Deutsche Tageszeitung - IW-Studie: Pandemie verursacht Wertschöpfungsausfall von rund 340 Milliarden Euro

IW-Studie: Pandemie verursacht Wertschöpfungsausfall von rund 340 Milliarden Euro


IW-Studie: Pandemie verursacht Wertschöpfungsausfall von rund 340 Milliarden Euro
IW-Studie: Pandemie verursacht Wertschöpfungsausfall von rund 340 Milliarden Euro

Die Corona-Pandemie hat laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in den vergangenen zwei Jahren zu deutlichen Wertschöpfungsverlusten in der deutschen Wirtschaft geführt. Rund 340 Milliarden Euro an Wertschöpfung seien durch die Pandemie verloren gegangen, erklärte das IW am Mittwoch. Pro Kopf gaben die Deutschen demnach im Schnitt 3600 Euro weniger aus, als in einer Welt ohne Corona.

Textgröße ändern:

Die Konsumausgaben privater Haushalte fielen durch die Pandemie demnach um 300 Milliarden Euro geringer aus. Grund dafür waren insbesondere die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten und die hohe Inflation.

Am deutlichsten betroffen waren laut IW die Dienstleister: Knapp 60 Prozent der Ausfälle entfielen auf Dienstleistungsunternehmen, insgesamt wurden in diesem Bereich rund 200 Milliarden Euro weniger ausgegeben. Besonders betroffen waren Kultur, Sport und persönliche Dienstleistungen. Auch Handel und Gastgewerbe waren laut IW stark betroffen, auf das verarbeitende Gewerbe entfielen ein Drittel der Einbußen.

Zwar gab es bereits erste Erholungstendenzen, beispielsweise im Außenhandel. Hier lagen im letzten Quartal 2021 die Importe und Exporte über dem Jahresdurchschnitt von 2019. Doch der Ukraine-Krieg drohe die wirtschaftliche Erholung wieder zu ersticken, warnten das IW.

"Die langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft sind noch kaum abzusehen", erklärte IW-Direktor Michael Hüther. In einzelnen Branchen seien bereits Produktionsstopps zu beobachten, teilweise aufgrund der hohen Energiepreise bereits vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. "Wenn diese in der Breite greifbar werden, droht ein Anstieg der Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit", warnte Hüther.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. "Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. "Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt."

Warken will Suizidprävention stärken - Verbände fordern zentrale Hilfe-Rufnummer

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Suizidprävention bundesweit stärken. Die dafür zuständigen Länder und Kommunen sollten besser unterstützt werden, heißt es in einem Gesetzentwurf, dessen Inhalte AFP am Freitag in Berlin in Auszügen vorlagen. Darin ist unter anderem die Schaffung einer "Bundesfachstelle für Suizidprävention" geplant. Mehrere Verbände drängten auf eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer.

Marburger Bund fordert besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser

Angesichts anhaltend hoher Temperaturen hat der Ärzteverband Marburger Bund einen besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser gefordert. "Die allermeisten Bereiche vom Krankenhaus sind nicht klimatisiert", sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Klare Vorgaben gebe es nur für den Operationsbereich und für die Radiologie. Nur ein Drittel der Häuser habe klimatisierte Patientenzimmer.

Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende

Rednerinnen und Redner unterschiedlicher Fraktionen haben am Donnerstag im Bundestag für die Einführung der so genannten Widerspruchslösung bei der Organspende geworben. Viele Menschen sterben, "weil das rettende Organ fehlt", sagte die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann in der Orientierungsdebatte im Parlament. Sie betonte, auch bei der Widerspruchslösung bleibe "das Recht auf Selbstbestimmung unangetastet".

Textgröße ändern: