Deutsche Tageszeitung - Angreifer vor israelischer Botschaft in Serbien erschossen - Israel spricht von "Terroranschlag"

Angreifer vor israelischer Botschaft in Serbien erschossen - Israel spricht von "Terroranschlag"


Angreifer vor israelischer Botschaft in Serbien erschossen - Israel spricht von "Terroranschlag"
Angreifer vor israelischer Botschaft in Serbien erschossen - Israel spricht von "Terroranschlag" / Foto: © AFP

Vor der israelischen Botschaft in Belgrad ist ein Minderjähriger erschossen worden, nachdem er mutmaßlich einen Polizisten angegriffen hatte. Der serbische Innenminister Ivica Dacic sprach nach dem Vorfall, der sich in der Nacht zum Mittwoch ereignete, von einem "terroristischen Angriff". "Ein Minderjähriger, dessen Identität noch nicht festgestellt wurde, der aber aus Sabac stammen soll, hat ein Mitglied der Polizei mit zwei Messern angegriffen und dabei 'Allahu Akbar' gerufen", erklärte Dacic. Israel bestätigte einen "versuchten Terroranschlag".

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Der Polizist sei durch Messerstiche leicht im Gesicht verletzt worden. Er habe den Angreifer in Notwehr getötet, hieß es in der Erklärung des Innenministers. Den Angaben zufolge ereignete sich der Vorfall kurz nach Mitternacht.

Dacic zufolge war der Angreifer den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen und überwacht worden. Dieser habe "auf seinem Instagram-Profil eine schwarze Flagge und das Emblem des Islamischen Staates", fügte er hinzu.

Die Terrorwarnstufe wurde laut dem Ministerium auf das höchste Niveau angehoben. Die bedeute "strengere Sicherheitskontrollen und eine verstärkte Polizeipräsenz an sensiblen Orten, darunter Infrastruktur und Orte, an denen an sich große Menschenmengen versammeln", hieß es.

Das israelische Außenministerium bestätigte am Mittwochvormittag, dass es in der Nacht in der Nähe der Botschaft einen "versuchten Terroranschlag" gegeben habe. "Der Angreifer wurde von der örtlichen Polizei neutralisiert. Kein Mitglied des Botschaftspersonals wurde verletzt", erklärte das Ministerium auf X. Die Botschaft sei zum Zeitpunkt des Vorfalls geschlossen gewesen.

Der Angriff erfolgte kurz nach der am Dienstag abgehaltenen Parlamentswahl in Israel. Nach Auszählung von 66,3 Prozent der Stimmzettel lag das Lager von Regierungschef Benjamin Netanjahu nach Angaben der Wahlbehörde am Mittwochvormittag vorn. Demnach kommen Netanjahus Likud-Partei und ihre Verbündeten auf 54 der 120 Sitze im Parlament. Das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot kommt demnach auf 48 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 18. Die Teilergebnisse können sich aber noch ändern - Prognosen sahen beide Lager in etwa gleichauf mit je 51 Sitzen und ohne parlamentarische Mehrheit.

Die israelische Botschaft in Serbien war bereits im Juni 2024 Ziel eines ähnlichen Angriffs geworden. Damals verletzte ein mit einer Armbrust bewaffneter Angreifer einen Polizeibeamten, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Bei dem Angreifer handelte es sich um einen 25-Jährigen aus einem Dorf nahe Belgrad, der zum Islam konvertiert war.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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