworfen, wie das Oberlandesgericht Koblenz am Mittwoch mitteilte. Er genügte nicht den formellen Anforderungen. (Az.: 6 Ws 788/25)

Textgröße ändern:

Die Eltern der bei der Flut im Juli 2021 getöteten Frau werfen dem ehemaligen Landrat und dem technischen Einsatzleiter fahrlässige Tötung durch Unterlassen vor. Im April 2024 stellte die Staatsanwaltschaft Koblenz die Ermittlungen wegen möglicher strafrechtlich relevanter Versäumnisse ein. Die dagegen erhobenen Beschwerden wies die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz im Oktober zurück.

Gegen diese Entscheidung gingen die Eltern der gestorbenen Frau mit einem sogenannten Klageerzwingungsantrag vor. Diesen wies das Gericht nun ab. Laut den Vorschriften muss der Antrag Tatsachenbegründungen und Beweismittel angeben. Dazu gehört eine aus sich heraus verständliche und prüfbare Sachverhaltsdarstellung, aus der sich ein Anfangsverdacht für eine Straftat entnehmen lässt.

Das Oberlandesgericht darf nicht darauf verwiesen werden, sich die maßgeblichen Tatsachen erst aus den Ermittlungsakten oder anderen Unterlagen zusammenzusuchen. Diesen Anforderungen genügte der Antrag nicht, wie die Richter entschieden. 4156 von insgesamt 4208 Seiten waren Kopien von ausgewählten Inhalten der Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft. Eine solche Übernahme ersetze keine eigenständige Sachverhaltsdarstellung.

Auch auf den restlichen 52 Seiten fehlte es laut Beschluss an einer in sich geschlossenen Sachverhaltsdarstellung. Ausführungen zu damaligen Abläufen, Wetterprognosen oder Warnmeldungen blieben pauschal und standen im Zusammenhang mit daraus gezogenen Schlüssen der Antragsteller. Gegen den Beschluss kann Verfassungsbeschwerde eingelegt werden.

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hatte extremer Starkregen im Juli 2021 verheerende Überschwemmungen ausgelöst. In Nordrhein-Westfalen gab es 49 Tote. In Rheinland-Pfalz kamen laut Landesregierung 136 Menschen ums Leben, ein Mensch wird noch immer vermisst.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Zahl antisemitischer Vorfälle in Nordrhein-Westfalen erreicht 2025 Höchststand

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Nordrhein-Westfalen ist 2025 nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus um mehr als 17 Prozent gestiegen. Damit sei erneut ein Höchststand erreicht worden, teilte die Recherchestelle am Mittwoch in Düsseldorf mit. Insgesamt wurden demnach 1102 Fälle erfasst - nach 940 Fällen im Vorjahr. Besonders deutlich zeigte sich der Anstieg bei Bedrohungen und Angriffen.

15-Jähriger soll Anschlag auf Synagoge geplant haben: Mit Kugelbombe verletzt

Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt gegen einen 15 Jahre alten Jugendlichen, der mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat sympathisieren und einen Anschlag in Deutschland geplant haben soll. Ziel der Anschlagsplanungen soll insbesondere eine Synagoge gewesen sein, erklärte die Behörde am Mittwoch auf Anfrage. Der in Untersuchungshaft sitzende Jugendliche soll dafür "eine große Menge an pyrotechnischen Gegenständen" bei sich zu Hause gehortet haben.

Mann vergewaltigt Zwölfjährige in Rheinland-Pfalz - zweite Ermittlung eingestellt

Ein 20-Jähriger soll im rheinland-pfälzischen Koblenz eine Zwölfjährige vergewaltigt haben. Die Ermittlungen gegen den Mann in einem weiteren Fall wurden hingegen eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Mittwoch mitteilte. Demnach geht es in den Verfahren um zwei sexuelle Übergriffe aus dem April. Der erste ereignete sich am 16. April in der Koblenzer Innenstadt.

93-Jährige in Bremen von Müllwagen überrollt und getötet

Eine 93-Jährige ist in Bremen von einem Müllwagen überrollt und tödlich verletzt worden. Die Frau erlag ihren Verletzungen in einem Krankenhaus, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Demnach ereignete sich der Unfall am Dienstagmittag im Stadtteil Vahr. Den Ermittlungen zufolge wollte die Frau vor einem wartenden Müllauto die Straße überqueren.

Textgröße ändern: