Deutsche Tageszeitung - Cyberangriff auf Tiefkühlunternehmen in Japan betrifft nun auch Eishersteller

Cyberangriff auf Tiefkühlunternehmen in Japan betrifft nun auch Eishersteller


Cyberangriff auf Tiefkühlunternehmen in Japan betrifft nun auch Eishersteller
Cyberangriff auf Tiefkühlunternehmen in Japan betrifft nun auch Eishersteller / Foto: © AFP

In Japan wirkt sich der mutmaßliche Cyberangriff auf einen wichtigen Tiefkühlkostproduzenten nun auch auf einen großen Speiseeishersteller aus - ausgerechnet inmitten einer Hitzewelle. Das Unternehmen Ezaki Glico teilte am Donnerstag mit, dass ein Teil seiner Eissorten von Kühlhäusern des Unternehmens Nichirei abhängig sei. Dieses hatte am Mittwoch erklärt, "Ziel eines Cyberangriffs" geworden zu sein, was sich auch auf die Belieferung von Kunden auswirke.

Textgröße ändern:

Nichirei ist Japans führender Anbieter von Tiefkühlprodukten, betreibt aber auch Kühlhäuser. Japanische Medienberichten zufolge könnten bis zu 20 Prozent der Speiseeisprodukte von Glico betroffen sein. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen greife auf alternative Lösungen zurück, um die betroffenen Geschäftsbereiche im Westen des Landes zu versorgen. Die Eisnachfrage in Japan war zuletzt angesichts hochsommerlicher Temperaturen vielerorts sprunghaft gestiegen.

Betroffen von den Problemen bei Nichirei ist auch die Kette Kura Sushi, die fast 700 Filialen in Japan und im Ausland betreibt. Sie hatte am Mittwoch erklärt, dass es in ihren Restaurants im Westen des Landes bei bestimmten Produkten Lieferverzögerungen gebe. Auch KFC Japan warnte, dass in Schnellrestaurants der Kette womöglich bestimmte Produkte von der Karte gestrichen oder einige Filialen vorübergehend geschlossen werden müssten.

Nicherei machte keine näheren Angaben zu dem Cyberangriff, erklärte aber, dass der Vorfall untersucht werde und Maßnahmen zur Wiederherstellung der IT-Systeme ergriffen würden. Ab Freitag werde mit einer schrittweisen Wiederaufnahme des gestörten Betriebs gerechnet. Ein Sprecher der japanischen Regierung sagte am Donnerstag, der Vorfall führe vor Augen, wie wichtig es für Unternehmen sei, ihre Systeme auf dem neuesten Stand zu halten.

Im vergangenen Jahr hatte in Japan bereits der Bierbrauer Asashi einen "ausgeklügelten Cyberangriff" vermeldet, in dessen Folge sich das Unternehmen zur Verschiebung der Veröffentlichung seiner Finanzergebnisse gezwungen sah. Wenige Wochen zuvor hatte die Einrichtungs- und Bekleidungskette Muji ihren Online-Verkauf in Japan nach einem sogenannten Ransomware-Angriff auf ihren Lieferpartner Askul aussetzen müssen - hierbei verschlüsseln Cyberkriminelle Daten und verlangen für die Entsperrung ein Lösegeld.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Nach Polizeischüssen auf bewaffneten Mann in Dresden: Antrag auf Unterbringung

Nach Schüssen der Polizei auf einen bewaffneten Mann in Dresden hat die Staatsanwaltschaft die vorläufige Unterbringung des Manns in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt. Dem 41-Jährigen wird unter anderem versuchte gefährliche Körperverletzung und Bedrohung vorgeworfen, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Demnach soll er am Sonntag versucht haben, einen 23-Jährigen mit einem Hammer zu schlagen.

Brückeneinsturz in Genua: Bis zu zwölf Jahre Haft für 32 der 57 Angeklagten

43 Menschen starben, als im Sommer 2018 in Genua die Morandi-Autobahnbrücke einstürzte. Acht Jahre später und nach einem kräftezehrenden vierjährigen Gerichtsverfahren sind am Donnerstag 32 der 57 Angeklagten schuldig gesprochen und zu Strafen von bis zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Zum Abschluss des Mammut-Prozesses in der norditalienischen Stadt waren zahlreiche Opfer-Angehörige gekommen.

Tod nach Streit mit Skatern in Nordrhein-Westfalen: Mutmaßlich Beteiligter stellt sich

Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod eines 50-Jährigen in Nordrhein-Westfalen hat sich ein Mann der Polizei gestellt. Der 28-Jährige gab an, dass er an der Tat beteiligt war, wie die Polizei Münster am Donnerstag mitteilte. Wie genau er beteiligt gewesen sein könnte, werde derzeit ermittelt. Der Mann sei nicht vorläufig festgenommen worden.

"Wahres Blutbad": Lange Haftstrafe für 31-Jährigen wegen Messerangriffs in Berlin

Wegen eines tödlichen Angriffs auf einen Mann mit einem etwa 30 Zentimeter langen Küchenmesser hat das Landgericht Berlin einen 31-Jährigen zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte Ende Januar einem 21-Jährigen nach einem geselligen Abend in der Wohnung eines Freunds schwerste Stich- und Schnittverletzungen zugefügt hatte, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte.

Textgröße ändern: