Deutsche Tageszeitung - Bitkom: Neun von zehn Erwerbstätigen möchten künftig zumindest zeitweise mobil arbeiten

Bitkom: Neun von zehn Erwerbstätigen möchten künftig zumindest zeitweise mobil arbeiten


Bitkom: Neun von zehn Erwerbstätigen möchten künftig zumindest zeitweise mobil arbeiten
Bitkom: Neun von zehn Erwerbstätigen möchten künftig zumindest zeitweise mobil arbeiten

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt im Eiltempo verändert und die Beschäftigten haben sich zunehmend auf Homeoffice und flexible Arbeitszeiten eingestellt. Neun von zehn Erwerbstätigen wollen auch in Zukunft zumindest zeitweise mobil arbeiten, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab. 95 Prozent von ihnen wollen sich zudem die eigene Arbeitszeit frei einteilen. Zu den Erwerbstätigen gehören Arbeitnehmer und Selbstständige.

Textgröße ändern:

Das Büro bleibt laut Umfrage dabei hoch im Kurs: Acht von zehn Erwerbstätigen wünschen sich demnach einen festen Arbeitsplatz in einem Einzelbüro, sieben von zehn wollten wieder in einem Büro mit mehreren Menschen arbeiten. Das Großraumbüro wünschen sich hingegen nur ein Drittel der Befragten zurück. Knapp jeder Sechste könnte sich auch vorstellen, von einem festen Wohnort im Ausland zu arbeiten, jeder Dritte würde die Arbeit sogar aus dem Campingbus erledigen.

"Hybride Arbeitsmodelle werden sich zunehmend durchsetzen", erläuterte Bitkom-Präsident Achim Berg die Ergebnisse. Er erwartet, dass die meisten Erwerbstätigen zwischen Arbeitstagen im Büro und am Wohnort abwechseln.

Ihre Produktivität schätzten die Arbeitnehmer sowohl im Büro als auch im Homeoffice als hoch ein: 98 Prozent der Umfrageteilnehmer hielten sich im Büro für produktiv, über das Homeoffice sagten das 90 Prozent. Die Arbeitszufriedenheit war mit 90 Prozent im Büro und 88 Prozent im Homeoffice ähnlich hoch.

Insgesamt überwiegen für die Mehrheit der Erwerbstätigen die Vorteile des mobilen Arbeitens. 85 Prozent derjenigen, die mobil arbeiten, fühlen sich weniger gestresst, weil sie sich den Arbeitsweg sparen. 82 Prozent bewerteten den Zeitgewinn positiv und weitere 74 Prozent können nach eigener Aussage im Homeoffice Arbeit und Privatleben besser vereinbaren. 62 Prozent schätzen zudem die höhere zeitliche Flexibilität im Homeoffice. 32 Prozent freuen sich, dass sie seltener von Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit gestört wurden.

Aus der Arbeit im Homeoffice ergeben sich jedoch auch Nachteile: 44 Prozent beklagen den fehlenden Austausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen, ein Fünftel wünscht sich außerdem mehr Kontakt mit der Chefin oder dem Chef. Auch die Abgrenzung von Privatleben und Arbeit fällt 27 Prozent der Erwerbstätigen im Homeoffice besonders schwer.

"Längst nicht alle Jobs sind zum mobilen Arbeiten geeignet", betonte Bitkom-Präsident Berg. Der Wunsch nach mehr Flexibilität, Selbstbestimmung und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben" sei jedoch groß. "Die Politik und Unternehmen sind gefordert, hierfür den richtigen Rahmen zu setzen."

Für die Erhebung befragte die Bitkom Research insgesamt rund 1500 Erwerbstätige im Alter ab 16 Jahren. Die Umfrage fand im Januar und Februar telefonisch statt.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Hausärzte werfen Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vor

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat der Bundesregierung Versagen beim Hitzeschutz vorgeworfen. "Die Bundesregierung lässt die Praxen beim Hitzeschutz im Stich", sagte die Verbandsvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. "Den jahrelangen Ankündigungen, man werde das Thema Hitzeschutz endlich priorisieren, sind keine Taten gefolgt."

Warken will Suizidprävention stärken - Verbände fordern zentrale Hilfe-Rufnummer

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Suizidprävention bundesweit stärken. Die dafür zuständigen Länder und Kommunen sollten besser unterstützt werden, heißt es in einem Gesetzentwurf, dessen Inhalte AFP am Freitag in Berlin in Auszügen vorlagen. Darin ist unter anderem die Schaffung einer "Bundesfachstelle für Suizidprävention" geplant. Mehrere Verbände drängten auf eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer.

Marburger Bund fordert besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser

Angesichts anhaltend hoher Temperaturen hat der Ärzteverband Marburger Bund einen besseren Hitzeschutz für Krankenhäuser gefordert. "Die allermeisten Bereiche vom Krankenhaus sind nicht klimatisiert", sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Klare Vorgaben gebe es nur für den Operationsbereich und für die Radiologie. Nur ein Drittel der Häuser habe klimatisierte Patientenzimmer.

Fraktionsübergreifend Werben für Widerspruchslösung bei Organspende

Rednerinnen und Redner unterschiedlicher Fraktionen haben am Donnerstag im Bundestag für die Einführung der so genannten Widerspruchslösung bei der Organspende geworben. Viele Menschen sterben, "weil das rettende Organ fehlt", sagte die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann in der Orientierungsdebatte im Parlament. Sie betonte, auch bei der Widerspruchslösung bleibe "das Recht auf Selbstbestimmung unangetastet".

Textgröße ändern: