Deutsche Tageszeitung - Weitere Staaten verhängen wegen Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen

Weitere Staaten verhängen wegen Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen


Weitere Staaten verhängen wegen Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen
Weitere Staaten verhängen wegen Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen / Foto: ©

Ausnahmezustand in aller Welt: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben am Wochenende Staaten weltweit das öffentliche Leben weiter eingeschränkt. In Deutschland einigten sich Bund und Länder am Sonntag auf ein weitreichendes Kontaktverbot. Die spanische Regierung plant, die seit 14. März geltenden weitreichenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 11. April zu verlängern.Griechenland verhängt nach Angaben von Regierungschef Kyriakos Mitsotakis ab Montag eine landesweite Ausgangssperre.

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Weltweit stieg die Zahl der Infektionsfälle am Sonntag laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf über 300.000 in 170 Ländern und Gebieten. Mehr als 13.400 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Inzwischen gelten rund um den Globus für rund eine Milliarde Menschen Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen.

In Deutschland einigten sich die Länderchefs am Sonntag in einer Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine neue Abstandsregelung. Die Menschen müssten in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einhalten, sagte die Kanzlerin. Versammlungen von mehr als zwei Menschen seien verboten. Ausnahmen gelten demnach nur für Angehörige des eigenen Hausstands.

Besonders dramatisch entwickelt sich die Lage in Italien. Dort starben binnen 24 Stunden weitere 651 Menschen an dem Virus. Damit stieg die Zahl der Todesfälle auf fast 5500. Die Zahl der Infektionen wuchs um 5560 auf 59.158.

In China, dem Ursprungsland des Virusausbruchs, infizierten sich bislang mehr als 81.000 Menschen, 3261 starben. Die am schlimmsten betroffenen Länder nach Italien und China sind Spanien (1720 Tote), der Iran (1685 Tote), Frankreich (562 Tote) und die USA (340 Tote).

Trotz Ausgangssperren breitet sich das Virus in Italien weiter aus. Die Regierung verfügte deshalb die Schließung aller "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen und Fabriken.

In Spanien stieg die Zahl der Infektions- und Todesfälle drastisch an. Innerhalb von 24 Stunden erlagen nach offiziellen Angaben fast 400 weitere Menschen dem Virus. Angesichts dieser Entwicklung will die Regierung die bereits bestehende landesweite Ausgangssperre bis zum 11. April verlängern. Dies kündigte Regierungschef Pedro Sánchez am Sonntag an - diesem Schritt muss aber erst noch das Parlament zustimmen.

Die britische Regierung, die wegen ihres lange Zeit zögerlichen Umgangs mit der Corona-Krise heftig kritisiert worden war, verschärfte ihre Maßnahmen. Sie rief 1,5 Millionen Risikopatienten dazu auf, sich drei Monate lang in Quarantäne zu begeben.

In China wurde am Sonntag erstmals seit vier Tagen wieder eine im Inland übertragene Neuinfektion gemeldet, nachdem die Fallzahlen in den vergangenen Tagen deutlich zurückgegangen waren. In der Volksrepublik und anderen asiatischen Ländern werden nun Befürchtungen laut, die Zahlen könnten durch aus Europa "importierte" Infektionen wieder ansteigen.

Für mehr als ein Drittel der US-Bürger gelten inzwischen Ausgangsbeschränkungen. Betroffen sind mehrere Bundesstaaten und unter anderem die drei größten Städte New York, Los Angeles und Chicago.

Die Pandemie hat auch die Wirtschaft und die Aktienmärkte weltweit in die Knie gezwungen. Die USA – die größte Volkswirtschaft der Welt – bereiten gigantische Hilfen im Umfang von mehreren Billionen Dollar vor. Auch mehrere europäische Staaten haben Konjunkturpakete angekündigt, um einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu verhindern.

Auch im Nahen Osten bleibt die Alarmbereitschaft hoch. Der Iran meldete am Sonntag 129 neue Todesfälle. Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, wies dessen ungeachtet ein Hilfsangebot der USA brüsk zurück. Der Iran werde von den "Scharlatanen" in den USA keine Hilfe annehmen, sagte Chamenei in einer Fernsehansprache.

Die palästinensische Autonomiebehörde verhängte wegen der Pandemie am Sonntag eine zweiwöchige Ausgangssperre. Von Sonntagabend an dürften die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Wafa. Im von Israel besetzten Westjordanland gibt es 57 nachgewiesene Infektionsfälle. Inzwischen wurden auch zwei Fälle in dem von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen gemeldet.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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